Was sind Seigniorage Einnahmen?

2 Antworten

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Man könnte den Begriff Seigniorage heute noch auf zwei Dinge anwenden.

  1. Das Münzregal des Bundes. ( Echte Seigniorage ). Der Bund hat das Recht Münzen zu prägen ( nach Genehmigung durch die EZB ) und "verkauft" diese dann zum Nennwert. Sind die Herstellungskosten geringer, hat der Bund einen Müngewinn. Allerdings bleibt er aus den Münzen verpflichtet, sprich , muss sie im Zweifel der Zentralbank auch zum Nennwert wieder abnehmen.

http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Service/Glossar/Functions/glossar.html?lv2=32042&lv3=62066

  1. Bei der Zentralbank könnte man den aus dem Bargeldumlauf resultierenden eventuellen Gewinn ebenfall als Seigniorage bezeichnen. Der Bargeldumlauf steht auf der Passivseite. Die Geschäftsbanken können Bargeld aber nur gegen Zentralbankgeld von dieser bekommen. Das Zentralbankgeld kann auch von einem Kredit seitens der Zentralbank an die Geschäftsbank stammen. Die Zentralbank hat somit eine Verbindlichkeit die mit Null Prozent verzinst wird ( Bargeld ) auf der Passiva, der ein Kredit an die Geschäftsbank ( mit Zinszahlung ) gegenübersteht.

Seigniorage

Der Begriff Seigniorage bezeichnete ursprünglich den Gewinn, den ein Münzherr („Seigneur“) aus der Herstellung von Münzen erzielen konnte. Die Seigniorage entstand in jener Zeit aus der Differenz zwischen den Rohmaterial- und Produktionskosten auf der einen Seite und dem Nennwert der Münzen auf der anderen Seite oder aus einer Gebühr, die Privatleute dafür entrichten mussten, dass der Münzherr gestattete, das von ihnen beigebrachte Edelmetall zu Münzen zu prägen. Trotz der geänderten Rahmenbedingungen wird der Begriff Seigniorage auch heute noch verwendet, allerdings mit schwammiger und im Detail unklarer Bestimmung, mal im Sinne von Gewinn aus der Geldschöpfung einer Zentralbank, mal ganz allgemein als Synonym für den Gewinn einer Zentralbank.

Danke für die Antwort ! Wie kann also zum Beispiel ein Staat durch Devisenhandel Seigniorage-Einhamen erhalten ?

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@Fragen9899

Erträge aus dem Devisenhandel fallen unter Glückspiel - auch bei Zentralbanken :-)

Echte Seigniorage kann man weder mit dem Handel noch mit Bilanzbeständen in Devisen machen. Außer natürlich, man weißt der Bilanzposition Bargeld willkürlich die Aktivposition Devisen zu. Dann könnte man - analog zu meiner Antwort mit dem Kredit - von einer zumindest indirekten Seigniorage sprechen.

Woher hast Du diese Idee ? Vlt. kann es derjenige, der die Idee zuerst hatte, mal sagen, wie es seiner Meinung nach geht.

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@Fragen9899

Nein, es sind einfach die Erträge aus der Ausgabe von Münzen.

ein Staat handelt nicht mit Devisen.

Das macht ggf. die Zentralbank in Form von der Anhäufung, oder Verminderung von Währungsreserven. Dabei können Gewinne, oder Verluste entstehen.

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@FrageSchlumpf

Auf Wikipedia stand, dass einer der Vorteile von einer Leitwährung Seigniorage-Einnahmen wären...

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@Fragen9899

Das gehört zu den Fällen, in denen der Begriff denke ich eher missbräuchlich verwendet wird.

Natürlich ist es ein Vorteil, wenn meine eigene Währung die Leitwährung der Welt ist, weil der Rest der Welt blind meine Währung kauft und so immer Geld ins Land fliesst. ( Schweizer , Japaner und Deutsche würden allerdings an der festen Währung und den Handelsdefiziten sterben ). Das ist aber keine Seigniorage im engeren Sinne.

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@FrageSchlumpf

Aber warum fließt dann Geld ins Land ? Das Geld wird doch nur getauscht oder ?

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@Fragen9899

Es wird nur getauscht, richtig.

Aber man hat dann die anderen Währungen im Bestand. Damit kann man ja die anderen Währungen beeinflussen.

Wenn die ELitwährung der Euro wäre (was er ja zum Teil schon ist) und die Japaner müssen Euro kaufen, dannn hat die EZB sehr viele Yen.

Wenn die die Yen anbieten, wird der Kurs des Yen sinken.

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