Was sind die Vor-und Nachteile eines Energiesparhauses und wie ist es aufgebaut?

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3 Antworten

Energiesparhaus ist ein weiter Begriff. Ich baue in den letzten Jahren fast nur noch Passivhäuser, die ab 2021 Pflicht werden bei privaten Bauvorhaben; öffentliche Gebäude bereits ab 2019. Also wenn du dir jetzt noch ein KFW 70 Haus baust dann ist das - für meine Begriffe - so als wenn du dir heute noch einen Röhrenfernseher kaufst.

Das Problem mit dem Begriff "Energiesparhaus" ist erstmal, daß der nicht wirklich definiert ist und damit Bauträger, Firmen u.ä. hausieren gehen, ohne daß man genau weiß, was wirklich dahintersteckt. Was heutiger gesetzlicher Standart für einen Neubau ist, hätte vor 10 jahren noch als Super-Duper-Energiesparhaus gegolten... Woran man sich halten kann ist die Definition, die von der KfW benutzt wird, da gibt es KfW70, KfW55 u.s.w. . KfW70 bedeutet, daß des neue Gebäude nur 70% des Primärenergiebedarfs eines gesetzlichen Neubaus erreichen darf. Und da sind wir schon beim nächsten Begriff : Primärenergiebedarf, denn auf diesen kommt es an. Hier wird - grob gesagt - der regenerativen Energiequelle (Wärmepumpe, solar, Holzpellets u.ä.) ein günstigerer Faktor zugestanden als Energie aus fossilen Brennstoffen. Natürlich muß ein "Energiesparhaus" auch bessere Dämmung besitzen als nach gesetzlichen Vorgaben erforderlich, hier ist aber das Problem das der Gesetzgeber bereits relativ strenge Forderungen aufstellt, die dann noch unterboten werden wollen. Wenn man z.b. statt 12cm Dämmung 24 cm aufbringen würde, so verdoppelt man die Dämmung, das bedeutet aber nicht, daß die Heizleistung halbiert wird, sondern der Wärmebedarf sinkt um (beispielsweise-je nach Ausführung) ca. 10%. Die Mehrkosten für die Erstellung eines "Energiesparhauses" lassen sich in der heutigen Zeit auf Grund des hohen gesetzlichen Standarts von Neubauten kaum durch Einsparungen bei den Heizkosten reinholen, letztlich wird das eine ideelle und keine finanzielle Frage.

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