Was sind Beispiele für "political correctness" in den jetzigen Medien?

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2 Antworten

habe da eine sehr gute Kolumne zu ....aus

S.P.O.N. - Der Schwarze Kanal: Auf dem Weg zur Trottelsprache

Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

Erst "Pippi Langstrumpf", jetzt die "Kleine Hexe": Nach den Schulbüchern werden die Kinderbücher politisch korrekt umgeschrieben. Die Frage ist: Wer soll hier eigentlich vor wem geschützt werden?.... dann u. A... Oft reicht schon der Verdacht, jemand könnte sich in seinen Gefühlen verletzt fühlen, um zu einer Sprachbereinigung zu schreiten. Es ist die vorauseilende Entschuldigungsbereitschaft, die das politische Lektorat vom Ernsthaften ins Lächerliche führt.

Ich zum Beispiel habe noch nie einen Schwarzen getroffen, der daran Anstoß genommen hätte, dass in Deutschland über Jahrzehnte die berühmten Negerküsse und Mohrenköpfe verkauft wurden. Das mag daran liegen, dass ich die falschen Schwarzen kenne. Aber vielleicht ergeht es den Leuten, die ich treffe, auch einfach wie den Berlinern, denen es herzlich egal ist, wie die entsprechenden Krapfen heißen. Vermutlich leben in Deutschland auch nicht sehr viele Inuit, die es als Kränkung empfänden, wenn wir weiterhin von Eskimos sprechen würden.

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http://www.spiegel.de/politik/deutschland/warum-kinderbuecher-politisch-korrekt-umgeschrieben-werden-a-878115.html

Ganz konkrete Beispiele fallen mir im Moment auch nicht ein.

Auf jeden Fall gehört die strikte Einhaltung von Sprachregelungen zur politischen Korrektheit:

  • Es heißt nicht Zigeuner, sondern Sinti und Roma.

  • Es heißt nicht Nege* (siehst du, dieses Wort konnte ich sogar nicht ausschreiben, weil GF es aus politischer Korrektheit nicht akzeptiert), sondern Afrikaner aus Ländern südlich der Sahara bzw. Afro-Amerikaner.

  • Es heißt nicht Behinderte, sondern Menschen mit Behinderung.

  • Es heißt nicht Ausländer und/oder Gastarbeiter, sondern Menschen mit Migrationshintergrund.

Wenn von einer Straftat mit konkreten Tatverdächtigen in der Zeitung berichtet wird, dann wird die Nationalität oder ethnische Herkunft des Tatverdächtigen nicht genannt. Wenn es sich dabei um Mustafa Yildiz handelt, wird er nicht nur nicht "Mustafa Y." abgekürzt, sondern möglicherweise wird sogar der Vorname so abgeändert, dass man nicht erkennen kann, dass es ein Türke ist.

Wie wenig PC funktioniert, sieht man gur am ersten Beispiel. Mein Opa war ein sog. weißer Zigeuner. Sobald Du von Sinti und Roma sprichst, grenzt Du die anderen Volksgruppen aus.

Eskimos darf man auch nicht mehr sagen. Statt dessen Inuit. Ganz inteligent. Inuit bedeutet Mensch, also bin auch ich ein Inuit.

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Oder die Herkunft wird gar nicht genannt und stattdessen waren es "Jugendliche", wie in Garbsen....

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@Galgenvogel1993

Die meisten dieser Jugendlichen sind aber in Deutschlend geboren und aufgewachsen. Damit wäre ihre Herkunft Deutsch. Diese Angabe würde also keine zusätzliche Information bringen.

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Das Wort Behinderung soll in jedem Fall vermieden werden, es heißt "anderweitig begabt". wer sich sowas ausdenkt...

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Wenn von einer Straftat mit konkreten Tatverdächtigen in der Zeitung berichtet wird, dann wird die Nationalität oder ethnische Herkunft des Tatverdächtigen nicht genannt

Unsinn, das ist schon seit Jahren eine fixe Idee in der rechtsradikalen Szene, die von einer großen Medienverschwörung halluziniert, In den Medien, die ich konsumiere wird IMMER auf den ethnischen Hintergrund der Täter eingegangen ("südländisches Aussehen", "dunkelhäutig" etc.) - meist sogar als erstes und zentrales Merkmal der Tatverdächtigen.

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Da frage ich mich nur, was an dem Wort Ausländer schlimm ist? Wenn ich in die Niederlande oder nach Belgien fahre - was für mich als Aachener ja gar kein Problem ist - dann bin ich in diesem Land Ausländer. Und ich habe keineswegs einen Migrationshintergrund, denn meistens fahre ich noch am selben Abend zurück.

Demnächst wird noch das Wort Frau verboten. Es heißt dann korrekt Mensch mit Menstruationshintergrund. ;-)

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