Was sind die größten Ursachen für das Waldsterben in Deutschland?

14 Antworten

Saurer Regen (noch immer, denn CO2 haltiger Regen ist sauer),

Dürreperioden (durch die anthropogene Höhenwolken, die der Flugverkehr erzeugt),

Hitzeperioden (ebenfalls mehr durch Treibhauswolken als Treibhausgase erzeugt),

Schädlinge (Borkenkäfer),

mangelnde Düngung (es fehlt regelmäßiger Mineraldünger) ,

ungeeignete Monokulturen (Fichten, wir brauchen wieder mehr Buchen).

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – prom. Naturwissenschaftler, Dipl.-Chem. Dipl.-Phys.

Hallo,

Für mich das größte Problem sind die deutlich spürbaren Auswirkungen des Klimawandels. Wir hatten drei deutlich zu trockene Sommer in Folge. Das sind Bedingungen, die auch die ältesten Bäume in unseren Wäldern in ihrem Leben noch nie gesehen haben. Und so sterben auch zB Buchen in Beständen, die warhlich nicht als Monokulturen anzusprechen sind. Die Todesursachen sind verschieden, neben ganz einfachen abiotischen Trockenschäden bei der Buche auch eine ganze Reihe von Schadorganismen, (meist Insekten oder Pilze) die ihr jeweilige Baumart befallen, die, geschwächt von der Trockenheit, keinen Widerstand leisten kann, zB Ahorn- Rußrindenkrankheit, Eschen-Triebsterben, Eichen-Fraßgesellschaft (eine ganze Reihe von Insekten, hauptsächlich Schmetterlingsraupen sowie Prachtkäfer) und natürlich die Borkenkäferarten an Fichte. Diese schlagen natürlich ganz besonders in Monokulturen zu, am allermeisten auch dort, wo wir aus heutiger Sicht die Fichte nicht mehr favorisieren würden. Aber die Vielzahl der beteiligten Schaderreger an praktisch allen Baumarten (schon seit Längerem erleben wir auch Seuchenzüge des Ulmensterbens und der Phytophtora- Erkrankung der Erlen) zeigt, dass "Monokulturen" nicht die alleinige Ursache des Problems sind, wie manche Antworter hier darlegen. Massive Borkenkäferprobleme gibt es mittlerweile sogar schon hoch droben im Gebirge, dort, wo die Fichte keine künstlich angelegte Monokultur ist, sondern von Natur aus vorkommt.

Insgesamt ist das Problem, dass dieser Klimawandel in einer ungeheuren Geschwindigkeit kommt. Deswegen kann sich das Ökosystem Wald nicht von alleine elastisch daran anpassen, sodass die Baumarten, die im neuen Klima nicht mehr passen, nach und nach verschwinden, während gleichzeitig neue Arten aus wärmeren Gegenden zuwandern. Das würde sehr lange dauern, und die Zeit lässt der Klimawandel nicht. Natürlich würde das die Natur ganz von alleine regeln, in einigen Jahrhunderten hätten wir ganz sicher auch ohne menschliches Zutun wieder stabile Wälder aus dann angepassten Baumarten, aber dies ginge eben nicht in einem sanften Übergang, sondern über solche Stadien, die wir Menschen gewöhnlich als Katastrophen bezeichnen: Flächiges Zusammenbrechen der Wälder, Zwischenstadien aus Pionieren, der Fichte, die sich wieder verjüngt, sie mag Kahlflächen, zwar nicht mehr alt werden kann, aber dennoch dicht macht und das Aufkommen anderer Baumarten verhindert. Erst sehr langsam würden besser geeignete Baumarten zuwandern, insbesondere wenn es sie bisher in der Region noch nicht gibt. In diesen Jahrhunderten könnten die Wälder auch nur sehr wenig Kohlenstoff speichern. Im Gegenteil: die dicken, alten abgestorbenen Bäume würden verrotten, setzten dabei den gespeicherten Kohlenstoff wieder frei, und erhöhten so für diese Übergangszeit den CO2- Gehalt der Atmosphäre. Dies würde die bestehenden Probleme weiter vergrößern.

Wir müssen uns also entscheiden: Wollen wir das, oder wollen wir den Anpassungsprozess des Waldes beschleunigen, indem wir

  • ihn bewirtschaften,
  • die heute (leider) bestehenden Monokulturen erhalten so lange es geht, indem wir von Schädlingen befallene Bäume entnehmen und nutzen,
  • Im Schutz der erhaltenen Bestände besser angepasste Baumarten künstlich einbringen (bei Schattbaumarten geht das nur so, nicht auf der Kahlfläche oder in toten Beständen)

Und: wollen wir das Holz, das der Wald liefern könnte, weiter nutzen? Wenn, dann aber richtig! Ich kenne einige Balken, die schon seit vielen Jahrhunderten Kohlenstoff speichern, zusätzlich zu dem was im Wald immer wieder neu nachwächst.

Eine Ursache ist die Monokultur in deutschen Wäldern. Der ursprüngliche Laub- und Mischwald wurde weitestgehend abgeholzt und Wälder mit schnell nachwachsendem Holz (in der Regel Nadelbäume, wie Fichten oder Kiefern) nachgepflanzt. Doch diese Baumarten hätten ohne menschlichen Eingriff nie so zahlreich in Deutschland existiert und vor allem nicht so flächendeckend. Damit sind diese Wälder sehr anfällig für Schädlinge, wie dem Borkenkäfer für Fichten (etwa im Elbsandsteingebirge oder im Harz).

Monokulturen und die damit einhergehenden anfälligkeiten für trockenheit schädlinge und windbruch/-wurf.

Durch das entnehmen von schlagreifem holz wird das waldsterben nicht beeinflusst

Im Oberharz gibt es eine unheilige Allianz zwischen Trockenheit und Borkenkäfer. Oberhalb von Braunlage ist alles tot. Da kann man einen Endzeitfilm drehen.

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