Was sind die Anzeichen für die Rückkehr einer Depression?

2 Antworten

Das ist eine komplizierte Frage, dich dich dir in einem Internetforum nicht abschliessend beantworten kann. Ich versuche mich also auf das Wesendliche zu konzentrieren.

Du bist in der Pubertät, da ist eine Differenzialdiagnose immer schwierig. Vieles hat sicher mit der hormonellen Umstellung zu tun, anderseits zeigen sich auch genau in diesem Alter erste psychische Erkrankungen.

Das was du beschreibst klingt vor allem nach Angstattacken. Angststörungen treten häufig im Zusammenhang mit Depressionen auf, lassen sich im Vergleich zu letzteren jedoch medikamentös relativ gut behandeln. Oft ist die Angst auch eine Verzweiflung von der Angst, dass die Depression wieder volle Kanülle zuschlagen könnte (war bei mir zumindest so).

Da du in Therapie bist gehe ich davon aus, dass du schon diesbezüglich untersucht wurdest. Was mich wundert ist, dass du Fluoxetin bekommst. Fluoxetin ist zwar ein Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI (welche bei Depressionen und Angststörungen am häufigsten verwendet werden), doch hat es keine stark ausgeprägte anxiolytische (angstlösende) Wirkung. Andere SSRI's sind da wesentlich stärker was Angstzustände betrifft.

Das mit der Therapie ist sehr gut. Eine Psychotherpie ist ein elementarer Bestandteil jeder Behandlung. Es gibt jedoch verschiedene Formen der Psychotherapie. Die häufisten sind Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und Psychoanalyse. Diese werden denn auch von der Krankenkasse bezahlt.

Ich persönlich machte zunächst lange eine Verhaltenstherapie, welche mir allerdings nicht viel brachte. Danach versuchte ich es mit einer Psychoanalyse (wogegen ich mich lange geweigert hatte, denn ich bezweifelte das auf der Couch liegen was bringen würde). Nach ca. 1 Jahr intensive Therpie (2-3x die Woche) bemerkte ich erste tiefgreifende Veränderungen. Was ich damit sagen will ist, dass es verschiedene Formen von Psychotherapie gibt. Wenn man auf eine nicht anspricht, so heisst es nicht das man auf eine andere auch nicht anspricht. Eine Psychotherapie muss zudem möglichst intensitiv erfolgen und die Beziehung zwischen Therapeut und Patient muss absolut stimmen.

Was du also tun kannst: Du kannst das Medikament wechseln, auf eines das stärker angstlösend wirkt und/oder du kannst es mit einer anderen Psychotherapieform versuchen. Bedenke jedoch, dass nicht jedes kleine Tief gleich ein Totalrückfall bedeutet wo man alles über den Haufen werfen muss.

Hier noch ein Link mit ausführlicheren Informationen zu den verschiedenen Psychotherapieformen: http://deprimed.de/psychotherapie/

Hier eine Übersicht mit Fachinformationen über alle SSRI und SNRI (die Gruppe Medikamente zu der auch Fluoxetin gehört): http://deprimed.de/ssri-ssnri-sndri-nari/

Mach dich mal in den Links schlau, es lohnt sich...

Danke für die genaue Antwort. Mir wirde auch schob mal vorgeschlagen eine ambulante Verhaltenstherapie zu machen, welche mir aber in der Klinik nie wirklich geholfen hat. Ich hatte auch mal über eine Elektrotherapie nachgedacht, aber in meinem Alter wird das wohl schwer werden. Das Fluoxetin senken wir ab bald so langsam, das ist das blöde an Antidepressiva: man muss alles immer vorsichtig ein- und ausschleichen. Ich möchte das Medikament wechseln, mit 14 wird aber glaube ich nur Fluoxetin ider ähnliches erlaubt.

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@Lightning301

Eine Elektrokrampftherapie (EKT) wird nur bei volljährigen, schwerst depressiven und therapieresistenten Personen eingesetzt. Man muss also schwerste Depressionen und schon unzählige Medikamente erfolglos eingenommen haben. Zudem wie gesagt, volljährig... Eine EKT ist das ultima ratio und wird nur angewandt, wenn sonst absolut nichts mehr hilft. soviel dazu.

Fluoxetin ist ab 18 Jahren zugelassen, wie die meisten anderen Antidepressiva auch. Die Alterszulassung ist eine Empfehlung und heisst nicht "verboten einzunehmen unter xy Jahren". Damit ein Medikament eine Zulassung bei Minderjährigen bekommt müssen spezielle Studien gemacht werden. Diese sind teuer und aufwändig für ein doch relativ kleines Kundensegment. Von dem her lassen es die Pharmafirmen einfach bleiben.

Ja, es ist ein Fluch mit diesen Medikamenten, doch dir bleibt nichts anderes übrig als dich an das Ein- und Ausschleichen zu halten. Ich habe es gehasst. Jedes Mal wieder Rückfallgefahr, die Nebenwirkungen, die Absetzerscheinungen usw.

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Gefühlschaos in der Pubertät ist keine Krankheit... orientierungslos, labil... mit 14 Jahren kann das völlig normal sein

Ich weiß, aber es ist doch nicht mehr im normalem Rahmen, wenn ich schon drei Mal in psychatrischen Einrichtungen war... und es ist akut es wird einfach nicht besser ich habe das Gefühl, dass ich nie wirklich vorankomme 

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