Was sind Kriterien für Höhenkammliteratur?

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1 Antwort

Als "Höhenkammliteratur" gelten formal und inhaltlich anspruchsvolle literarische Werke, die Chancen haben oder einst hatten, in den schmalen Kanon dessen aufgenommen zu werden, "was man gelesen haben muss". Es sind m.a.W. Werke, die von tonangebenden Personen und Medien als ästhetisch hochwertig, als traditionsbildend und repräsentativ anerkannt werden, Werke, auf die man direkt oder indirekt zitierend anspielen kann, ohne große weiteren Erläuterungen geben zu müssen. Die "Höhenkammliteratur" bestimmt sich vorwiegend aus ihrer Differenz zur Massen- und zur Trivialliteratur. Letzteren wird – zuweilen auch zu Unrecht – Kitsch, schematische Schwarzweißmalerei und schwülstige Sentimentalität nachgesagt. Was indes Kitsch ist und wo eine Empfindung "schwülstig" genannt zu werden verdient, ist – sieht man einmal von den Groschenromanen ab – meist Geschmacksache. Das zeigte z.B. Robert Schneiders Roman Schlafes Bruder. Etliche Lektoren und Kritiker lehnten das Werk rigoros ab, weil es allzu sentimental und schwülstig sei, aber den LeserInnen gefiel es: Es eroberte im Nu die Bestsellerlisten, woraufhin so mancher Kritiker sich genötigt sah, sein Kitschurteil zu revidieren. Quelle:http://www.br-online.de/wissen-bildung/telekolleg/faecher/deutsch/literatur/folge_1/fakten.shtml

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