Was sind eurer Meinung nach positive, und was sind negative Aspekte des Feminismus? Was müsste sich eurer Meinung nach an der Bewegung ändern?

Das Ergebnis basiert auf 42 Abstimmungen

Feminismus ist völliger Schwachsinn 36%
Kann mich ganz damit Identifizieren 21%
Kann mich teilweise damit identifizieren 21%
Haben gute Ansätze, setzen sie aber falsch um 19%
Haben die Falschen Beweggründe, ist jedoch wichtig 2%

18 Antworten

Haben gute Ansätze, setzen sie aber falsch um

Wo genau ist der Unterschied zwischen der letzten und vorletzten Antwortmöglichkeit?
Mein Eindruck ist, dass sich einige (bekannte, selbstvermarktende) Feministen mit Luxusproblemen der ersten Welt auseinandersetzen und vor allem Forderungen nach Selbstzensur in der breiten Bevölkerung stellen oder im Namen großer Gruppen Forderungen stellen oder so etwas wie Mitleid fordern, wobei gar nicht alle oder die Mehrheit der Gruppenmitglieder sich mit diesen Forderungen/ Ansichten identifiziert.

ich fühle mich im Alltag nicht von Männern diskriminiert. Das bedeutet nicht, dass ich NIE Probleme mit Männern hätte, nur habe ich nicht das Gefühl, im normalen Alltag Nachteile aufgrund meines Geschlechtes zu haben.

Oft werden eben auch Probleme konstruiert oder hervorgehoben, die einige Menschen betreffen, aber im Vergleich zu anderen Menschen, sehr oft stark benachteiligten Menschen wie Einwohnern der Dritten Welt, sehr armen Menschen, Missbrauchsopfern, Misshandlungsopfern etc. doch eher in die Kategorie Luxusprobleme fallen könnten.

Ich habe das Gefühl, immer mehr Gruppen sollen sich benachteiligt fühlen, damit Feministen und Aktivisten etwas zu tun haben. Nach "den Frauen" wird jetzt "white feminism" konstruiert und plötzlich ist die Frau per se Opfer, aber die weiße Frau tendenziell auch Täterin während die nichtweiße Frau grundsätzlich immer Opfer ist. Dabei wird nicht bedacht, dass es z.B. misshandelte, arme weiße Frauen gibt und nichtweiße Frauen mit Geld in Machtpositionen, die deutlich besser dran sind. Diese feinen Unterschiede, die im Einzelfall natürlich genau umgekehrt sein können, werden unter den Tisch gekehrt.

Mein Eindruck ist, dass hier oft von heheren Positionen aus über Probleme diskutiert wird, die potenziell einige Menschen betreffen, während Probleme, die real sehr viele Menschen betreffen (Armut, Missbrauch, Misshandlung, Machtmissbrauch in der Arbeitswelt, aber eben auch Probleme, die z.B., in Entwicklungsländern und ggf. an anderen Stellen bestimmte Frauen betreffen wie Genitalverstümmelung, Frauen als Menschen zweiter Klasse usw.) gar nicht oder seltener besprochen werden, weil sie nicht so ein Prestige in den Medien bekommen wie die Alternative.

Ich glaube persönlich nicht, dass es vielen Menschen deutlich besser geht, wenn die Mehrheit, die mit ganz eigenen Problemen befasst ist, ihre Sprache ändert, gendert etc. Ich denke nicht, dass viele Frauen in Deutschland sich ernsthaft unwohl oder übergangen fühlen, wenn auf dem Behördenbrief "lieber Kunde" oder so steht (statt Kundin). Oder wenn jemand sich ernsthaft als genderfluid etc. versteht, dass diese Person dann ernsthaft traurig/ enttäuscht ist, wenn sie als Kunde/ Kundin und nicht als Kund*e oder wie auch immer angesprochen wird.

Ich denke, mit solchen Aktionen vergrault man sich eher die breite Masse, die dann für ernsthafte, echte Probleme und echte Diskriminierung auch nicht mehr aufnahmefähig ist!

Kann mich teilweise damit identifizieren

Der Feminismus war eine Bewegung, die für Gleichheit unter den den Geschlechtern sorgen sollte. Da die Frau sehr viele Nachteile gegenüber dem Mann hatte, wurde sich stark darauf konzentriert, den Frauen mehr Rechte einzuräumen. Daher auch der Name Feminismus und nicht Egalismus oder so.

Das, was der Feminismus geleistet hat, finde ich richtig und wichtig. Mein Aber bezieht sich darauf, dass es an manchen Stellen übertrieben wird (Bevorteilung der Frau) und dass kaum jemand sich traut, zu sagen, dass etwas ungerecht den Männern gegenüber ist. Die Männer müssen es ertragen. Ein Mann, der für die Männer spricht, macht sich damit lächerlich.

Dass die arme, unterdrückte Frau persé recht hat, ist ein Problem, wie ich finde.

Immer noch herrscht das Bild einer Feministin als Kampflesbe, die die Geschlechter spaltet, anstelle zu versöhnen. Das Bild zeigt eine Frau, die sich das krallt, was ihr zusteht und die Männer haben schön still zu halten, nach allem, was sie ihr historisch betrachtet angetan haben.

Ich wünsche mir von einem modernen Feminismus Versöhnung und dass man sich gegenseitig zuhört.

Kann mich teilweise damit identifizieren

Feminismus 1950: "Wir wollen gleiche Rechte wie die Männer haben, es kann und darf nicht sein dass wir mehr oder weniger deren Eigentum sind und uns alle Möglichen Jobs vorenthalten bleiben. Wir wollen vom Gesetzgeber gleich behandelt werden und nicht wie Menschen zweiter Klasse."

Feminismus 2020: "So, die Bundeshymne wurde verunstaltet, die Texte wurden alle durch gendern verhunzt, das Geld des Steuerzahlers wurde zu Millionen von Euros für Blödsinn verbrannt, durch Frauenquoten benachteiligen wir erfolgreich die Männer, was könnten wir noch machen?.... In der technischen Universität sind nur 10% Mädchen unter allen dortigen Studenten, das ist der ultimative Beweis dafür dass Frauen noch immer unterdrückt werden. da müssen wir gleich mal forderungen stellen dass es für Frauen dort keine Aufnahmeprüfungen gibt und dass diese bei Prüfungen noten geschenkt kriegen. "

Der moderne Feminismus kennt genau zwei Facetten, da ist einmal die "wir sind stark und unabhängig und brauchen keine Männer und sind besser als diese" und dann gibt es noch die "wir sind Frauen wir sind so schwach und werden unterdrückt, daher fordern wir jetzt dass....."

Es wird immer die benutzt die gerade passt. Nebenbei fleißig gegen Männer hetzen und diese pauschal als Lüstlinge oder besser noch potentielle Vergewaltiger hinstellen.

Haben die Falschen Beweggründe, ist jedoch wichtig

War mal enorm wichtig. Ich verdanke es dem Feminismus, dass ich heute wählen darf, mir eine eigene Wohnung suchen, studieren, arbeiten wie ich will, ohne das ich jemals irgendeine Erlaubnis eines Mannes dafür bräuchte.

Aber: es gäbe auch heute noch Baustellen - etwa sowas wie die Lohnungleichheit - auch wenn das nicht selten die eigene Schuld der Frauen ist. Sowas wären noch wichtige Dinge, aber: um sowas kümmern sich ja die wenigstens Feministen heute noch...

Stattdessen werden weitere Ungleichbehandlungen etabliert. Werden Frauen bevorzugt (und mit positiver Diskriminierung macht man jahrelange negative nicht besser!!!). Ich bin eine Frau - aber sollte ich jemals erfahren, dass ich eingestellt werde, weil ich eine Frau bin und nicht, weil man mich für geeignet hält, werde ich zu tiefst beleidigt sein - dieser Mist muss weg. PUNKT.

Auch eine geschlechtsabwechselnde Wahlliste (per Gesetz in einem Bundesland!) zum Beispiel ist massive Diskriminierung wegen des Geschlechts - bei sowas sollte es nämlich auf Kompetenz ankommen, nicht darauf ob jemand einen BH trägt oder ihm was zwischen den Beinen baumelt.

Ein weiterer Punkt für den sich auch Feministen mit verantwortlich zeigen ist diese unsägliche Verhuntzung unserer Sprache - genannt "gendermainstreaming" - da kriege ich das Kalte Grausen und ernsthafte Wutanfälle, bei den Auswüchsen hier...

Ich bin, wie gesagt, den frühen Feministen unglaublich dankbar - die waren wichtig - das heute, was man auch mitbekommt, ist im Wesentlichen bestenfalls unsinnig, schlimmstenfalls massiv in die falsche Richtung.

etwa sowas wie die Lohnungleichheit - auch wenn das nicht selten die eigene Schuld der Frauen ist

Frauen sind also selber schuld, wenn sie für gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden?

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@Bitterkraut

Zum Teil ja. Denn das ist auch immer Verhandlungssache. Wenn Frauen sich also nicht trauen zu verhandeln, oder ihren Arbeitswert selber geringer ansetzen - sind SIE SELBER SCHULD, ja - und da bilde ich auch keine Ausnahme.

Dass es nicht in allen Fällen so ist, habe ich ja wohl auch klar und deutlich dazu geschrieben.

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@1924eagle123

Was so auch nicht stimmt. Denn es gibt durchaus auch Vergleiche, bei denen es um die absolut gleichen Jobs geht und Frauen weniger verdienen als Männer.

Bei diesem Thema muss man sehr stark unterscheiden zwischen Gesamtdurchschnitt und Durchschnitt bei einzelnen Berufen.

Da liegt der Fehler, den du hier gerade machst. Bitterkraut redet von "wenn sie für gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden" du redest davon: "Frauen im Durchschnitt weniger Geld bekommen, weil sie auch öfter Arbeiten übernehmen, die weniger Gehalt generell generieren = unterschiedliche Arbeit". Da solltest du drauf aufpassen.

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Weiß nicht wo ich mich zuordnen sollte. Ich bin definitiv für eine Gleichberechtigung, aber es gibt diverse Dinge, die Männer einfach besser können und Dinge die Frauen besser können, sei es nun körperliche Arbeit oder geistige Arbeit.

Ein Bauarbeiter der die 20 kg Zementsäcke tragen kann/muss sollte besser entlohnt werden, als eine Frau die diese 20 Kg Zementsäcke nicht bewegen kann. Ja es gibt Ausnahmen, aber die Regel sieht anders aus.

Bei geistiger Arbeit sollte gleiche Entlohnung geben, weil es hier keinen körperlichen Nach- oder Vorteil gibt.

Was mich eher stört ist diese Doppelmoral und wenn man weniger Qualifikationen wie ein Mann vorzeigen kann, dies dann damit zu begründen, man sei eine Frau deswegen hat man den Job nicht bekommen.

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