Was sind die Folgen eines Plagiats in einer Abschlussarbeit (z.B. Bachelor, Master, Diplom)?

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4 Antworten

Im schlimmsten Fall verlierst Du den Prüfungsanspruch und darfst das Fach bundesweit nicht mehr studieren. Das passiert aber eigentlich nur bei wiederholten oder besonders dreisten Täuschungsversuchen. Wenn Dir versehentlich ein Beleg untergeht und das auffällt hat der Prüfer von einer Abwertung wegen Fahrlässigkeit bis zur Bewertung mit "nicht ausreichend" einen großen Spielraum. Die Feststellung, ob ein Täuschungsversuch vorliegt und wie er geahndet wird, liegt in aller Regel beim Prüfungsausschuss (der auch studentische Mitglieder hat), in einem solchen Fall bekommt man auch die Gelegenheit, sich zu äußern.

Was ist denn bei dir versehentliches Plagiieren?

Wenn du irgendwo mal eine Fußnote und damit den entsprechenden Nachweis vergisst, wird man dir nicht die Hölle heiß machen.

Wenn du es natürlich wie der gute Karl-Theodor machst, der behauptet, er hätte seine Arbeit unter Streß geschrieben und deshalb unsauber gearbeitet und am Ende nicht mehr gewusst, was er selbst geschrieben hat und was andere... Selbst wenn eine solche Geschichte stimmt, zeigt sie eine massive Unfähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten. Wenn so etwas zeitnah ein Prof merkt, ist die Frage, ob es als Plagiat oder - mit Verlaub - Unfähigkeit gewertet wird.

Die Arbeit ist ungültig und du bekommst eine Anzeige wegen Betrugs. Alles andere entscheiden Fakultät und Hochschule. Im schlimmsten Fall wirst du exmatrikuliert und der Universität verwiesen.

Brieftasche1982 29.06.2017, 00:20

In aller Regel ist das Unfug. Capi kommt der Wahrheit deutlich näher.

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tryanswer 29.06.2017, 00:24
@Brieftasche1982

Das hängt sicher von der Reichweite des Vergehens ab und vom Selbstverständnis der Uni und es ist auch klar, das man bspw. an eine BSc-Arbeit kaum wissenschaftliche Ansprüche stellen kann, was sich auf die Bewertung auswirkt - so großer Unfug wie du aber gerade behauptest ist das auch nicht (zumindest sind mir drei Personen bekannt, die dazu eine andere Meinung vertreten).

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Ich denke, das kommt darauf an, ob man dir nachweisen kann, dass du absichtlich plagiiert hast, oder nicht.

Nowak123 28.06.2017, 22:41

Was wären denn die Folgen eines versehentlichen Plagiats? und bei einem absichtlichen plagiat?

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rundas2222 28.06.2017, 22:48
@Nowak123

"Welche Strafen drohen außerdem?

Bettina Trojan: Jedes Bundesland hat neben den Verwaltungsverfahrensgesetzen zur Rücknahme von Verwaltungsakten – die Vergabe des Doktortitels gehört dazu – im Landeshochschulgesetz oftmals Spezialregelungen in Verbindung mit der Promotionsordnung. Nach diesen können neben dem Entzug des Doktortitels Bußgelder in bis zu sechsstelliger Höhe anfallen. In der Praxis fallen die Bußgelder jedoch in der Regel geringer aus.

Anwaltauskunft: Können manche Verfasser ihre Doktorarbeit auch nachbessern?

Bettina Trojan: Manche Hochschulen erlauben dies, vor allem in der jüngeren Vergangenheit. Es wird dann eine Rüge ausgesprochen und der Doktorand arbeitet nach. Das ist zum Teil auch eine Maßnahme der Hochschulen, um ihren Ruf zu wahren. Wenn nämlich im Nachhinein herauskommt, dass der Doktorvater nicht richtig geprüft hat, ist das für die Reputation der Uni ja nicht gerade vorteilhaft."

Quelle: https://anwaltauskunft.de/magazin/gesellschaft/bildung-forschung/1227/doktorarbeiten-welche-strafen-drohen-bei-plagiaten/

Dir kann von "Fahrklässigkeit" bis "Betrug" alles vorgeworfen werden. das hängt aber immer vom jeweiligen Fall ab.

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