was sind die weltanschauungen über den tod?

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11 Antworten

Es gibt ganz viele Ideen zu dem Thema. Du müsstest du Frage auch etwas besser fomulieren. Möchtest du wissen, wie in den Vorstellungen der einzelnen Religionen der Vorgang des Todes, der Zustand der Toten oder ein eventuelles Weiterleben aussieht?

Was den Zustand des Todes betrifft:

  1. Die Bibel sagt, mit dem Tod ist alles vorbei. Tod = Nichtexistenz. Gott kann allerdings aus seinem Gedächtnis heraus (symbolisch als Buch des Lebens benannt) Existenz wieder neu schaffen. Bei der Jesus Geschichte ist das ganz gut zu interpretieren, da nach der Auferstehung Jesus in einem anderen Leib neu erscheint (sie hielten ihn zuerst für den Gärtner und erkannten ihn nur an seinen Worten (Was wiederum eine schöne Ausrede ist, um nicht die widersprüche zugeben zu müssen - aber das ist ein anderes Thema))

  2. Die Christenheit lehrt, dass mit dem Tod der Körper stirbt und zu Staub wird, während eine "Seele" unsterblich weiterlebt und entweder in Himmel oder Hölle eingeht. Diese Lehre entspringt der römischen Mythologie (die wiederum von den Griechen abgeschaut wurde). Obwohl weder die unsterbliche Seele oder die Hölle in der Bibel erwähnt finden, hält sich dieses Dogma weiterhin in den Kirchen.

  3. Im Islam ist es ähnlich: Said Nursi: „Der Tod ist keine Hinrichtung, er ist nicht das Nichts und auch kein Aufhören oder Verenden und kein Erlöschen. Er ist keine ewige Trennung, kein Nichtsein und weder Zufall noch das Verschwinden eines handelnden Subjektes. Der Tod ist vielmehr eine Entlassung von Seiten eines Tätigen-Barmherzig-Weisen und ein Ortswechsel. Er ist eine Reise in die ewige Glückseligkeit und zur ursprünglichen Heimat und auch ein Tor des Zusammenkommens mit neunundneunzig Prozent aller Freunde“. Nach der Islamischen Lehre ist die Seele unsterblich. Das heißt, beim Tod sterbe nur der Körper, was nichts weiter als das Verlassen eines alt gewordenen Nestes bedeute.

  4. Im alten Judentum stellte man sich vor, dass der Mensch nach seinem Tod in eine Schattenwelt, die Scheol (שאול), eingehe und dort fern von Gott weiter lebe. Dieses Leben sei jedoch kein wirkliches Leben. Für einen frommen Juden ist es daher besonders wichtig, in seinen Nachkommen weiterzuleben.

Erst im Buch Daniel, vermutlich einem der jüngsten Bücher des Tanach, finden sich Hinweise auf ein „ewiges Leben“ bei Gott: „Viele, die unter der Erde schlafen liegen, werden aufwachen, die einen zum ewigen Leben, die andern zu ewiger Schmach und Schande“ (Dan 12,2).

Der Glaube an ein Leben nach dem Tod war in der letzten Zeit vor der letzten Tempelzerstörung (2. jüdischer Tempel) im Jahr 70 unter den jüdischen Gelehrten umstritten. Heute ist die Überzeugung, dass es eine Auferstehung der Toten gebe, im Judentum üblich. Insbesondere im orthodoxen Judentum gibt es auch die Vorstellung einer Reinkarnation.

  1. Von Buddha Siddhartha Gautama ist die Lehre einer aus dem Hinduismus übernommenen Kette von Wiedergeburten (durch bedingtes Entstehen) überliefert. Sie bedeute Leid, das erst am Ende dieser Kette in einem Zustand der Nicht-Existenz ende: jeder Mensch werde zunächst immer wieder in diese Welt geboren, da er sich ohne Erleuchtung nicht von seinem Lebensdurst lösen könne. Da Leben notwendigerweise auch Leiden bedeute, ist es das Ziel eines Buddhisten, emotionale Bindungen an die Welt zu überwinden und nicht an Leidenschaften gefesselt zu sein. So könne das Nirwana, das Ende der Wiedergeburten, erlangt werden. Buddha hat es der Überlieferung gemäß abgelehnt, über ein Leben nach dem Tod zu sprechen, weil es nicht zum Loslassen und zum inneren Frieden führe, sich mit dieser Frage zu beschäftigen

Das sind nur ein paar der gängigsten Ideen dazu.

Da gibt es ganz Verschiedene - und: letztendlich ist das zu einem ganz wesentlichen Teil eine Interpretationsfrage. Die Texte und Schriften der Religionen sind Gleichnisse, eine Abbildung der Wirklichkeit, die man nicht nur getrennt voneinander sehen / verstehen kann, sondern die dann im Zusammenhang und größeren Kontext wieder einen anderen, erweiterten, tieferen Sinn ergeben.

Es ist wie mit einem Buch, das man ein zweites mal liest und wieder neues entdeckt und versteht. Dadurch erweitert sich das Blickfeld und vieles erscheint in neuem Licht. Wenn es keinen Tod gäbe, dann auch kein Leben, weil der Tod genau das Gegenstück vom Leben ist - und doch gehört er dazu; weil, wenn man die Gegensatzpaare Leben und Tod mal aus größerer Distanz zusammen betrachtet, sieht man, dass wenn eine Pflanze eingeht, sie wieder zu Erde wird und Grundlage für neue Pflanzen ist. Wenn ein Tier stirbt (bzw. erbeutet wird), es Nahrung für andere Tiere ist und somit Leben fördert.

Wenn ein Mensch stirbt, so sind es doch die Erinnerungen, die Werke und Taten, die in anderen Menschen und der Welt weiterleben. Wenn eine Kultur untergeht, so ist wieder Platz und Freiraum für eine Neue. Wenn ein Haus abgerissen wird, so kann auch hier wieder neues gebaut werden.

Es ist alles im stetigen Wandel inbegriffen: von der Geburt, über das Wachsen und die Entwicklung bis hin zum Tod; von der Idee über die Verwirklichung bis zum Ableben und wieder "Einäscherung", was da geschaffen wurde.

Das geht über individuelle Grenzen hinaus, denn der Tod der einen Sache begünstigt das Leben der anderen Sache. Eine der interessantesten Fragen ist: wenn ein Mensch physisch stirbt, ob dann seine Seele - und wenn ja, wie - weiterexistiert. Also nicht nur in Form von Erinnerungen und Erschaffenem, was über seinen Tod hinaus fort besteht, sondern auch in Form einer eigenen Individualität, eine Art Seelenindividualität. Vielleicht ist das aber auch die völlige Auflösung dieses Ich's, dass sich nun ganz selbst aufgibt und mit dem Großen Ganzen Eins wird.

philosophische Grüße, August

Sehr einfach: entweder da ist was, oder eben nicht. Über das Was gehen die Meinungen auseinander.

Es gibt etwas nach dem Tod (Paradies, Walhall, Nirvana was auch immer) oder der Mensch ist nur ein irdisches/ biologisches Wesen und es gibt nichts nach dem Tod. Gibt auch die Agnostiker die sagen, das sie es natürlich nicht wissen können.

Shraft 15.03.2012, 00:29

Falsch das Nirvana ist das genaue Gegenteil, es ist die Erlösung vor der ewigen Reinkarnation, die komplette Negierung jeglichen Seins.

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flamender 15.03.2012, 00:41
@Shraft

Stimmt, hab ich fälschlicherweise dazugepackt.

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NinetiesResult 15.03.2012, 00:59

Nur mal so, dein Profilbild hat Style! ^^

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Wessen Weltanschauungen denn? Es hat doch jede(r) eine andere, jede(r) seine eigene.

"Wir brauchen den Tod nicht zu fürchten, weil der Tod die größte Belohnung des Lebens ist." - Ren Höek

Musst du bei den einzelnen Religionen nachschauen. Bei manchen ist es "Klappe zu,Affe tot", andere warten auf dass Paradies, die dritten gar bieten mehrere Möglichkeiten an.

Die Bibel sagt, mit dem Tod sind wir tot, aus dem Dasein ausgelöscht. Es exstiert nichts von uns weiter, da wir keine unsterbliche Seele haben. Heidnische Religionen glauben an die Unsterblichkeit der Seele, die kath. Kirche auch. Die Bibel verheißt eine Auferstehung der Toten am jüngsten Tag durch Jesus Christus. Bis dahin schlafen die Toten sozusagen einen traumlosen Schlaf, wo sie ohne Bewußtsein sind. Sie können den Lebenden werden nutzen noch schaden.

JensPeter 15.03.2012, 09:29

Stimmt, Tiefgang! Hier der biblische Nachweis:

(1. Mose 3:19) . . .denn aus ihm wurdest du genommen. Denn Staub bist du, und zum Staub wirst du zurückkehren.“

(Prediger 3:18-20) 18 Ich, ja ich, habe in meinem Herzen in Hinsicht auf die Menschensöhne gesagt, daß der [wahre] Gott sie auslesen wird, damit sie sehen können, daß sie an sich Tiere sind. 19 Denn es gibt eine Zufälligkeit hinsichtlich der Menschensöhne und eine Zufälligkeit hinsichtlich des Tieres, und dieselbe Zufälligkeit trifft sie. Wie der eine stirbt, so stirbt der andere; und sie alle haben nur e i n e n Geist, so daß es keine Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier gibt, denn alles ist Nichtigkeit. 20 Alle gehen an e i n e n Ort. Sie alle sind aus dem Staub geworden, und sie alle kehren zum Staub zurück.

(Prediger 9:10) 10 Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl, dem Ort, wohin du gehst.

(Johannes 6:40) 40 Denn dies ist der Wille meines Vaters, daß jeder, der den Sohn sieht und Glauben an ihn ausübt, ewiges Leben habe, und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.“

(Johannes 6:44) 44 Niemand kann zu mir kommen, es sei denn, der Vater, der mich gesandt hat, ziehe ihn; und ich will ihn am letzten Tag zur Auferstehung bringen.

LG

JensPeter

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garwain 15.03.2012, 11:29
@JensPeter

Was die Aussage der Bibel betrifft, hast du vollkommen recht. Die Christenheit lehrt da etwas anderes, aber die hält sich sowieso nicht nach der Bibel. Aber das macht keine organisierte Religion oder Sekte, zumindest kenne ich keine die das tut.

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es gibt tausende dazu. die wichtigsten sind wohl:

  1. nach dem tod ist nichts.

  2. nach dem tod gibts ein jenseits z.b. himmel

  3. nach dem tod wird die seele in einem neuen körper wiedergeboren

"Die Weltanschauungen"? ALLE??

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