Was sind eure größten Herausforderungen in der Softwareentwicklung?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich bin auch Softwareentwickler mit Leidenschaft. Teilweise ist das wörtlich gemeint, ich leide da durchaus dran. Weniger an der Arbeit selbst - die macht immer noch Spaß - als an der Zusammen-Arbeit. :-(

Ich war sogar auch mal selbstständiger Entwickler, mittlerweile aber nicht mehr, bin jetzt angestellt.

Anfangs war meine Arbeit durch extreme Vielseitigkeit geprägt. Ich habe alles mal selbst gemacht, vom "Vertrieb" (naja) übers Konzipieren über das eigentliche Proggen, das Manual, den Service und selbst den Versand (damals noch Disketten).

Die ersten Jahrzehnte hat in den Firmen, für die und in denen ich gearbeitet habe, außer mir keiner was von Softwareentwicklung verstanden. Die Vertriebler konnten nur ungefähr sagen, was sie wollten, und ich hab es dann selbst konzipiert und programmiert. Ich bin auch noch selbst mit beim Kunden gewesen, habe installiert, in Betrieb genommen, geschult und habe Service gemacht.

Davon ist mittlerweile fast nur noch das Proggen übrig geblieben, da im Laufe der Zeit "die anderen" aufgeholt haben und auch was von Programmieren verstehen :-) . Ich habe einen "Product Owner" vorgesetzt bekommen, der mir selbst in die Codes noch reinredet ("Code Review"). Ich degeneriere zum Programmierknecht, so empfinde ich es. Wie das Produkt in der Praxis eingesetzt wird, davon bekomme ich schon lange nichts mehr mit bzw. nur noch um drei Ecken.

Früher habe ich beim Programmieren auch mal "nach rechts oder links" gucken können und vielleicht Features implementiert, oder Machbarkeits-Unterprojekte angefangen, die im Moment noch nicht gebraucht wurden und die sich erst später ausgezahlt haben. Jetzt darf ich nur noch "streng nach Ticket" proggen, alles muss abgesprochen sein. Dafür diskutieren und bürokratisieren (z.B. Testpläne) wir aber derart viel, dass dafür garantiert ähnlich viel Zeit draufgeht, als wenn ich nicht so streng an die Kandarre genommen werde und aber eben auch mehr echte Programmierzeit aufschreiben kann.

Hope it helps.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wow, vielen Dank für die ausführlichen Antworten 🙏🏼Das hilft mir schon sehr gut.

Mittlerweile ist der Softwareentwicklungsprozess optimierter, strukturierter und gleichzeitig in ein recht starreres Konstrukt gepackt. Vor allem, wenn du tatsächlich die Anfänge mit erlebt hast, ist das eine Umgewöhnung. Ich kenne es auch noch so, wie du es beschreibst, nur ohne Disketten ;)

Ein Product Owner, der in deine Code Reviews reinredet ist da aber ein Fail der agilen Softwareentwicklung. Der PO hat dort nichts zu suchen, auch wenn er mal Entwickler war und die Rolle übernommen hat.

Ich verstehe deine Punkte und kann sie voll nachempfinden. Vor allem das lange diskutieren ist dabei eine "Gefahr", die nicht unterschätzt werden sollte. Manchmal ist "einfach mal machen" besser, als den bürokratisierten Weg zu gehen.

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@lxndrlh

Naja, Du hast da wohl einen Nerv bei mir getroffen. Mir geht derzeit einiges zu dem Thema im Kopf rum und da war es eine schöne Gelegenheit, sich mal auszulassen, auch wenn es nicht wirklich passt, da ich ja nicht selbstständig bin.

Der Product Owner ist gleichzeitig auch Scrum Master, von daher ist es wohl ok. Wir sind nur ein kleines Team.

Was das Diskutieren angeht, hat dieser PO/SM m.E. aber irgendwie einen blinden Fleck. Natürlich ist es gut, alles mal durchzusprechen, aber man kann es auch übertreiben. Es hat ja keinen Selbstzweck.

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Meine größte Herausforderung : die Kommentare von den Teammitgliedern zu entziffern

Hallo, vielen Dank für deine schnelle Antwort. Welche Kommentare meinst du da genau? Die im Code, in den Codereviews, oder an den Tickets?

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@lxndrlh

Grundsätzlich wenn einer denkt , die anderen können die Gedanken des anderen 1:1 perfekt interpretieren und dann macht man da etwas hin was man nur selbst versteht

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@PlMMELBESITZER

Der Klassiker also :) Arbeitest du denn in einem agilen Umfeld? Wie löst ihr dieses Problem bei euch im Team?

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