Was sind pro und contra Argumente für ein Verbot von Moscheen in Deutschland?

18 Antworten

In Deutschland gilt mit gutem Grund die Religionsfreiheit.

Überall auf der Welt kann man sehen, welche Folgen es hat, wenn religiöse Menschen unterdrückt werden.
Ich finde es beschämend, in wie vielen Ländern keine Kirchen gebaut werden dürfen.

Und ich bin nicht bereit, mich auf das Niveau dieser Länder herabziehen zu lassen.

Sie sollen sehen, dass es Deutschland mit der Religionsfreiheit ernst ist und dass Menschen unterschiedlichen Glaubens gut zusammen leben können.

Das heißt nicht, dass man nicht kritisch darauf achtet, ob nicht in Moscheen oder anderen Gotteshäusern Hassprediger auftauchen, die die Religionsfreiheit ausnutzen wollen gegen die Religionsfreiheit.
Da sollten wir hübsch wachsam sein, zum Gespräch einladen und dabei auch sehr deutlich werden, wenn sich in anderen Religionen hier intollerante Entwicklungen zeigen.
Und da immer drei Finger zurück zeigen, schließt das intolerante Entwcklungen im eigenen Laden ein.

Natürlich herrscht Religionsfreiheit, aber meiner Meinung nach ist die Grenzziehung zwischen Hasspredigern und Imanen und zwischen "Islam als Religion" und "Islam als gewaltverherrlichende Ideologie" dermassen fliessend, dass ich hier de facto eine staatliche Kontrolle zur Beschränkung und Beobachtung einer solchen Religionsgruppe fordere.

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Also zunächst mal haben wir Religionsfreiheit hier in Deutschland, man darf eine christliche Kirche, eine jüdische Synagoge, eine muslimische Moschee und einen buddhistischen Tempel bauen (solange die entsprechenden Vorschriften eingehalten wurden, Bauen ist ohnehin - auch abgesehen von der Religion - in Deutschland an viele solcher Vorschriften gebunden).

Was aber vermutlich gemeint ist (aber in der Formulierung nicht gemacht wurde), ist die Idee, "Hassprediger" zu stoppen. Die stoppt man aber nicht dadurch, dass man Gebäude verbietet. Ein Hassprediger kann auch in privaten Räumen ähnlichen Schaden anrichten.

Es hängt also an den Personen (übrigens gibt es auch deutsche "Hassprediger" im rechten Lager, auch das hat nichts mit Gebäuden zu tun). (Ironie on) Trotz anderslautender Gerüchte gibt es keine "Benito-Mussolini-Gedächtnishalle" in Bitterfeld.

Ich bin dafür, dass man Hassprediger entsprechend sanktioniert und stoppt. Egal aus welcher politischer/religiöser Richtung dieser kommt. Weder die Moschee noch der "Germanenkrug" können was dafür, welcher ggf. Fehlgeleitete dort "predigt".

Das ist ähnlich wie das (gut gemeinte) Burkaverbot. Auch ich bin dafür, Unterdrückung von Frauen zu bekämpfen. Das muss aber grundlegender ansetzen, und nicht nur am Symptom rumdoktern (nur, weil man vielleicht keine Burka mehr auf der Straße sieht, heißt das nicht, dass keine Frauen mehr unterdrückt werden).

Wenn ich mit hohem Fieber zum Arzt gehe, erwarte ich eine grundlegende Lösung, und kein "Verbot von Fieber" und kein "Verbot von Thermometern, die mehr als 40°C anzeigen". Und das obige Problem hängt mit (manchen) Leuten zusammen. Nicht mit den Gebäuden. 

Du hast Deine Antwort sehr gut überlegt und durchdacht.

Allerdings solltest Du berücksichtigen, dass:

  • Hassprediger in einer Moschee ein breites Publikum haben
  • Moscheen gelten unter Muslimen als Institution. Dementsprechend sind Verlautbarungen besonders gewichtet.

Nach meiner Ansicht gibt es nur ein einziges Argument gegen ein Verbot von Moscheen, und dies ist zu befürchtende Repressalien christlicher Einrichtungen in islamischen Ländern.

Dies muss tatsächlich abgewogen werden.

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Im letzten Teil hast du schwach argumentiert:

1. Das Tragen der Burka ermuntert das Umfeld, es der Trägerin gleich zu tun - unabhängig davon, ob sie es aus innerer Überzeugung oder auf familiären Druck hin tut - und erhöht den Druck auf weitere Mädchen oder Frauen.

2. Es gibt unterschiedliche Grade von Frauenunterdrückung.
Wollte man immer gaaanz grundsätzlich ansetzen, bevor man überhaupt etwas täte, würde sich überhaupt nichts ändern.

3. Ein Burka-Verbot gibt muslimischen Mädchen eine "Waffe" in die
Hand für die innerfamiliären Auseinandersetzungen.

4. Der Vergleich mit dem Fieber hingt gleich mehrfach:

a) Fieber ist keine soziale Veranstaltung, Burka-Tragen hingegen schon.

b) Fieber ist in der Regel selbst bereits eine die Gesundheit wieder herstellende Reaktion des Körpers.
An welcher Stelle hat die Burka eine vergleichbare Funktion?

c) Wenn ich mit hohem Fieber zum Arzt gehe, hoffe ich nicht, dass er mir sagt: "Das Fieber wollen wir mal getrost ignorieren. Ob 38° oder 42° - was spielt das schon für eine Rolle, wenn wir die Ursachen nicht kennen und angehen?"

Es kann ja - je nach Fall - durchaus angezeigt sein, das Fieber zu senken, auch wenn die Ursachen nicht beseitigt werden, weil sonst der Organismus insgesamt kollabiert.
 

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Argument gegen Moscheen-Verbote: Die gesetzlich zugesicherte Religionsfreiheit. Es gibt zahlreiche Moscheen, die baulich nicht auffällig sind und niemanden stören.

Argumente für Moscheen-Verbote: Baurechtliche Bedenken bei großen Gebäuden, Lärmbelästigung falls ein Adhan (Gebetsruf) erfolgt, Möglicherweise Einfluss auf ein historisches Stadtbild.

Die baurechtlichen Bedenken gibt es bei allen Bauten, dafür gibts ja Vorschriften. Und es gibt auch Leute, die Glockengeläut als Lärm empfinden - wo ist da der Unterschied? Ist mögliches Glockengeläut dann ein Argument gegen Kirchenbauten?

Auch für die Sache mit dem Stadtbild gibts Vorschriften,  an die sich alle halten müssen.

Deine Kontra-Argumente sind  nichtig. Bzw.passen auf jedes beliebige Gebäude.

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@Bitterkraut

damit hast du absolut recht, wenn alle baulichen Vorschriften eingehalten werden, die für alle Gebäude gelten, gibt es keine Argumente ein Gotteshaus einer Religion zu verbieten.
Alles andere wäre die willkürliche Diskriminierung eine Religion.

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@Bitterkraut

Deine Kontra-Argumente sind  nichtig. Bzw.passen auf jedes beliebige Gebäude.

Richtig und genau das war das Zweck meiner Antwort!

Zu zeigen, dass pauschale Vorbehalte nämlich keine brauchbaren Argumente sind, um die Religionsfreiheit einzuschränken.

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@Enzylexikon

Warum glaub ich dir das jetzt nicht? Deshalb:

Es gibt zahlreiche Moscheen, die baulich nicht auffällig sind und niemanden stören.

Soso, nur baulich nicht auffällige Moscheen sind also nicht störend? Baulich auffallende sind demnach störend? Warum? Mich stören die nicht... im Gegensatz zu machen baulich auffälligen "zivilen" Zweckgebäuden..


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@Bitterkraut

Man kann aber auch wirklich alles auf die Goldwaage legen und eine antimuslimische Verschwörung wittern....mehr sage ich dazu nicht.

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@Enzylexikon

und man kann Argumente auch an den Haaren herbeiziehen... du  Keines deiner Argumente ist stichhaltig, bis aufs erste, den Rest hättest du dir schenken können.

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Sind die Gebetsrufe nicht sowieso schon verboten?

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@Typausulm

Leider nein. Leider haben wir auch keine Demokratie wie die Schweiz, in der per Volksabstimmung das Minarettverbot beschlossen wurde.

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die Begründung für ein Minarettverbot zielt eher darauf, dass Minaretts Siegesembleme des politischen Islam sind, die so von den Sunniten verstanden und eingesetzt werden (Erdogan: die Minarette sind unsere Lanzen). Minaretts sind also auch nicht geschützt durch das Grundrecht auf freie Religionsausübung.

Ein Kompromiss wäre es - hätten wir so etwas wie eine christliche Regierung - für jede Kirche, die in der Türkei neu gebaut werden darf, darf das türkische Religionsministerium in DE eine Moschee errichten. Und keine mehr.

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