Was sind explizite Gründe für eine Kündigung bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag?

5 Antworten

Ich gehe jetzt davon aus das es sich nicht um ein Kleinunternehmen (<10 Mitarbeiter) handelt. Dann wäre ein Grund ja nicht notwendig. Ich gehe auch davon aus, dass es sich nicht um eine Kündigung während der Probezeit handelt.

In diesem Fall kann man die Gründe in folgende Gruppen eingruppieren:

  1. Gründe für eine betriebsbedingte Kündigungen
  2. Gründe für eine personalbedingte Kündigungen
  3. Gründe für verhaltensbedingte Kündigungen
  4. Gründe für außerordentliche Kündigungen

Zu den betriebsbedingten Kündigung zählt z.B. Folgendes:

  • Auftragsrückgang
  • Betriebsänderungen wie die Einführung neuer technischer Arbeitsmethoden oder Fertigungsverfahren 
  • Stilllegung des Betriebs oder eines Betriebsteils
  • Fremdvergabe von Arbeiten 

Personalbedingt wäre folgendes:

  • lang dauernde Krankheiten, die den Mitarbeiter für länger als 1½ Jahre arbeitsunfähig machen oder häufige Kurzerkrankungen, die insgesamt einen Zeitraum von 6 Wochen pro Jahr überschreiten 
  • Verlust der Fahrerlaubnis, wenn diese für die Tätigkeit (z. B. als Lkw- oder Busfahrer) benötigt wird und der Mitarbeiter im Unternehmen währenddessen nicht anderweitig im Betrieb beschäftigt werden kann 
  • Verbüßen einer Freiheitsstrafe, die den Mitarbeiter auf Dauer daran hindert, seine vertraglich geschuldeten Arbeitsleistungen zu erbringen

Verhaltensbedingt kenne ich folgende Beispiele:

  • Verstoß gegen eine betriebliches oder gesetzliches Alkoholverbot, sofern der Mitarbeiter nicht alkoholkrank ist
  • Unentschuldigtes Fehlen
  • Verweigerung arbeitsvertraglich geschuldeter Leistungen 
  • häufige Unpünktlichkeit, die die betrieblichen Abläufe stört
  • Verrat von Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen
  • unerlaubte Nebentätigkeit
  • ausländerfeindliche, rechtsradikale oder rassistische Meinungsäußerung, die eine ausländerfeindliche Stimmung im Betrieb erzeugen oder verstärken können
  • Beleidigung des Arbeitgebers in seiner Anwesenheit
  • Mobbing und Diskriminierung von Betriebsangehörigen
  • sexuelle Belästigung von Betriebsangehörigen, die im Sinne des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) ebenfalls eine Diskriminierung darstellt
  • private Internetnutzung oder private Telefonate am Arbeitsplatz, die – auch wenn sie genehmigt ist – ein solches Ausmaß erreicht, dass sie der Arbeitgeber nicht dulden muss (Urteil des BAG 2007)

Und dann natürlich noch die außerordentlichen Kündigungsgründe:

  • Alkoholmissbrauch in Tätigkeiten (z. B. als Lkw-Fahrer, Bauarbeiter, Arzt), die Gefahren für Dritte mit sich bringen, wenn sie alkoholisiert ausgeführt werden
  • Androhung einer Krankmeldung, wenn der Arbeitgeber keinen Urlaub bewilligt
  • Annahme von Schmiergeld oder sonstigen Zuwendungen
  • Diebstahl betrieblichen Eigentums oder Vermögens
  • Vortäuschen von Arbeitsunfähigkeit, um einer Nebenbeschäftigung nachzugehen

Hier findest du nach ein paar mehr: https://arbeits-abc.de/50-kuendigungsgruende-im-arbeitsrecht/

Veruntreuung von Firmenvermögen, Geheimnisverrat, Arbeitszeitbetrug, Beleidigung von Vorgesetzten, Anwendung körperlicher Gewalt gegen Menschen.

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Das wären allerdings nur die schwerwiegenden Gründe für eine fristlose Kündigung, die immer auf ein grobes Fehlverhalten eines Mitarbeiters zurückgeführt werden müssen.

Aber es gibt ja auch noch viele andere Gründe, die eine ordentliche Kündigung durch den Arbeitgeber rechtfertigen. Das können dann auch nachvollziehbare betriebliche Gründe sein, aber natürlich auch aus dem persönlichen (Fehl-) Verhalten resultieren.  Dann sind die Kündigungsfristen je nach Dauer der Betriebszugehörigkeit ganz unterschiedlich lang. Bei Erhalt einer Kündigung ist in der Regel eine juristische Beratung anzuraten, weil auch möglicherweise Abfindungen vom Arbeitgeber zu zahlen sind. Wenn keine Gründe für eine fristlose Kündigung vorliegen, sollte man auf keinen Fall der Auflösung eines Arbeitsvertrages im gegenseitigem Einvernehmen zustimmen. Das bringt ggf. erhebliche Nachteile in der weiteren Folge bei der Beantragung von Arbeitslosengeld wegen möglicher Sperrzeiten.

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Für eine fristgerechte Kündigung kann aus jedem Grund gekündigt werden. Ich bin mir nicht einmal sicher ob der Grund überhaupt genannt werden muss.

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Ein Grund für eine Kündigung muss immer genannt werden, sonst wird sie nicht rechtswirksam. Nur Freiwild ist man als Arbeitnehmer heute auch nicht, man muss seine Rechte allerdings auch wahrnehmen und hier handeln viele Arbeitnehmer leider oft in Unkenntnis, die von Arbeitgebern auch regelmäßig schamlos ausgenutzt wird.

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@Hacklberg

Vor allem bei Kleinbetrieben muss der Kündigungsgrund nicht angegeben werden. Der Arbeitnehmer hat aber ein berechtigtes Interesse daran und kann dies auch einklagen.

Falls ich falsch liege, könntest du mir eine entsprechende Quelle angeben die besagt, wie es gesetzlich geregelt ist?

Danke

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@Hacklberg

@ Hacklberg:

Ein Grund für eine Kündigung muss immer genannt werden, sonst wird sie nicht rechtswirksam.

Das ist schlicht und einfach falsch.

Die Wirksamkeit einer Kündigung hängt nicht von der Mitteilung des Kündigungsgrundes ab; den muss der Arbeitgeber nur im Kündigungsschutzprozess mitteilen.

Lediglich bei einer außerordentlichen/fristlosen Kündigung muss der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer den Kündigungsgrund auf Verlangen unverzüglich schriftlich mitteilen.

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