Was sind die grundsätzlichen Unterschiede der 4 Evangelien?

6 Antworten

Das findest Du in Hesekiel und in Offenbarung. Dort werden die 4 Wesen beschrieben, die auf die 4 Evangelien hinschrieben als Zeugen des Lebens Jesu auf der Erde.

https://www.bibelkommentare.de/index.php?page=dict&article_id=422

  • Matthäus beschreibt Jesus als den König (darum z.B. die Anbetung der Sterndeuter) = Löwe als König der Tiere
  • Markus als den Stier (Opfertier), darum keinerlei Hinweis auf die Geburt, sondern nur auf das Wirken und Sterben
  • Lukas als den perfekten Menschen (Kap 2 die Menschwerdung ud die Bekanntmachung bei den Menschen)
  • Johannes als den Sohn Gottes = Gott als den, der vom Himmel herabkopmmt (Bild: Adler), darum: Das Wort war Gott und es wurde Fleisch.

Die grundsätzlichen Unterschiede, sofern man dabei überhaupt von solchen reden will, da alle über das Leben Jesu Christi berichten, sind:

Die 4 Evangelien wurden von 4 verschiedenen Berichterstattern - Matthäus, Markus, Lukas und Johannes geschrieben.

Jeder Evangelist beschreibt das Leben von Jesus Christus aus einer anderen Perspektive und setzt andere Schwerpunkte. Ohne sich darüber abgestimmt zu haben, entsteht dadurch ein besonders facettenreiches Bild vom Leben Jesu Christi.

Darüber hinaus kann man mit weiteren Unterschieden der Schreiber und der der 4 Evangelien noch ganze Seiten füllen. Dies würde hier allerdings den Rahmen sprengen. Bei tieferem Interesse solltest du dafür ein Bibellexikon zu Rate ziehen.

die haben alle einen gemeinsamen roten Faden, die synoptischen gleichen sich sehr, weiß nicht ob es zwei oder drei Evangelien sind.

Johannes ist der einzige Augenzeuge, er zählt nicht zu den synoptischen, die sich vermutlich alle au die gleiche unbekannt gebliebene Quelle beziehen.

danke für die schnelle antwort 😊

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Matthäus und Markus sind auch Augenzeugen.

Lukas hat ganz bewußt und gezielt Augenzeugen befragt, weil er mit der bisherigen Berichterstattung nicht zufrieden war.

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@Hooks

hooks, das Matthäus-Ev. wurde um 80 n.Chr. verfasst, die Urheberschaft des Apostels Matthäus (Zöllner) ist faktisch ausgeschlossen, auf jeden Fall wurde dieses Evangelium vom Markus-Ev. beeinflusst, das etwas eher (um 70 n.Chr.) entstand. Aber auch die Urheberschaft des Markus ist umstritten. Markus lebte zu Zeiten des Paulus und war zeitweise mit diesem auf Missionierung unterwegs.

Wofür sollen diese beiden denn "Augenzeugen" gewesen sein?

Lukas (auch dessen Urheberschaft für das nach ihm benannte Evangelium ist nicht erwiesen) behauptet, die "Vorgänge" lückenlos dargestellt und sorgfältig" aufgearbeitet zu haben.

Das behaupten alle Schreiberlinge!

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@666Phoenix

Der Apostel Johannes war bei Jesus Kreuzigung Anfang zwanzig, wenn er das  im Jahre 70 geschrieben hat, war er Anfang 60 ...in biblischen Zeiten gab es durchaus alte Menschen...Ramses wurde 90

Hast du in der Antike die 30 erreicht hast du alle Krankheiten überlebt, warst sehr zäh und hattest eine sehr gute Konstitution die Wahrscheinlichkeit 90 zu werden war viel höher als heute... sofern kein Schwerthieb dich ableben ließ oder du an ein Kreuz geschlagen wurdest.

Alle Apostel erreichten Renten fähiges Alter....

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Hallo,

grundsätzlich ist bei den biblischen Evangelien zwischen den drei synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) einerseits und dem Johannesevangelium andererseits zu unterscheiden.

Die drei synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus und Lukas) sind literarisch voneinander abhängig. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Matthäus und Lukas eine Version des Markusevangeliums als Quelle für ihre Evangelien benutzt haben. Das ist zumindest ein weitgehender Konsens in der religionsgeschichtlichen und literaturwissenschaftlichen Forschung (es gibt ein paar Leute die das anders sehen - die haben es aber bisher nicht geschafft, ihre Meinungen am Bibeltext zu belegen).

Das Johannesevangelium vertritt hingegen eine eigenständige Tradition. Daher bemerkt man beim lesen der ersten drei Evangelien viele Gemeinsamkeiten, während es mit dem Johannesevangelium nur wenig Überschneidungen gibt.

1. Die synoptischen Evangelien

1.1. Markus

  • Abfassung wird um 70 n. Chr. gewesen sein (manche Leute datieren es früher, ist aber meines Erachtens nicht haltbar). Es ist das kürzeste und älteste biblische Evangelium.
  • Sprache: von allen 4 Evangelien das schlechteste Griechisch, viele Grammatikfehler. Enthält einige Latinismen.
  • Jüdische Bräuche werden häufig erklärt. Das lässt vermuten, dass das Evangelium für Leute geschrieben ist, welche selbst keine Jüdinnen bzw. Juden waren.
  • Inhaltlich zieht sich unter Anderem die Frage durch, wer Jesus in Wirklichkeit ist. Dabei kommt immer wieder das Motiv vor, dass die Leute (auch die Jünger Jesu) nicht verstehen, wer er ist.

1.2 Matthäus

  • Abfassung kann zwischen 75 und 100 n. Chr. gewesen sein (gibt natürlich auch eine Minderheit, die das anders sieht).
  • Das Matthäusevangelium enthält eine Erzählung von der Geburt Jesu (Weihnachtsgeschichte).
  • Charakteristisch für das Matthäusevangelium ist, dass die Lehre Jesu dort in 5 großen Reden dargestellt wird.
  • Im Matthäusevangelium geht es deutlich darum, auf dem Hintergrund alttestamentlicher und frühjüdischer Messiaserwartungen zu zeigen, dass Jesus der Messias (Sohn Davids, Sohn Gottes, Menschensohn) ist. Das zeigt sich unter Anderem an den vielen Zitaten aus dem Alten Testament (Reflexionszitate). Überhaupt steht das Matthäusevangelium von den 4 biblischen Evangelium dem Judentum am nächsten.
  • Außerdem wird im Matthäusevangelium betont, dass Jesus die Thora nicht aufgehoben hat, sondern diese besonders bevollmächtigt auslegt. Die letzte Lehrrede Jesu an seine Jünger endetet in Mt 25,31-46 damit, dass Jesus denen, die Hungrige speisen und andere Werke der Barmherzigkeit tun das Reich seines Vaters verheißt. Diejenigen, die diese Werke nicht tun, werden in "das Feuer, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist" geschickt.

1.3 Lukas

  • Abfassung kann ebenfalls zwischen 75 und 100 n. Chr. gewesen sein. Das Lukasevangelium und die Apostelgeschichte bilden ein zusammenhängendes literarisches Werk.
  • Das Lukasevangelium erzählt von der Geburt Johannes des Täufers, der Geburt Jesu und enthält als einziges biblisches Evangelium eine Erzählung über die Kindheit Jesu.
  • Im Lukasevangelium kommen einige schriftstellere Stilmittel der antiken griechischen Literatur vor. Der Autor scheint sich als Historiker (im antiken Sinn) zu verstehen.
  • Das Reich Gottes ist im Lukasevangelium nicht etwas, was in der Zukunft kommt (wie bei Markus und Matthäus), sondern etwas was in der Gegenwart schon da ist.

2. Johannesevangelium

  • Die Abfassung wird meistens um 100 n. Chr. angenommen.
  • Das Johannesevangelium reflektiert von den 4 biblischen Evangelien die Bedeutung Jesu am stärksten theologisch.
  • Markant sind z.B. die "Ich-bin-Worte" Jesu - z.B: "Ich bin das Brot des Lebens" oder "Ich bin der Weinstock. Ihr seid die Reben."
  • Das Johannesevangelium steht inhaltlich und sprachlich dem 1. Johannesbrief sehr nahe.
  • Es kommt eine geheimnisvolle literarische Figur vor "der Jünger, den Jesus liebte". Am Schluss des Johannesevangeliums wird erwähnt, dass das Erzählte auf dem Zeugnis dieses Lieblingsjüngers gründe.

Hallo Grünkohl28m,

gern stimmt ich mit Dir darüber ein das manche in ihren Auslegungen einiges über das hinausgehen was tatsächlich geschrieben steht. 

Wenn zwei oder drei das gleiche Ereignis aus ihrer Sicht beschreiben wird der Inhalt mit Sicherheit sehr ähnlich sein. Das Abgeschrieben wurde - dafür fehlen wirklich echte handfeste Beweise.

Warum sollten die Schreiber auch "Abschreiben" - so viele Schriftrollen gab es seinerzeit ja noch nicht. Das ist sicher kein starkes Argument, aber folgendes greift für Gläubige Menschen schon, nämlich was die Bibel selber sagt:

2. Timotheus 3:16  Die ganze Schrift ist von Gott inspiriert und nützlich zum Lehren, zum . . .

Aha  - und wie?

Johannes berichtet was Jesus versprach:

Johannes 14:25 Diese Dinge habe ich zu euch geredet, während ich bei euch verweilte. 26 Der Helfer aber, der heilige Geist, den der Vater in meinem Namen senden wird, dieser wird euch alle Dinge lehren und euch an alle Dinge erinnern, die ich euch gesagt habe. 

Was soll's. Man könnte auch das Papier und die Tintenfarbe analysieren - damit wir sich einem jedoch nie die Bibel erschließen.

Übrigens: "Der Jünger den Jesus liebe" - das zeigt hier die Bescheidenheit der betroffenen Person:

Johannes 13:22 Die Jünger begannen einander anzublicken, da sie im ungewissen darüber waren, von wem er [das] gesagt hatte. 23 Am Busen Jesu lag einer von seinen Jüngern, und Jesus liebte ihn.

Hier kann man folgende Texte in die Überlegung mit einbeziehen:

Johannes 19:26 Als nun Jesus seine Mutter und den Jünger, den er liebte, dabeistehen sah, sagte er zu seiner Mutter: „Frau, siehe, dein Sohn!“

Das sagte der ja zu Johannes, dem Schreiber des Evangeliums.

Und dann auch

Johannes 20:2 Daher lief sie und kam zu Sịmon Petrus und zu dem anderen Jünger,

zu dem Jesus Zuneigung hatte

, und sie sagte zu ihnen: „Sie haben den Herrn aus der Gedächtnisgruft weggenommen, und wir wissen nicht, wo sie ihn hingelegt haben.“

Johannes schreibt hier in der dritten Form von sich selber. Er ist ja auch der einzige der 12 der seinerzeit eines natürlichen Todes starb.

Beste Grüße

JensPeter 

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@JensPeter

Hallo JensPeter,

darüber, dass die ersten drei Evangelien in literarischer Abhängigkeit zueinander stehen ist, wie gesagt, Konsens unter (fast) allen Leuten, welche das Neue Testament unter literaturwissenschaftlichem Gesichtspunkt betrachtet haben. Das liegt an dem riesigen Haufen starker Indizien, die dafür sprechen. Die ersten drei Evangelien sind sich nicht nur irgendwie ähnlich, sondern stimmen so häufig im Wortlaut überein, dass sich dies nur durch eine literarische Abhängigkeit von einander (oder von einer gemeinsamen schriftlichen Quelle) plausibel erklären lässt. Man kann bestenfalls noch darüber diskutieren auf welche Weise man sich die literarische Abhängigkeit am besten vorstellen sollte. Wo die ersten drei Evangelien im gemeinsamen Textbestand im Wortlaut voneinander abweichen, ist meistens ziemlich klar, weshalb das so ist. In vielen Fällen korrigieren z.B. Matthäus und Lukas ziemlich eindeutig grammatische Fehler oder schlechte Formulierungen des Markusevangeliums.

Wenn du Lust dazu hast, kannst du dir die Argumente für die literarische Abhängigkeit der ersten drei Evangelien voneinander in jeder wissenschaftlich fundierten Einleitung ins Neue Testamt anschauen und sie am Bibeltext selbst überprüfen (tlw. dürfte das sogar ohne Sprachkenntnisse funktionieren, wenn man eine genaue Bibelübersetzung hat). Wenn du darauf keine Lust hast - okay, man kann ja verschiedene Meinungen haben, ohne das bis ins Detail klären zu müssen (finde ich). Das spielt für die Auslegung der Schriften ohnehin kaum eine Rolle.

Aber wie soll ich bitte folgendes verstehen: "folgendes greift für Gläubige Menschen schon"? Willst du damit sagen, dass ich und hunderttausende Christinnen und Christen aus verschiedenen Konfessionen, die in den letzten 100 Jahren am griechischen Text des Neuen Testamentes gearbeitet haben als Ungläubige bezeichnen? Wenn ja ist das keine sachliche Argumentation, sondern einfach nur überheblich und arrogant! Ich hoffe mal, dass du einfach einen schlechten Tag hattest und das nicht wirklich so meinst...

Abgesehen davon ist die Inspirationslehre (selbst in ihrer fundamentalistischen Interpretation) überhaupt kein Argument gegen irgendetwas, was ich in meiner Antwort geschrieben habe.


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@Gruenkohl28

Lieber Grünkohl28,

Du magst mir unterstellen was immer Du willst.

Das die ganze Schrift von Gott eingegeben ist  - wovon ich persönlich überzeugt bin und das ist das, was die Bibel über sich selber sagt, darauf hab ich hingewiesen. Mehr nicht.

Die Bibelschreiber haben teils unterschiedliche Schreibstiele, das mag sein. Wesentlich dabei ist das nicht der Bibelschreiber sondern das der Gott der Bibel der Autor der Heiligen Schrift ist. 

Wenn zwei nacheinander ausrufen "Das Haus brennt" - dann "plappert" derjenige, der als zweiter den Ausruf mach, dem ersten doch nicht nach. Gleiche Redewendungen und gleiche Sätze beweisen nichts. Und schon gar nicht in übersetzten Schriften, aber auf diese Problematik gehe ich hier nicht ein.

Und wenn der Gott der Bibel das so veranlasst hat - auch dann hat das seinen Grund. 

Wie sich das mit dem Autor verhält, dazu ein kleines Video das leicht zu googeln ist:

Wer ist der Autor der Bibel Videos jw

Den Autor der Bibel in die Überlegungen nicht einzubeziehen ist aus meiner Sicht fehlerhaft.

Nirgendwo hab ich den Vorwurf von Unglauben erhoben in dem was ich schrieb. Wir wollen uns ja im Glauben einander ermuntern und unseren Glaubens stärken. 

Beste Grüße

JensPeter

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