Was sind Legitimationsgrundlagen?

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Eine Legitimation ist in politischen Zusammenhang eine Rechtfertigung. Eine Legitimation enthält eine Begründung, warum etwas rechtmäßig ist und Anerkennung verdient. In Bezug auf eine Ständegesellschaft betrifft die Legitimation diese gesellschaftliche Ordnung, die Untergliederung, die Stellung der einzelnen Stände und ihre Rechten und Pflichten. Einzelne Stände haben Vorrechte (Privilegien). Mit welcher Art der Begründung werden diese gerechtfertigt? Versuche der Rechtfertigung einer Ständegesellschaft könnten sie z. B. als richtige Ordnung, gute Tradition, gottgewollt (religiöse Legitimation) oder dem allgemeinen Nutzen dienend ausgeben.

Die ersten beiden Stände waren Klerus (Geistlichkeit) und Adel.

Welche Legitimationsgrundlagen fehlen, kann nur in einem näheren Zusammenhang, geklärt werden. Es könnte ein Nachweis versucht werden, es gebe keine ausreichend nützlichen Leistungen, z. B. in militärischer Tüchtigkeit, Beratung und Führung von Ämtern, Bildung oder Sorge für die allgemeine Wohlfahrt.

Im Zusammenhang mit der französischen Revolution betraf dies z. B. ihre Steuerprivilegien. Die ersten beiden Stände zahlten kaum Steuern, die Hauptlast trug der Dritte Stand, dem aber ein angemessenes Mitspracherecht fehlte. Emmanuel-Joseph Sieyès, ein Abbé, veröffentlichte im Januar 1789 die Schrift „Qu'est-ce le Tiers État?“ („Was ist der Dritte Stand?“). Er weist darauf hin, dass der Dritte Staat die große Masse des Volkes umfasst, während die ersten beiden Stände nur eine kleine Minderheit seien, die nur an ihre Privilegien denken und dabei mit ihren Interessen im Gegensatz zum Dritten Stand stehen (vor allem, wenn dieser für die Sanierung des Staatshaushaltes höhere Steuern zahlen soll). Daher spricht er ihnen die Legitimationsgrundlage (Berechtigung) ab, für den Dritten Stand zu sprechen. Er fordert, bei den Wahlen der Vertreter für die Generalstände nur Männer des Dritten Standes als Vertreter des Dritten Standes zu wählen, dem Dritten Stand eine gleiche Anzahl an Vertretern wie für die ersten beiden Stände zu geben und gemeinsam und nach Köpfen (im Sinn einer Nationalversammlung), nicht nach Ständen getrennt abzustimmen.

Dies verbindet er mit Angriffen auf den Adel. Er sei für den Staat nicht nützlich, sondern schädlich und eine Schwächung. Der Adel füge sich nicht gut in die Gesellschaft ein, weil er eine Belastung und nicht imstande sei, ein Teil der Nation zu sein. Der Dritte Stand würde ohne die Privilegierten freier und blühender dastehen, es ginge ihm besser.

Vielen Dank für die Antwort, sie hat mir sehr weitergeholfen. Endlich mal ein Text ohne viele Fachbegriffe & Fremdwörter und er war sehr leicht zu verstehen :).

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@AutumnDay

Wenn alle Lehrer so wären wie Albrecht- die Schule wäre ein reines Vergnügen. Wie schön, hier lernen zu können - und dafür Danke an Albrecht- egal .um welches gebiet es sich dreht.

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Ich hoffe, ihr versteht mein Problem.

Wenn man in einem Text viele lateinische, griechische oder ggf. auch französische Fremdwörter verwendet, dann wird der Text als sehr gut geschrieben und sprachlich exzellent(Fremdwort) und blabla angesehen.

Wenn man viele Anglizismen verwendet, dann heißt es gleich, die Deutsche Sprache verkommt und wird zerstört durch diese Anglizismen...

Aber warum ist das so? Ich versteh es einfach nicht!

.

Mal ein paar Beispiele. Sagt mal ganz ehrlich, wie die folgenden Wörter in einem offiziellen Text auf euch wirken würden!

  • Statement

  • Deadline

  • par excellence

  • Anglizismus(Das Beispiel par excellence zu dieser Frage ;-) )

  • Attitüde

  • Wenn sich ein Fernsehmoderator verspricht, was würdet ihr dann sagen, wenn er "sorry" sagt. Warum aber hätte gegen "Pardon" keiner etwas? o.O

.

Ich hoffe, euch ist klar, was ich meine!

Jetzt meine Frage: Ist das irgendwie psychologisch/gesellschaftlich oder wasauchimmer begründet? Woran liegt diese "gespaltene" Einstellung zu Fremdwörtern?

Vielen Dank um jegliche Antwort

Punkrockgarçon!

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