Was passiert wenn unsere Beziehung auffliegt? Bin forensischer Patient kurz vor der Entlas. Sie Pflegekraft.

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2 Antworten

Solange die Mitarbeiter sich um dich kümmern, bist du "Schutzbefohlener" und insofern widerspricht es dem Auftrag auch der Pflegekräfte in einer Forensik, Beziehung zu Klienten/Patienten einzugehen. Was es noch problematischer macht, ist, dass die Forensische Klinik ja kein Kuraufenthalt ist, sondern du wahrscheinlich auf gerichtlichen Beschluß in diese Anstalt eingewiesen wurdest.

Da ist es weder für dich noch für die Pflegekraft hilfreich, dass ihr eine Beziehung pflegt.

Wenn es möglich ist, würde ich die Beziehung aussetzen, bis du wieder auf freiem Fuß bist.

Also ich weiß zwar nicht was "forensischer Patient" bedeutet aber meine Mutter (Krankenschwester) und ihr freund (Damals Patient auf ihrer Station) haben sich auch auf der Arbeit kennengelernt und da hat keiner was gesagt...

@Chrissi: Ich schätze mal, das es sich NICHT um ein "normales" Krankenhaus handelt, nähere Aufklärung kann aber nur der Fragesteller geben. Ich habe Dir hier mal aufgelistet, was z. b. in einer Forensischen Psychatrie behandelt wird - und für DEN speziellen Fall glaube ich ncht, dass ein Verhältnis zwischen verantwortlicher Schwester und Patient zulässig ist:

Forensische Psychiatrie [Bearbeiten]→ Hauptartikel: Forensische Psychiatrie

Die forensische Psychiatrie befasst sich mit der Schuldfähigkeit und der Einschätzung der Gefährlichkeit von Straftätern. Forensische Psychiatrie ist mittlerweile eine Schwerpunktbezeichnung, die von Fachärzten für Psychiatrie und Psychotherapie und Psychologischen Psychotherapeuten erworben werden kann. Sie schliesst andere Zweige der Begutachtung, z.B. das Sozialrecht, und die Behandlung im Maßregelvollzug ein. Die Rechtspsychologie unterstützt die Aufklärung von Verbrechen, die Analyse des Täters (sog. Profiling), Begutachtung der Schuldunfähigkeit und der Gefährlichkeit sowie die Prävention.

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Suchtkranke Straftäter werden nach § 64 StGB (Strafgesetzbuch) in eine Forensische Klinik eingewiesen, wenn eine Suchttherapie auch im Hinblick auf die kriminelle Karriere erfolgversprechend sein kann. Es handelt sich hierbei also nicht um einen harmlosen Klinikaufenthalt!

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@gerwitt

Ich muß aber sagen das die Patienten im §64 keine wirklich gefährliche Menschen sind. Man muß das differenziert sehen. Eher als Chance.

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@gerwitt

Die Therapie ist eine Chance. Die Unterbringung hat den Vorteil das man nicht weglaufen kann wie in anderen Therapien. Sicher gibt es auch gefährliche Menschen hier. Die sind aber ein Opfer ihres Lebens. Und jeder ändert sich hier. Zumindest die, die sich ändern dürfen.

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@fixthomas1974

Hallo fixthomas, ich habe nicht von gefährlichen Menschen gesprochen. Es handelt sich um Straftäter nach dem Betäubungsmittelgesetz und insofern gelten sie nach hiesigem Recht als kriminell. Es ist die Frage, was "gefährlich" ist? Wären 64er gefährlich im Sinne, dass sie so vom Gericht eingeschätzt werden, dass sie z.B. das Leben anderer gefährden würden, dann hätten sie nicht vom 64er profitiert, sondern wären wohl in Strafhaft geblieben.

Was du mit "Opfern des Lebens" meinst, müßte und könnte man sicherlich an anderer Stelle ausführlich diskutieren. Aber ich würde sehr sparsam mit solchen Formulierungen umgehen, denn das könnte die Frage nach der Eigenverantwortlichkeit schon relativieren. Auch wenn es Lebensumstände gibt, die jemanden zur Sucht gebracht haben, so war derjenige aber letztendlich frei in der Entscheidung, zu den Drogen zu greifen, oder wurde er dazu gezwungen?? Wir können nicht immer alles nur auf die Lebensumstände schieben. Aber das ist ein anderes Thema und gehört wohl nicht hier diskutiert.

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@gerwitt

@gerwitt:

Sehr schöne Antwort - mir treiben Formulierungen wie Die sind aber ein Opfer ihres Lebens auch etwas die Haare in die Senkrechte.

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