Was sagen Scientology Mitglieder über die Kritik?

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3 Antworten

Gläubige Scientologen werden darauf trainiert, jede Information welche kritisch gegenüber der Gruppe ist zu blocken und diese nicht zu glauben. Der typische menschliche Schutzmechanismus ist verdreht und so wird die Kultidentität verteidigt; zB. durch:

  • Verleugnung (Was du da sagst geschieht gar nicht)

  • Rationalisierung (Das passiert aus einem guten Grund)

  • Zurechtweisung (Wir tun doch soviel Gutes für die Welt)

Eine Information welche das Mitglied als negativ wahrnimmt, ist wie ein Angriff auf die Doktrin, oder die Gruppe selbst, und eine ablehnende Wand fährt hoch.

Eine Methode um kritisches Denken über Scientology schon im Ansatz zu verhindern, ist der Person zu erzählen, dass kritische Gedanken zeigen gleichbedeutend ist, als gegen die Gruppe gesündigt zu haben. Auf scientologisch heißen diese Sünden „Overts“ und das Verschweigen „withholding“. Wenn jemand kritisch wird oder austreten will, wird er endlosen Verhören, so genannten Sicherheitsüberprüfungen „security checks“ ausgesetzt, wo er alle overts und withholds gestehen muss. Es wird für ihn bald einfacher, von vornherein keine kritischen Gedanken mehr zu haben, so das man nicht durch diese Überprüfungen muss, welche sehr unangenehm werden können.

destruktive-gruppen-erkennen.com

Scientology lässt Kritik nicht an sich heran. Kritiker werden von Scientology verfolgt und terrorisiert. Es gibt berichte, dass Kritiker an einem Tag über 500 Anrufe und über 1000 Spam E-Mails von Scientology bekommen haben.

In Berlin wurden z.B Anonymous Mitglieder von Scientology gedoxxt. Das Heißt, dass Private Daten von Anons (Name, Nachname, Adresse usw.) auf Flyer gedruckt worden sind und diese wurden in der Stadt und in den Wohngegenden der Anons verteilt.

Jegliche Kritik an der Sekte wird von Scientologen grundsätzlich zurückgewiesen. Kritiker werden als Feinde betrachtet, die wenn sie zu unangenehm werden, durchaus auch mit sehr fragwürdigen Methoden bekämpft werden. Dazu können durchaus auch sehr konkrete Drohgebärden gehören wie z.B. "Hausbesuche" und dauerhafte Beobachtung. Scientology behauptet sehr oft, dass Kritik von Medien gesteuert sei, bzw. dass Kritiker sich auf falsche Medienberichte beziehen. Fakt ist, dass Scientology in Deutschland vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Es liegt also in der Natur der Dinge, dass in unabhängigen Medien nicht positiv über diese potentiell kriminelle Organisation berichtet wird. Was überzeugte Scientologen selbst dazu denken kann ich nicht sagen. Ich vermute aber, dass die meisten Kritikern nicht glauben und tatsächlich der Meinung sind einer verfolgten Glaubensgemeinschaft anzugehören. Schliesslich ist es ein zentraler Punkt bei Scientology die Mitglieder auf Linie zu bringen und sie von Andersdenkenden abzuschirmen. Zudem kann es für Scientologen höchstgefährlich sein, wenn sie gegenüber der Sekte Zweifel zeigen, denn durch das sogenannte "Auditing" (eine Verhörmaßnahme der sich alle Scientologen unterziehen müssen) sind viele erpressbar geworden. Scientologen sind auch verpflichtet sogenannte "Wissensberichte" über andere Sektenmitglieder anzufertigen, wenn sie vermuten dass diese nicht 100% auf Linie sind. Wie gefährlich es für Scientologen sein kann sich mit der Sekte anzulegen, zeigt auch die Tatsache, dass Scientology in den USA ein eigenes Gefängnis unterhält.

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