Was sind die besten Tipps, wenn man sich selbstständig machen will?

... komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Zu wissen, dass man nichts weiß ist ein riesiges Problem. Also bis man das begriffen hat.

Wer keine Kasse hat, der kann auch keine führen. Klingt erst einmal logisch. Doch daraus sind einige Konsequenzen folgend. Manchmal gibt es sogar bei Beschäftigten von Steuerberatern - sagen wir mal - Verwirrungen.

Folgen können sein, dass das Finanzamt fröhlich schätzen darf oder auch nicht.

Wer nicht wirbt stirbt. Stimmt. Aber es gibt auch die Werbung die ruiniert. Im einen Unternehmen kostet es 3 Euro einen Kunden zu bekommen. Andere bezahlen 300 Euro, auch pro Kunden. Ist der Umsatz entsprechend, dann kann man mit beidem leben.

Nehmen wir den mit 3 Euro. Ein anderer sagt, auch mit dem gleichen Angebot: Ich zahle pro Kunden nur 2 Euro. Da kann man neidisch werden. Nur was bringt es, wenn der mit den 2 Euro von seinen Kunden im Schnitt nur 1,50 einnehmen kann und der andere 6 Euro?

Zwei ganz kleine Entscheidungen, die getroffen werden müssen. Führe ich eine Kasse oder nicht und wie groß ist das Budget für Werbung?

Kaufe ich selber bei Billigangeboten oder wenn ich tatsächlich Dinge benötige? Kaufen, mieten oder leasen? Was hängt für mich da dran? Was passiert in welchem Falle? Welche Vor- und Nachteile gibt es für mein Unternehmen?

Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender? Was passiert denn, wenn ich mich falsch einsortiere?

Was ist denn unlauterer Wettbewerb? Kann ich auch mal Dinge billiger verkaufen, als ich sie einkaufe? Was für Folgen gibt denn das?

Bei dem Wort 'billig' fällt mir immer der Starter ein, der ganz billig anbietet und auch tatsächlich (klappt nicht bei allen) Kunden damit gewinnt. Doch die Kunden ernähren zwar das Unternehmen. Aber als Unternehmer kann der Starter davon nicht leben. Nun erhöht er die Preise. Was passiert?

Das Scheitern der Unternehmen kommt nicht aus der groben Unwissenheit. Es wissen alle: Man muss kaufmännisch etwas wissen. Man muss sein Angebot professionell am Markt platzieren. Man muss Gewerbeordnung einhalten und so weiter.

Was bedeutet dieses im Einzelfall? 'Ich brauche keine Kalkulation', meinen ganz viele. Und merken gar nicht, wie eigentlich der eigene Laden schon kaputt geht - obwohl sie davon ihre Familie ernähren können.

Wie wichtig ein Steuerberater ist, dass hat vielleicht jeder schon gehört. Doch man gründet ja ganz klein. Was soll das ausmachen? Da spart man doch Geld, wenn man dieses selber erledigt.

Anwalt? Warum brauche ich einen Anwalt? Ich brauche zum Beispiel jedes Jahr zwei davon. Meistens andere. Lohnt sich dieses denn? Bisher hat es sich immer gelohnt, jedenfalls bei mir.

Vieles kann man nicht wirklich einschätzen. Hat es sich gelohnt oder nicht? Wäre es anders besser gewesen? Oder hätte anderes auch gereicht? Gute Fragen, aber nicht immer feststellbar.

Es geht deshalb nie um das Grobe. Das ist Voraussetzung. Vom Groben ins Detail zu liegen. Da ist das Problem. Wo lohnt sich das und wo ist das nicht nötig?

Darum kann man Deine Frage auch nicht beantworten. Es beginnt damit, wo Du Dich bereits auskennst und wie gut?

Dann geht es darum: Welche Tiefe an Wissen brauche ich? Wer nicht wirbt der stirbt. Brauche ich dazu Kenntnis über die Wirkung von Farben auf Menschen?

Klingt doof dieses Nischen-Wissen. Stimmt. Doch wenn ich eine gestaltete Anzeige mit Bildern oder Grafik schalten will, dann will ich doch von den Leuten gesehen werden. Es gibt aber auch Unternehmen, die sollten bei ihrer Größe nur im Kleinanzeigenteil auftauchen. Die interessiert doch keine Wirkung von Farben.

UnternehmerIn sein ist unheimlich schwer. Selbst wenn ich ein ganz einfaches fertiges Produkt 'nur' verkaufen brauch. Schließlich muss ich selber verkaufen können. Aber ich muss auch das richtige Produkt haben, dass auch Menschen wollen.

Daher sollte man ehrlich zu sich selber sein. DAS ist die erste Voraussetzung für eine Tätigkeit überhaupt. Was kann ich denn wirklich? Bin ich in der Lage auch das zu tun?

Am Einfachsten ist es man stellt sich in Gedanken in sein Unternehmen. Und tut in Gedanken mal alles, was man tun muss.

Eine weitere Grundvoraussetzung ist also die Kenntnis über Produkt und Branche zu haben. Vor werden die Vor- und Nachteile bei meinen Kunden liegen, wenn ich dieses oder jenes so oder so anbiete?

Das wird oft unter der Überschrift 'Branchenkenntnisse' überlegt.

Leider kann man die nicht einfach aufzählen. Weil da wieder ganz viele Details hinter liegen. Welche Kosten haben denn kleine, mittlere oder große Anbieter mit vergleichbarem Angebot?

Wieso weichen denn x, y und z davon ab? Ist das klug oder nicht?

Nicht weil es mein Leben ist, ich bin Unternehmensberater, kenne ich die vielen kleine und sowieso die große Steine im Weg. Dazu noch die ganzen Knüppel die einem unweigerlich in die Beine geworfen werden können.

Es ist nur klug, wenn man sich vor der Gründung klüger und besser aufstellt als andere. Doch wo liegt die Messlatte? Viele meinen, dass alle mal angefangen haben. Stimmt so nicht. Alle haben auf einem anderen Level begonnen.

Interessiert es einen Kunden ob ich gerade gründe oder seit 10 Jahren auf dem Markt bin? Ja, es interessiert die Kunden. Weil der mit 10 Jahren ist in zwei Jahren vermutlich auch noch da. Für Garantie-Ansprüche ist das wichtig. Kunden geben da ungern eine Chance. Warum auch? Es geht um ihr Geld.

Es gibt bei den IHK'en so Existenzgründerseminare. Kosten auch nicht viel. Die sind gar nicht schlecht. Wenn man einen Überblick haben will. Man kommt in einige Teilbereiche mal etwas rein.

Erfährt hier auch fast automatisch was einem liegt und was nicht. Aber: Es ist immer nur ein Teil und nur das Grobe.

Solche Dinge mal zu hören ist nicht schlecht. Wobei ein Vortrag immer in sich logisch und abgeschlossen erscheint. Man sollte also nicht meinen, man würde wirklich für die Praxis was lernen.

Das Ergebnis solcher Kurse ist: Man hört viele Fachbegriffe aus den Bereichen. Man kommt etwas tiefer rein. Umsatzsteuer haben alle schon mal gehört. Leistungen sind steuerpflichtig oder nicht. Eine Unterscheidung die schon ein tieferes Wissen gibt.

Man muss die Antwort für sich finden. Vielleicht auch, ob es eine Steuerbefreiung für einen selber gibt und ob die Anwendung sinnvoll ist.

In der Einkommensteuer gibt es auch so schöne Themen. Betriebsausgaben oder Abschreibungen. Wie funktioniert denn das? Was hat das mit meiner Steuer zu tun? Über die Jahre oder auf das Jahr bezogen?

Ebenfalls aus der Nachschau der eigenen vielen Jahre im Kontakt mit Unternehmensgründungen: Erstelle selber einen Businessplan. Versuche Dich ruhig so einmal daran. Falsch ist es nicht, weil man immer wieder auf etwas Neues kommt.

Aber den endgültigen - erstelle ihn mit der Unterstützung durch einen Unternehmensberater. Der soll Dir aber nicht sagen, was die für Dich sinnvolle Rechtsform ist. Er soll Dir die Rechtsformen erklären.

Schließlich wirst Du auch mit anderen Geschäfte machen. Da sind die Rechtsformen für Dich auch wichtig. Natürlich diskutiere mit dem Berater Deine Entscheidung. War die wirklich wichtig? Oder hast Du etwas nicht beachtet?

In den letzten 15 oder auch 20 Jahren wurden jährlich etwa so viele Gewerbe angemeldet wie abgemeldet. Die wenigsten sind also über lange Jahre dabei geblieben. Jede Gründung die stolperte und fiel, die hat einige Jahre Lebenszeit gekostet. Investitionen und Arbeit. Wenn wir uns nur auf die Geldausgaben stürzen, dann lag das vernichtete Geld immer mindestens im oberen vierstelligen Bereich.

Darum ist es auch kein Problem einen Unternehmensberater zu suchen und zu bezahlen. Weil - wenn der halbwegs was versteht - verdient der sein Geld bereits wenn er Dir da die wesentlichen und üblichen Fehler erspart. Der Rest ist Bonus für Dich.

Mir ist klar, Du wolltest hier keine Werbung für einen oder zwei Berufsstände haben. Aber es ist leider eine Frage der Wirtschaftlichkeit.

Viel Erfolg.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man muss eben eine Ware oder Dienstleistung verkaufen, für die es genügend Nachfrage gibt. Ich war als Softwareentwickler bis zu meiner Rente selbständig tätig. Meine beste Referenz und Werbung für mich waren meine zufriedenen Kunden, die meine Dienstleistungen gerne beansprucht haben. Man muß eben seine Geschäfte ehrlich, sauber, geradlinig abwickeln und die Wünsche der Kundschaft erfüllen, dann läuft die Sache. Genügend Eigenkapital erleichtert alles und man braucht bei der Bank keine Bücklinge machen. Ohne Fleiß, Sparsamkeit und Beharrlichkeit geht es ebenfalls nicht.   

Ich würde alles nochmals genauso machen, wenn ich erneut vor der Wahl stünde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Auch wenn die richtige Antwort tatsächlich sehr umfangreich ist hier ein kleiner Hinweis......
Am Anfang steht natürlich diese Idee und diese musst Du analysieren.
Beständigkeit, Konkurrenzfähigkeit, Bekanntheit, Nachfrage, Firmenart usw. dafür erstellt man für gewöhnlich einen Businessplan und holt sich Informationen ohne Ende.

Man macht sich nicht mal eben so selbstständig, das bedeutet sehr viel und sehr genaue Vorarbeit !
Wie mein Vorredner schon sagte......Existenzgründung ist das Stichwort

Viel Erfolg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Genau - fange mit einem Businessplan an. Dazu gibt es neben Bücher auch Seminare. Und wenn du es ordentlich machst, stellen sich dir bei der Erstellung viele Fragen, die du beantworten musst. Bei Bedarf helfen Existenzgründungsberater dir individuell weiter.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Falls ernst gemeint, ist eine Antwort auf diese Frage viel zu umfangreich. Am besten gehst du in eine gut bestückte Buchhandlung. Dort gibt es Bücher zum Thema Existenzgründung, die alles vom Thema einer "Idee" bis hin zur Steuer abfrühstücken.

Viel Erfolg

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?