Was sind Gründe für Inflation?

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Indem privates Vermögen real vernichtet wird, kann man die ausufernde Staatsverschuldung stoppen.

  • Geldpolitik der EZB
  • Energietransformation, auch "Greenflation" genannt
  • Krieg in der Ukraine u. generelle Spannungen zwischen Weltmächten

Und das grundlegende Problem des Kapitalismus, dass der Wachstum nicht mehr so gegeben ist, wie er es sein sollte.

Es ist die Ausweitung der Geldmenge. Wenn wird das Geld von allem Menschen verdoppeln, sind wir dann reicher? Nein... Wir haben dann immer noch den 1 x , die 3 y etc... Es würden sich einfach die Preise verdoppeln

Allerdings ist Inflation schlecht für Ersparnisse und somit schlecht für die Wirtschaft. Denn wenn ich alles dieses Geld kriege was wir eben verdoppelt hätten, dann hätte ich mich auf kosten von allen Bereichert.

Woher ich das weiß:Hobby – Österreichische Schule der Nationalökonomie

Ich würde mich weniger mit den Österreichern beschäftigen, das ist alles sehr theoretisch und statisch, man lehnt Fakten teilweise bewusst ab. Wirtschaft ist dynamisch und lässt sich oft nicht in realitätsferne Theorien zwängen. Dieses Buch gibt einen Überblick über viele wirtschaftliche Denker:

Bieling / Coburger | Kapitalismusanalysen | 1. Auflage | 2021 | beck-shop.de

Dieser Wiki-Eintrag zeigt auch die Mängel der Österreicher:

Österreichische Schule – Wikipedia

Die Geldmengentheorie, d.h. dass die Ausweitung der Geldmenge allein für Inflation verantwortlich ist, ist schon seit einer Weile widerlegt. Es gibt keinen nachgewiesenen kausalen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation. Man sieht das gerade aktuell an der Schweiz und Japan: Beide haben in den letzten Jahren ihre Geldmenge enorm ausgeweitet und mit Abstand am wenigsten Inflation - nämlich fast gar keine. Auch Frankreich hat trotz höherer Schulden als Deutschland weniger Inflation.

Deutschland und andere Zentralbanken, z. B. die der USA oder Englands, haben die Geldmenge deutlich weniger ausgeweitet und trotzdem eine viel höhere Inflation. Dieser Artikel von Dr. Heiner Flassbeck zeigt das ganz gut mit entsprechenden Daten.

Der Geldmengenwahn und die Realität - Relevante Ökonomik (relevante-oekonomik.com)

Die aktuelle Inflation wird in erster Linie durch hohe Erzeugerpreise (Energieschock) und Lieferengpässe angetrieben, tlw. noch wegen Corona. Das mit dem Energieschock wird am Schluss des verlinkten Artikels kurz angesprochen. Manche Unternehmen nutzen die aktuelle Situation auch aus und erhöhen unverhältnismäßig, weil sie so viel Marktmacht haben bzw. sie niemand kontrollieren kann. Z. B. bei Butter bei den großen Supermarktketten. Hier könnte man langfristig mit mehr Kontrolle ansetzen.

Kurzfristig helfen staatliche Eingriffe. Das Institut für Deutsche Wirtschaft, was eigentlich marktliberal ist, hat neulich gezeigt, dass ohne diese Eingriffe die Inflation noch höher wäre.

9-Euro-Ticket und Co.: Ohne staatliche Eingriffe wäre Inflation zwei Prozentpunkte höher - Institut der deutschen Wirtschaft (IW) (iwkoeln.de)

Auch dieser Artikel Der Geldmengenwahn und die Realität - Relevante Ökonomik (relevante-oekonomik.com) zeigt, dass Verbraucherpreise durch staatliches Handeln, z. B. durch die Ausweitung der Geldmenge, der Inflation entgegengewirkt werden kann. Denn die Länder mit der höchsten Geldmenge, Schweiz und Japan, haben die niedrigsten Verbraucherpreise. Deutlich niedriger als alle Länder mit geringerer Geldmengenausweitung. Japan und die Schweiz machen das seit vielen Jahren, um gewisse Verbraucherpreise zu regulieren.

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@derGerd123456
Wirtschaft ist dynamisch und lässt sich oft nicht in realitätsferne Theorien zwängen

Nein das stimmt nicht. Der Mensch handelt und dieses Axiom hat und wird sich niemals mehr ändern.

Die Geldmengentheorie, d.h. dass die Ausweitung der Geldmenge allein für Inflation verantwortlich ist, ist schon seit einer Weile widerlegt. Es gibt keinen nachgewiesenen kausalen Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation. Man sieht das gerade aktuell an der Schweiz und Japan: Beide haben in den letzten Jahren ihre Geldmenge enorm ausgeweitet und mit Abstand am wenigsten Inflation - nämlich fast gar keine. Auch Frankreich hat trotz höherer Schulden als Deutschland weniger Inflation.

Mit Empirie kommt man da aber trotzdem nicht weit. Das es den Verbraucherpreisen entgegentretenes Wirtschaftswachstum gibt und das der Begriff der Inflation eigentlich ceteris paribus (was in der Empirie unmöglich ist) gemeint ist wird da häufig ignoriert.

Wenn es 10 Stifte und 10 Münzen gibt und auf einmal gibt es 20; Wie in aller Welt sollen dann die Preise gleichbleiben. Höchstens wenn mehr Stifte hergestellt werden, trotzdem im Vergleich ein Kaufkraftverlust.

Die aktuelle Inflation wird in erster Linie durch hohe Erzeugerpreise (Energieschock) und Lieferengpässe angetrieben, tlw. noch wegen Corona. Das mit dem Energieschock wird am Schluss des verlinkten Artikels kurz angesprochen. Manche Unternehmen nutzen die aktuelle Situation auch aus und erhöhen unverhältnismäßig, weil sie so viel Marktmacht haben

Ja das Stimmt. Man muss aber bedenken, dass der Begriff "Inflation" in unserem heutigem neoklassischem Verstädnis mit Änderung der Verbraucherpreisindex gleichgesetzt wird; wobei die Österreichische Schule die alleinige Geldmengen ausweitung als Inflation (lat inflare aufblähen).

Mich würde interessieren was du mit "unverhältnismäßig" meinst.... Abseits davon kommt aber diese Marktmacht auch nicht von ungefähr...

Kurzfristig helfen staatliche Eingriffe.

Ja, aber Langfristig sind sie wiederum total schädlich. Was bringt mir eine Kurzfristige Hilfe wenn doch in der Zukunft, genau wegen dieser Intervention noch mehr für die Katz' ist?

dass Verbraucherpreise durch staatliches Handeln, z. B. durch die Ausweitung der Geldmenge, der Inflation entgegengewirkt werden kann. Denn die Länder mit der höchsten Geldmenge, Schweiz und Japan, haben die niedrigsten Verbraucherpreise.

Tut mir leid, das ist aber eine falsche Schlussfolgerung. Du kannst nicht von einmaliger Empirie auf die Allgemeinheit schließen.

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@NeonSchaf

Natürlich werden Menschen immer handeln. Aber zum einen handeln Menschen nicht rational und nicht vorhersehbar, was die Verhaltensökonomik zeigt. Hier haben Daniel Kahnemann und Amos Tversky die Grundlagen gelegt. Ich empfehle Dir das Buch "Schnelles Denken - langsames Denken". Da geht es in einem Kapitel auch speziell um wirtschaftliches Handeln. Außerdem unterliegt Handeln kultureller Prägung, was die Anthropologie und die Geschichte zeigen. Als sich z. B. der Kapitalismus inklusive individualistischem Denken in Europa verbreitet hat, haben viele Menschen dieses Denken abgelehnt.

Mit "unverhältnismäßig" meine ich, dass sich Energiepreise seit März von Rohstoffpreisen entkoppelt haben.

Ich denke, dass kurzfristige Eingriffe die einzige Möglichkeit sind, die wir berücksichtigen können. Langfristig passiert viel, es lässt sich nicht sicher vorhersagen und die mathematischen Modelle sind dafür nicht geeignet. Zeit kommt in ihnen nicht vor. Aber Zeit ist die Grundlage von Handeln. Gerade bei einer Inflation, die durch die Angebotsseite getrieben wird, kann man da kurzfristig was machen. Wenn in ein bis zwei Jahren diese Probleme abgeklungen sind (Energieengpässe, Lieferketteprobleme etc.), sieht die Sache vermutlich wieder anders aus. Das Modell bildet das nicht ab.

Außerdem habe ich noch keinen Beleg dafür gesehen, dass dieses kurzfristige Handeln langfristig schadet. Prof. Dr. Peter Bofinger, ehemaliger Wirtschaftsweiser, hat darauf hingewiesen, wie wichtig jetzt staatliches Handeln ist. Denn wenn der Staat nicht eingreift, dann gibt es eine noch viel krassere Rezession mit deutlich weniger Nachfrage, aber Bankrott und Arbeitslosigkeit.

Peter Bofinger: Besserer Verlustrücktrag für Unternehmen nötig (handelsblatt.com)

Ich habe gesehen, dass ich mich unklar ausgedrückt habe, sorry. Was man anhand des Aufsatzes  Der Geldmengenwahn und die Realität - Relevante Ökonomik (relevante-oekonomik.com) sagen kann, ist zum einen, dass eine Staatsverschuldung oder Geldmengenausweitung nicht kausal mit Inflation zusammenhängt, sonst müsste diese in Japan oder in der Schweiz galoppieren. Gleichzeitig ist eine restriktivere Geldpolitik (England und China) kein Garant gegen Inflation: Dort ist sie am höchsten. Außerdem zeigt der Aufsatz, dass staatliches Handeln Verbraucherpreise dämpfen kann, ohne inflationäre Wirkungen hervorzurufen. In Japan werden mehr als 50% der inflationsrelevanten Verbraucherpreise kontrolliert. Die Schweiz, Hort der freien Marktwirtschaft, kontrolliert 30% der Preise und liegt damit sogar über dem EU-Durchschnitt (13%).

Zu deinem Beispiel mit den 10 Stiften und den 10 Münzen. Da gebe ich Dir theoretisch recht. Aber in der Praxis wirkt sich Geldmengenausweitung nicht automatisch auf die Preise aus. Das sieht man ja an der Schweiz und Japan. Die 20 Münzen müssen erst in der Hand der Konsumenten sein. Es muss sich erst potentielle Nachfrage ändern. Das passiert nicht automatisch.

Diese beiden Länder haben also eine deutlich geringere Inflationsrate, obwohl ihre Geldmengenausweitung (für die Österreicher schon Inflation) enorm ist. Dann wäre ja, wenn ich Dich richtig verstanden habe, die Geldmengenausweitung schon Inflation und Japan und die Schweiz hätten eine sehr hohe Inflation. Aber sie hat in Japan und der Schweiz ja gar keine negativen Folgen. Im Gegenteil. In Japan wird damit den enorm vielen prekär Beschäftigten entgegengewirkt und auch in der Schweiz ist das Preisniveau dadurch stabiler. Ist das nicht ein Problem für die Österreicher?

Die Empirie ist die Realität. Manchmal kann man sie nicht in Theorien zwängen oder die Theorie ist noch nicht ausreichend. Du sagst, man könnte von einer einmaligen Empirie nicht auf die Allgemeinheit schließen. Da gebe ich Dir recht. Doch wenn ich eine Regel oder Theorie aufstelle, also eine Allgemeinheit behaupte, und es gibt Gegenbeispiele, dann ist diese Regel nicht wahr. Das sind die Gesetze der Logik. Jeder Student der Mathematik, Philosophie, etc. lernt sie. Und sie gelten in allen Wissenschaften. Wenn also behauptet wird, dass eine erhöhte Geldmenge, Staatsverschuldung etc. zu Inflation führt und es gibt mehrere Gegenbeispiele, dann muss diese Theorie verworfen werden. Denn eine erhöhte Geldmenge oder Staatsverschuldung führt nicht automatisch zu mehr nachfragegetriebener Inflation. Dann führen diese Faktoren nämlich gar nicht zur Inflation oder nur in Kombination mit anderen Faktoren. Eine erhöhte Geldmenge oder Staatsverschuldung ist also nicht mit erhöhter Nachfrage gleichzusetzen. Ich kann also keine Allgemeinheiten postulieren, wenn es Gegenbeispiele gibt. Und das ist eben einer der blinden Flecken der Österreicher: Sie sind nicht bereit, ihre a priori Theorien an der Empirie zu verifizieren bzw. zu falsifizieren.

Wir sind hier bei einer Grundsatzdiskussion angekommen. Ich denke, das sprengt leider langsam den Rahmen... Interessant ist vielleicht auch das, was das Thema Geld anbelangt: Geldserie Archive - Seite 4 von 4 - Friederike Spiecker (fspiecker.de)

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@derGerd123456
Natürlich werden Menschen immer handeln. Aber zum einen handeln Menschen nicht rational und nicht vorhersehbar

Das ist genau der Pfad der österreichischen Schule. - Natürlich handeln Menschen nicht immer rational (technisch/objektiv) aber ihre Mittel und Ziele sind bei einer Handlung immer wenigstens motiviert.

  • Der Regentanz für das Erscheinen von Regen möge für uns als Mittel objektiv irrational und unwirksam sein, doch trotzdem ist der Handelnde motiviert dieses Mittel zu nutzen.
  • Der andere, der das Ziel hat sich mit Scherben einzureiben, möge für uns (eventuell aus kultureller Überzeugung) ebenfalls ein unsinniges und irrationales Ziel sein, doch immer noch ist der Handelnde auf das Ziel motiviert.
Mit "unverhältnismäßig" meine ich, dass sich Energiepreise seit März von Rohstoffpreisen entkoppelt haben.

Preise können sich nicht entkoppeln, es sei denn das Produktionsmittel wird nicht mehr explizit gebraucht oder ist nicht mehr knapp (kostenlos). [oder natürlich Interventionismus)

Langfristig passiert viel, es lässt sich nicht sicher vorhersagen und die mathematischen Modelle sind dafür nicht geeigne. Zeit kommt in ihnen nicht vor. Aber Zeit ist die Grundlage von Handeln

Sachmal bist du doch Österreicher?

Ich denke, dass kurzfristige Eingriffe die einzige Möglichkeit sind, die wir berücksichtigen können. Langfristig passiert viel, es lässt sich nicht sicher vorhersagen und die mathematischen Modelle sind dafür nicht geeignet. Zeit kommt in ihnen nicht vor. Aber Zeit ist die Grundlage von Handeln. Gerade bei einer Inflation, die durch die Angebotsseite getrieben wird, kann man da kurzfristig was machen. Wenn in ein bis zwei Jahren diese Probleme abgeklungen sind (Energieengpässe, Lieferketteprobleme etc.), sieht die Sache vermutlich wieder anders aus. Das Modell bildet das nicht ab.

Ich stimme weitestgehend zu, ich frage micht trotzdem, wo du denn da jetzt Interventionismus rausziehst?

Außerdem habe ich noch keinen Beleg dafür gesehen, dass dieses kurzfristige Handeln langfristig schadet.

Nenn mir einen kurzfristigen Interventionismus und ich zeig dir wie der schadet.

Prof. Dr. Peter Bofinger, ehemaliger Wirtschaftsweiser, hat darauf hingewiesen, wie wichtig jetzt staatliches Handeln ist. Denn wenn der Staat nicht eingreift, dann gibt es eine noch viel krassere Rezession mit deutlich weniger Nachfrage, aber Bankrott und Arbeitslosigkeit.

Ah da haben wir eins. Die Rezession ist nur die Entladung von den staatlichen Boom-Bust-Cyklen, die Rezession wurde gerade erst durch Staatliche Geldpolitik erschaffen ein eingreifen täte da noch mehr weh; Denn die Rezession ist wichtig damit sich der Markt wieder erhohlt! Erst Boom dann Bust...

dass eine Staatsverschuldung oder Geldmengenausweitung nicht kausal mit Inflation zusammenhängt

Das wiedermal durch eine Empirische Studie, die leider keine Gewähr auf "ceteris paribus" ("während die anderen gleich/konstant bleiben) beanspruchen kann und gemessen wird an einem positivistischem imaginären Warenkorb.

*korrelativ.

sonst müsste diese in Japan oder in der Schweiz galoppieren.

Das ist immernoch derselbe logische Fehlschluss. Weil du aber so auf Empirie stehst gebe ich sie dir jetzt:

Einige Beispiele für (Hyper)inflation durch Geldmengenausweitung *Empirisch:

  • Weimarer Republik
  • Sowjetunion
  • The Great Depression
  • Ungarn, Österreich, Schweiz und wie sie noch so alle Heißen nach dem 1. Weltkrieg
  • Venezuela
  • Simbabwe
Gleichzeitig ist eine restriktivere Geldpolitik (England und China) kein Garant gegen Inflation: Dort ist sie am höchsten

Sie ist aber immer noch Expansiv.

Zu deinem Beispiel mit den 10 Stiften und den 10 Münzen. Da gebe ich Dir theoretisch recht. Aber in der Praxis wirkt sich Geldmengenausweitung nicht automatisch auf die Preise aus.

Warum sollte das nicht so sein?

Nehmen wir ein realitätsnäheres Beispiel: Eine Fee kommt vorbei und verdoppelt all unser Geld. Sind wir damit jetzt reicher geworden? Nein! Es gibt immer noch dieselben Güter und Waren, in gleicher Quantität oder es gibt sie halb nicht.

Wenn jetzt aber jeder mehr Geld hat und die Preise gleich bleiben sollten, dann kämen wir trotzdem zu Preiserhöhungen, einfach weil Knappheit. Wenn dem Einem sein Vorrat weggekauft wird, jeder aber trotzdem noch soviel Geld hat, wie wenn er in der normalen Welt nichts gekauft hätte: Dann werden diese Güter eben von kauf zu kauf knapper, obwohl es noch eine Nachfrage dazu gibt.

Anderes Beispiel: Wenn sich jeder sein Geld einfach Drucken würde, würde das etwa nicht die Preise beinflussen?

Angebot und Nachfrage muss auch beim Geld gelten, warum sollte sie das nicht?

Die 20 Münzen müssen erst in der Hand der Konsumenten sein. Es muss sich erst potentielle Nachfrage ändern. Das passiert nicht automatisch.

Ach Automatisch? Das hat keiner gesagt!

Das ist doch die Definition eines Gutes! Wenn jemand nicht über ein Gut verfügen kann, dann kann es für ihn auch kein Gut werden. Gleichgültig wenn man es nicht als Gut gebrauchen will.

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@derGerd123456
Diese beiden Länder haben also eine deutlich geringere Inflationsrate, obwohl ihre Geldmengenausweitung (für die Österreicher schon Inflation) enorm ist. Dann wäre ja, wenn ich Dich richtig verstanden habe, die Geldmengenausweitung schon Inflation und Japan und die Schweiz hätten eine sehr hohe Inflation.

Ja soweit schon

Aber sie hat in Japan und der Schweiz ja gar keine negativen Folgen. Im Gegenteil. In Japan wird damit den enorm vielen prekär Beschäftigten entgegengewirkt und auch in der Schweiz ist das Preisniveau dadurch stabiler. Ist das nicht ein Problem für die Österreicher?

Nein, weil es negative Folgen gibt. Das ist der Konjunkturzyklus:

Eine Investition kann nur getätigt werden, wenn die für das Kapitalgut nötigen Güter nicht konsumiert werden. Mit anderen Worten: Möchte ich 3 Kartoffeln im nächsten Jahr ernte, dann darf ich diese eine Kartoffel in meiner Hand eben nicht Konsumieren. Dafür, damit nicht jeder seine eigenen Güter sparen muss, gibt es Zins und Kredit. Zins ist Miete für Geld, er ist der Preis für die Erparniss, für den Verzicht auf Gegenwartskonsums des Gläubigen. Geld, in Form von Erspartem, bildet hier also Reale Güter wieder, die für Investitionen reserviert und vor Gegenwartskonsums geschützt werden. Auch hier gilt im Freien Markt Angebot und Nachfrage.

Wenn der Zins Beispielsweise 5% beträgt, dann bedeutet das, dass genug Güter gespart sind, damit Investitionen mit mehr als 5% erwarterter Rendite getätigt werden können. Wenn ich also erwarte das meine Investition mehr als 5% Renidte macht, dann nehme ich den Kredit wohlmöglich auf, sonst eher nicht. Je niedriger der Zins also ist, desto mehr Investitionen (einschließlich der weniger Relevanten bzw. der Teureren) können gemacht werden.

Wenn nun aber Geld gedruckt wird, also die Geldmenge ausgeweitet wird, dann wird, weil es nun plötzlich mehr Geld also "mehr Erparnisse" gibt, der Zins künstlich nach unten gedrückt. Einer der nun also in der Realen Welt weniger als 5% im Beispiel Rendite macht, und somit (auch für die Gesellschaft) ein Verlust wäre, sieht wohl möglicherweise nun seinen Gewinn, weil der Zins ja niedriger scheint. Er beginnt seine Investition, ja er stellt Arbeiter ein, er Produziert; Aber er kann seine Investition ja nicht zu Ende bringen, da diese Güter die er dafür bräuchte von Konsumenten bereits verkonsumiert wurden (Preise steigen). Das liegt ja daran, dass jetzt ja eben auch der Anschein (weil es weniger Zinsen den Gläubigen gibt) es wäre bereits genug gespart. Es wird also mehr konsumiert, aber auch gleichzeitig (beinahe entkoppelt) mehr Investiert (#Keynsianismus). Das nicht vollenden von der Investition, weil die Zinsen ja noch austehen, kann sogar zu Insolvenzen führen, wenn die Fehlinvestoren nicht mit mehr Krediten nachgespült werden. Wenn weiterhin die Geldmenge ausgeweitet würde, käme es zur Hyperinflation, würde man die Geldmängenausweitung bremsen wollen, kommt es zur Rezession, bei der die Fehler und Fehlallokationen/Fehlinvestitionen erstmal wieder korrigiert werden müssen.

Das ist auch nicht vermeidbar, denn der Investor sieht ja nur den Zins (Preis), der ja eigentlich nur die Knappheit von Erparnissen wiederspiegeln soll, wenn er das nicht tut, muss es zu Fehlkalkulation kommen. [Kalkulationsproblem]

Die Empirie ist die Realität. Manchmal kann man sie nicht in Theorien zwängen oder die Theorie ist noch nicht ausreichend. Du sagst, man könnte von einer einmaligen Empirie nicht auf die Allgemeinheit schließen. Da gebe ich Dir recht. Doch wenn ich eine Regel oder Theorie aufstelle, also eine Allgemeinheit behaupte, und es gibt Gegenbeispiele, dann ist diese Regel nicht wahr.

Das ist ein schlauer Gedankengang von dir, aber das trifft auf die Österreichische Schule nicht zu. Die österreichische Schule stellt die Regeln nicht einfach so auf (wie das tatsächlich einige andere ökonomischen Schulen, Bspw die Marxistische, tuhen.) - Diese Theorien sind sehr Hypthotisch (Positivismus/Analytische Aussagen) und brechen schnell [Vielleicht hier mal 5minuten reinschauen]. Sondern die östereichische Schule bezieht sich auf eine deduktive Logik, die A priori, also von Allgemeingültigkeit nur abgeleitet ,benannt werden.

Allerdings wird die österreichische Schule auch nie von der Empirie besiegt,...

Und das ist eben einer der blinden Flecken der Österreicher: Sie sind nicht bereit, ihre a priori Theorien an der Empirie zu verifizieren bzw. zu falsifizieren.

Weil es nicht geht! Selbst wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, das diese Empirie die Allgemeingültigen Aussagen nicht widerlegt. Echte allgemeingültige Aussagen sind nicht widerlegbar!

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