Was sind Chancen und Risiken des niedrigen Ölpreises für die deutsche Wirtschaft?

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3 Antworten

Ein niedriger Ölpreis ist gut für den privaten Konsum, da wir alle nun günstiger tanken, günstiger Heizöl kaufen. Damit bleibt mehr Geld übrig für andere Konsumgüter (bzw. für's Sparen).

Ein niedriger Ölpreis ist gut für die Unternehmen, da dieser die Energiekosten und somit Produktionskosten reduziert. Hierdurch machen die Unternehmen kurzfristig mehr Gewinne, mittelfristig können die Unternehmen investieren und mehr Beschäftigung erzeugen.

Ein niedriger Ölpreis reduziert (als Anteil an unserem Warenkorb) die Inflation, stabilisiert also unsere Preise und Kaufkraft der vorhandenen Einkommen.

Ein niedriger Ölpreis kurbelt so die Wirtschaft in den Ölnachfrage-Ländern an und erhöht die Steuereinnahmen des Staates (anders in den ölproduzierenden Ländern s.u.).

Ein niedriger Ölpreis verändert das Energienutzungsportfolio hin zu Öl; andere Energien werden (zumindest mittelfristig) weniger genutzt. Das kann mit Blick auf erneuerbare Energien negativ sein, mit Blick auf Kohle und Kernenergie ggf. positiv bewertet werden.

Die begrenzte Ressource Öl wird durch den niedrigen Preis schneller verbraucht, so dass spätere Generationen weniger von dieser Ressource zur Verfügung haben.

Ein niedriger Ölpreis belastet diejenigen Volkswirtschaften, die maßgeblich auf Ölförderung/Ölhandel aufgebaut sind (Saudi Arabien, Iran, Venezuela, Russland). Dies kann zu einer wirtschaftlichen und politischen Destabilisierung dieser Länder führen.

Ein niedriger Ölpreis führt zu einer Reduzierung des Angebotes an Öl, da nicht mehr alle Produzenten/Förderer kostendeckend fertigen können. Gleichzeitig konzentriert sich die Ölproduktion auf die günstigsten Verfahren (also leichter zu fördernden Ölvorkommen). Teurere Verfahren werden unrentabel. Dies ist bei Fracking bzw. Förderung in der Arktis sicherlich positiv zu bewerten. Dies bedeutet aber auch, dass z.B. eine Förderung in Afrika günstiger wird als in der Nordsee (kann also eine Verschiebung hin zu Förderungen mit niedrigeren Umwelt-, Sicherheits- und Qualitätsstandards bewirken).

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Die Prduktionskosten sinken. Ernergie macht einen ganzen Teil des Kostenblocks aus. Neben dem Ölpreis sinkt der Gaspreis ja gleich mit. Insofern steigt die Gewinnmarge bei gleichbleibenden Endpreisen.

Ein Nachteil könnte sein, dass so der Druck energiesparende Produkte zu entwickeln sinkt. 

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Einerseits wird natürlich Geld gespart, welches sonst für das Öl ins Ausland fließen würde, zudem wird Deutschland weniger abhängig von den Öllieferanten.
Außerdem sinkt der Druck zur Elektromobilität, was unserer starken Automobilindustrie zugute kommt

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Kommentar von archibaldesel
19.06.2016, 11:12

Warum wird Deutschland weniger abhängig von Öllieferanten? Gebrauchen wir jetzt weniger Öl, oder sind aufgrund des niedrigen Ölpreises plötzlich Ölvorkommen in Deutschland entdeckt worden?

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Kommentar von DerDanda1
19.06.2016, 22:07

Weil die Abhängigkeit natürlich auch mit den Kosten zu tun hat

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