Was soll an dem Film "Die Ritter der Kokosnuss" und insbesondere Monty Python witzig sein?

24 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Auch ich bin ratlos diesem Humor gegenüber. Ich habe einen Film ganz durchgestanden: Ritter der Kokosnuß. Bei dem anderen Film - Das Leben des Brian - habe ich während der Vorstellung das Kino verlassen. Mir ging das viele Geschrei und Gekeife auf die Nerven. Vielleicht ist die deutsche Synchronisation das Problem.

Wird bei Brian viel gekeift und geschrien? Danke für die Warnung. :)

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@Flimmervielfalt

Nein. Ich habe den Film mit Freunden gesehen. Wir saßen auf der Couch und die ist vor lauter Gelächter zusammengekracht. Schreien tun die Zuschauer. Vor Lachen.

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Merkwürdig. Die Ritter der Kokosnuss fand ich auch zu grotesk und übertrieben. Aber bei "Das Leben des Brian" bin ich vor Lachen fast erstickt. "Auf ten Poden, tu Pursche." Der lustigste Film aller Zeiten.

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@adabei

Das ist die Szene, wo das Sofa zusammenkrachte. Danke.

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"The Life of Brian" ist wesentlich witziger als "Die Ritter der Kokosnuss", da er viel mehr Wortwitz enthält, finde ich.

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Fast schon zuviel der Ehre, aber danke für den Stern!

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Gerne. Viele andere Kommentare erschlossen mir nicht, was den Humor ausmacht. Einige wenige empfand ich sogar ein wenig von oben herab. Von daher ist deine Ratlosigkeit für mich tatsächlich der hilfreichste Beitrag, weil ich dadurch weiss, dass ich nicht alleine dastehe.

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Es ist die Synchronisation

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Schwierig zu erklären.Der Mix der verschiedene Stile macht es meiner Meinung nach aus.

Schaut man sich die Komödie mit verschiedenen Generationen an, dann werden die Kinder über die Slapsticks lachen, die Teens über die obszönen Scherze, die mittlere Generation über den politischen Humor und die ältere Generation über die scherzhafte Darstellung der oberen Klasse.

Man kann es vielleicht mit Simpson vergleichen.Schaut man sich die Serie mit einem Kind an, dann lachen beide Generationen über komplett unterschiedliche Sachen.Das Erlebnis wird dadurch aber nicht geschmählert, sondern sogar erweitert.

Es ist auch sehr schwierig eine Komödien alleine genießen zu können.Lachen wird sehr von Gruppendynamik beeinflusst.

Das ist durchaus ein interessanter Gedanke. Die Simpsons finde ich zwar auch nicht witzig, aber ich raffen da zumindest, worin die müden Witze bestehen sollen. Bei den Rittern der Kokosnuss habe ich es oft nicht verstanden und "Häh?" ausgerufen. Gruppendynamik bei Komödien holt mich eh nicht ab. Beim Schuh des Manitou haben alle im Kino gegröhlt, während ich es nur primitiv fand. Aber bei Ritter der Kokosnuss kann ich das nicht vermerken. Da steckt Energie und Kreativität drin, die ich anerkenne. Ich habe die Witze nur nicht verstanden.

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@Flimmervielfalt

Ich befürchte, wenn du den Simpsons auf keiner Ebene etwas abgewinnen kannst, sind Monty Python für dich und dein Zwerchfell erst recht nicht das Richtige.

;)

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Simpsons kann man ja nun nicht wirklich als anspruchsvollen Humor bezeichnen. Das ist für mich kurz vor Sitcom. Monty Python wie gesagt, will ich mir noch erarbeiten. Jemand hier auf Gute Frage sagte mir neulich, die Filme wären ähnlich, vom Humor wie die Werke von Quentin Dupieux. Und da habe ich aufgemerkt, sehe es jetzt im Nachhinein aber anders.

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@Flimmervielfalt

Simpsons sollte nur ein Beispiel sein, um den Erfolg von Monthy Python zu erklären.Simpsons und Monthy Python sind aufgrund seiner mehreren Facetten generationsübergreifend erfolgreich.

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Es ist natürlich (wie immer in solchen Fällen) Geschmackssache. Monty Pythons Humor ist oft eher schwarz und derb, mir gefallen z.B. die anachronistischen Anspielungen:

Z.B. in Ritter der Kokosnuss (Engländer unten, und oben die Franzosen auf der Burg)

""Als dann, hör zu, guter Mann!" - "Isch 'abe keine Lust länger mit dir zu reden. Du verkackter englischer Frischbiertrinker! Ich pupse auf euch, ihr Schweinepriester! Wenn es nach mir geht, kommt ihr nicht in die europäische Gemeinschaft!"

Das ist schon deswegen witzig, weil der letzte Satz überhaupt nicht in die damalige Zeit hineinpasst. Der Zuschauer kann das aber gut zuordnen.

""Ich habe den Sachsen das Angeln beigebracht, seitdem heißen sie Angelsachsen. Ich bin der König aller Angler. Ich bin Artus, Erfinder des Eukalyptusbonbons am Stiel."

Pontius Pilatus mit Sprachfehler im "Leben des Brian" ("Chleudert den Purchen zu Poden!") ist auch so ein Klassiker. Die ganze Geschichte ist ja hinlänglich bekannt (meist ist das ja eine ernste Veranstaltung, wenn man sie hört), sie aber einmal mit respektlosem Humor zu sehen/hören, wirft einen neuen Blick darauf.

Über Brians Mutter kann ich mich immer noch amüsieren:

Wir sind die drei Weisen aus dem Morgenland.

Und dann schleicht ihr morgens um zwei in einem Kuhstall herum, als hättet ihr nichts besseres zu tun? Was soll daran weise sein? 

Wir sind Astrologen. Wir sind aus dem Osten. 

Jungs, wollt ihr mich vielleicht verarschen?

Wir kommen, um das Kindlein zu preisen. Wir wollen ihm in dieser Nacht huldigen.

Was huldigen?? Ihr seid wohl besoffen. Das ist ja ekelhaft. Raus mit euch!

Das hier ist einer meiner Lieblings-Sketche "both peaks of Mount Kilimanjaro"

https://www.youtube.com/watch?v=46btEgKmCTo

Er sieht nicht nur 2 Männer (wo nur einer ist), selbst in seinem Buch steht

mountaineer = two men skilled in climbing mountains

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Wo bitte geht´s zur Kreuzigung. Sind WEibsbilder hier? NEIN, NEIN, NEIN.

Der lustigste Film aller Zeiten.

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@Dahika

"Wir sind die Volksfront von Judäa !" - "Ich dachte, wir wären die populäre Front..."

"Dieser Kunde will nicht feilschen." - "Will nicht FEILSCHEN ???" ;D

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Die Szene mit "Maria" (Brians Mutter) ist vor allem deswegen so witzig, weil man sich Maria ja als sanfte Frau vorstellt (aus der Bibel).

Sie aber als Kratzbürste zu sehen/hören (in so respektlos-witzigen Dialogen) ist zum einen originell (wer hätte sich das sonst getraut?) und zum anderen einfach spaßig.

Ich gebe zu: nicht alle Monty Python-Szenen erreichen mein Humorempfinden, aber einige tun das sehr wohl. Und was in "Life of Brian" dargestellt wird, hat man schon oft gesehen, aber nie so witzig. 

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Wie gesagt, Brian habe ich noch nicht gesehen. Diese Anachronismen habe ich mir so erklärt, dass der Film wahrscheinlich tatsächlich in der Gegenwart spielt und es sich bei Artus und Gefolge nur um ausgeartetes Rollenspiel oder Reenactment handelt. Vielleicht sogar unter Einfluss gewisser Substanzen, dass die nicht runterkommen. Das war zumindest meine Interpretation zum Ende.

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@Flimmervielfalt

Könnte es sein, dass Du da einfach etwas zu analytisch und mit dem Kanon der gesamten Filmgeschichte auf den Schultern an einen satirischen Quatschfilm herangehst.... ;D

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Pilatus dem Sprachfehler😂😂

" solche Purschen cheinen äusserst prutal zu sein. Plutperaucht.

Öh,ja ,geraucht hat er auch"

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Tatsächlich wirkt der Humor von Monty Python manchmal absolut stumpf und alles Andere als witzig. Das liegt allerdings daran, dass sich der Fragesteller, wie die meisten anderen Deutschen auch, die Filme in der Synchronfassung antun. Schaut sie Euch im Originalton an. Idealerweise mit Untertitel. Wenn Ihr ein wenig Englisch versteht, werdet Ihr schnell merken, dass dieser Humor etwas wirklich ganz besonderes ist (oder vielleicht besser gesagt war).

Monty Python arbeiteten mit Mitteln des Absurden und des Slapstick, sie testeten mit teils anarchischem Brachialhumor Geschmacksgrenzen, die heute (40-50 Jahre später) natürlich so teilweise nicht mehr existieren.

Hier könnte für dich vielleicht ein Teil des Problems liegen. (?)

"Ritter der Kokosnuss" parodiert das Pathos historischer Kostümfilme und des englischen Mythos der Artus-Sage.

Wenn sich im dichten Nebel Hufschläge von Pferden nähern und es erscheinen zwei Gestalten von denen einer das Hufgetrappel mit 2 Kokosnüssen imitiert, weil der englische König sich offenbar kein echtes Pferd leisten kann, finde ich das wunderbar absurd, weil es Erwartungshaltungen bricht bzw schlicht albern ist. Ein Anderer (so offenbar du) kann daran nichts witzig finden.

Was soll man da tun ? Einen Witz erklären ? Kann man Humor verstehen lernen ?

Monty Python stellen in ihren Sketchen und Filmen mit anarchisch-kindischer Phantasie die Realität auf den Kopf.

Natürlich hat da manches etwas Patina angesetzt, zugegeben und vielleicht ist es schwierig sich an etwas heranzutasten von dem alle Welt einem erzählt wie superwitzig es ist.

Aber der Schwertkampf im Wald ? Die Leute, die immer "nie" sagen und ein schönes Gebüsch wollen ? Das trojanische Kaninchen ? Der von einem Reiter ermordete Komnentator ? Die Diskussionen über die Geschwindigkeit Kokosnusstragender Vögel oder der Dialog mit Gott ?

Wenn da gar nichts für dich dabei ist, dann ist Monty Python vielleicht nicht dein Ding.

Ich gebe gerne zu, dass Kokosnuss mit heutigen Augen einige Längen hat.

Gib ihnen noch eine Chance mit dem grandiosen Leben des Brian und wenn du da auch keinen Anlass zum Lachen findest(was ich mir schwer vorstellen kann), kannst du immerhin sagen,du hättest dich redlich bemüht ! ;)

Bemühen tue ich mich immer bei sowas. Woody Allen fand ich früher auch nicht lustig. Der Schwertkampf war drollig. Die Leute die "Nie" sagen und ein Gebüsch wollen habe ich nicht verstanden. Auch das trojanische Kaninchen nicht. Den ermordeten Historiker fand ich als Moment super, aber viel zu kurz. Interessant aber wie es den Film beeinflusste und auch eine andere Ebene hievte, die das Finale des Films mit der Verhaftung von Artus völlig dekonstruierte. Ab dem Moment, wo dieser Ermittler da immer eingeblendet wurde, hatte ich das Gefühl, dass alles was die da treiben nur ein Rollenspiel oder Reenactment ist. Die Diskussion über Kokosnussvögel ist mir völlig entgangen. Der Dialog mit Gott war aber super, stimme ich auch voll zu. Bei diesen paar Szenen kann man immerhin schmunzeln, aber sie machen ja nicht die Mehrheit des Films aus. Manche Szenen wie das wo Galahad in dem Schloss mit den Frauen rumhängt und dann von Lancelot gerettet wird oder wo Sir Robin mit diesem dreiköpfigen Mann spricht, empfand ich teilweise echt zu lang und unwitzig. Irgendwie fühle ich mich etwas dumm, es nicht zu raffen. Mal gucken ob es beim Leben des Brian oder beim Sinn des Lebens zugänglicher ist.

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@Flimmervielfalt

Monty Python sind ja nicht in erster Linie durch ihre Kinofilme bekannt(geworden), sondern durch ihre Sketchserie(MP Flying Circus) und ihre Bühnenshows, die beide in der Tradition englischer Komiker wie Peter Sellers (Goon Show) stehen.

Ich kann mir also vorstellen, dass die Filme nicht der perfekte Startpunkt in ihren Kosmos sind, wenn man bisher keinerlei Berührung mit dieser Art "dekonstruvistischem" Humor hatte.

Dieser reibt sich an der strengen, englischen Klassengesellschaft und stellt ihr das befreiende Element der Anarchie gegenüber.

Ich gebe dir gerne zu, dass einiges in Kokosnuss heute auch mich nicht mehr vom Hocker reißt.Viele der Dialoge aber schon. (wie Arthur auf das im Schlamm ackernde radikalkommunistische Kollektiv etwa trifft)

Das Leben des Brian ist tatsächlich stringenter erzählt, hat mehr Tempo, mehr Slapstick-Elemente und ist weniger eine Aneinanderreihung absurder Sketche als die Nuss ;)

Versuch ihn vielleicht weniger über den Kopf als über das Zwerchfell zu sehen! Vielleicht findest du dann einen Zugang.

Hast du dir denn Woody Allen tatsächlich erarbeitet ? Wie ging das vor sich ?

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Tatsächlich über die Chronologie. Ich als Filmliebhaber hatte früher schon Leute getroffen, die Allen abfeierten und mir unberührt Filme wie Annie Hall, Matchpoint oder Hanna und ihre Schwestern oder Manhattan ob ihrer Großartigkeit empfahlen. Da empfand ich die Themen teilweise seltsam, überdramatisiert oder uninteressant, die Erzählweise als völlig bummelig. Dann irgendwann sah ich völlig zufällig im Nachtprogramm einen frühen Film von Allen nämlich "Take the Money and run" und machte mir vor Lachen fast in die Hose. Danach kaufte ich mir intuitiv Bananas, war begeistert und arbeitete peau á peau Alles Werk chronologisch ab und angelangt bei Filmen wie Annie Hall war ich besser vorbereitet, weil ich quasi miterlebte, wie Allen sich hin und wieder reduzierte, aber sein früherer Witz immer wieder aufblitzte.

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@Flimmervielfalt

Das heißt ja, Dir gefällt doch alberner slapstick. (Sind offen gestanden beides Filme, die ich jetzt ziemlich mäßig finde ;D) Aber vielleicht einigen wir uns auf "Der Schläfer" und du schaust, ob Dir "Das Leben des Brian" besser gefällt. :)

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