Was sagt Harry Potter über JK Rowling aus?

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4 Antworten

Rowling hat viele viele Jahre diese Geschichte entwickelt. Da hat viel mehr rein gespielt als ein bisschen Nationalsozialismus. Halt ihr ganzes Leben.

So zum Beispiel, dass Dementoren eine Interpretation ihrer eigenen Depression war. Dieses Gefühl der Depression hat sie auf ein magisches Wesen übertragen... und aber auch einen magischen Schutz erfunden (Patroni)

Ein anderes interessantes Thema ist, dass sie sich selbst sehr mit Hermine identifiziert. Hermine, das schlaue Mädchen, das am Ende Ron geheiratet hat – Rowling hat es immer geplant und einige Jahre später doch bereut. Ich persönlich vermute (aber es gibt keine Bestätigung!) dass sie ihren "Ron" vllt mal hat gehen lassen oder so... ihre Lieblingstiere sind auch Otter (wie Hermines Patronus), aber Rowling vermutet dennoch, dass ihr Patronus ein Hund wäre... ;)

Glaube auch, dass Rowling ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter hatte. In den HP Büchern sind Mutter die tragende Rolle: Lily opfert sich für Harry und schenkt ihm so einem Schutz aus Liebe... Narzissa lügt Voldemort ins Gesicht, damit sie nach ihrem Sohn suchen kann... etc.

Ein weiterer sehr interessanter Fakt, der mir immer wieder auffällt: es ist alles sehr konservativ und altmodisch. Alle Kinder kommen aus intakten Familien. Außer Tom Riddle (Voldemort), dessen magische Mutter den Muggel-Vater mit einem Zaubertrank in eine Beziehung gezwungen hat... und Dolores Umbridge, deren Muggelmutter und Zauberer-Vater geschieden sind.

Alle anderen Paare sind "perfekte Familien". Oder halt der Tod hat die Eltern geschieden (wie zB bei Dean Thomas, dessen Vater aus  Sorge um die Familie und als Schutz, Muggelfrau und Kind verlassen hat während des ersten Krieges).

Rowling selbst hat aber eine Patchwork Familie. Sprich: verheiratet mit einem Mann, der aber nicht der leibliche Vater ist. Bin mir grad nicht sicher, ob überhaupt alle Kinder vom gleichen Vater sind... dieses "wunschdenken" der traditionellen Familie war also auch zu ihrer Zeit Alltag mehr...

Besonders auffallend ist es bei Remus Lupin: der Entschluss, dass er sterben sollte, kam bekanntlich sehr spät von Rowling. Er sollte sterben und sein Kind sollte als Waisenkind die Geschichte von Harry widerspiegeln – nur eben positiver: das arme kleine Waisenkind, dessen Eltern im Krieg starben, aber in einer liebevollen Familie aufwächst und mit einem verantwortungsvollen Paten... also ähnlich wie Harry (die Familie die ihn aufzog, misshandelte ihn und sein Pate war im Knast...) aber positiv.

Lupins Heirat wirkt beim lesen gekünstelt, meiner Meinung nach... als ob er unbedingt verheiratet sein müsste, damit ein Kind entstehen kann. Das Kind an sich ist ja "nachvollziehbar"... unvorsichtig oder was auch immer... aber nach 2 Wochen Beziehung direkt heiraten..? wirkt unrealistisch...

Wie gesagt, man müsste halt mal Rowlings Biografie detailliert durcharbeiten. Dann wird man viele Parallelen finden. Sowohl halt aus dem Geschichtsunterricht (Nationalsozialismus), aber auch aus ihrem persönlichen Leben (siehe Thema Familien, Depressionen, etc). und auch einige Charaktere entsprechen Personen, denen sie begegnet ist (zB war ihr Chemielehrer die Vorlage für Snape oder so ähnlich :D)

Aber da muss man viel recherchieren und am besten auch die Bücher auswendig kennen, um solche Schlussfolgerungen ziehen zu können.

Das sagt aus, dass sie eine große Fantasie hat.

Und wieso nicht, die Geschichte des Nationalsozialismus ist bekannt, und so lange ist es gar nicht her.. sie muss es trotzdem nicht selbst erlebt haben. Kann ja sein, dass es sie inspiriert hat. Ich denke aber eher, dass es "zufällige" Parallelen hat. Auch wenn das Harry Potter-Universum erfunden ist: Machtgier, Ausrottung anderer Rassen, Zwang, Drohungen etc. gab es in der Menscheitsgeschichte schon immer.

Es kann aber sein, dass andere, "kleinere Elemente" der Geschichte etwas über Rowling aussagen, auf die man aber so nicht direkt kommt.

Alles, was erzählt bzw. Geschrieben wird, sagt etwas über den Erzähler aus. Hemingway würde nicht über einen Nachmittag mit Kaffee und Kuchen reden, weil er ja selber Erfahrungen mit dem Gewähr hatte, konnte er ja erst
diese Romane von ähnlichem Thema schreiben.

Das sehe ich nicht so. Guck dir mal jemanden an, wie Karl May. Als der seine berühmten Indianergeschichten schrieb, war er noch nicht in den USA gewesen. Erst später besuchte er das Land.

Ich weiß nur, dass die Dementoren in Harry Potter die Depressionen von Rowling während des Schreibens darstellen.

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