Was passiert wenn man von einem schwarzen Loch eingesaugt wird?

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19 Antworten

In ein Schwarzes Loch wird man nicht »eingesaugt«. Dort herrscht ja nicht ein Unterdruck, sondern ein Schwarzes Loch übt, wie ein Planet oder ein Stern, Schwerkraft aus.

Man kann also allenfalls hineinfallen, hinein deshalb, weil ein schwarzes Loch nicht eine feste Oberfläche besitzt, auf der man aufprallen könnte, sondern einen sogenannten Ereignishorizont um den eigentlichen »Körper« respektive das, was davon übrig ist, herum.

Ein Ereignishorizont ist eine sogenannte Nullfläche, an der aus großer Entfernung betrachtet die Zeit stehen zu bleiben scheint. Das Wort »Nullfläche« ist vielleicht etwas irreführend, handelt es sich doch um verallgemeinerte Flächen in der Raumzeit. Entlang solcher »Flächen« breitet sich Licht aus. Um zu erklären, warum sie Nullflächen heißen, müsste ich etwas ausruhen, deswegen verschiebe ich das einstweilen.

Entscheidend ist, dass man einen Ereignishorizont wie jede Nullfläche nur in eine Richtung überschreiten kann, die eindeutig als zeitlich vorwärts definiert ist. Was einen Ereignishorizont überschritten hat, müsste sich schon in die Vergangenheit bewegen können, um da wieder herauszukommen.

Man kann nicht einmal sagen, dass das, was von dem Körper übrig geblieben ist, in der Singularität bei r=0 lokalisiert wäre (bei nicht rotierenden Schwarzen Löchern), sondern die Koordinate r ist im Inneren zeitartig mit nach innen gerichtetem Zeitpfeil, d.h., wer in ein Schwarzes Loch fällt, findet sich in einem kollabierenden Teil des Universums wieder, r=0 ist ein Zeitpunkt (und zwar der letzte überhaupt) und kein Ort.

Den man allerdings nicht mehr erlebt, weil man (einschließlich seiner eventuellen Leiche) entweder der immensen Strahlung oder den enormen Gezeitenkräften zum Opfer fällt.

Dies gilt für supermassive Schwarze Löcher, bei kleiner dürfte man es nicht einmal in die Nähe des ereignishorizonts schaffen, ohne geschreddert zu werden.
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Was geschieht mit der Leiche? Ebensogut könnte man nach der Leiche eines Menschen fragen, der sich eine Atombombe um den Leib geschneidert und sie gezündet hat.

Kommt drauf an, wie groß das Schwarze Loch ist.

Bei einem kleinen Schwarzen Loch ist es tatsächlich unwahrscheinlich, dass darin Sauerstoff ist. Außerdem wird dein Körper "spaghettifiziert", also in die Länge gezogen und seitlich zusammengedrückt.

Wenn die so verformte Materie dem Schwarzen Loch nahe genug kommt, wird sie auf verschwindendes Volumen komprimiert.

Bei einem supermassiven Schwarzen Loch wirst du nichts davon mitbekommen, dass du den Ereignishorizont überschreitest. Das sehen nur sehr weit entfernte Beobachter (und zwar daran, dass sie dich nicht mehr sehen).

Aber ein hinreichend großes Schwarzes Loch kann ganze Sternensysteme "verschlucken" (hinter seinen Ereignishorizont bringen), ohne dass diese wesentlich verformt werden. So ein System könnte das Zentrum des schwarzen Loches möglicherweise ein paar Milliarden Jahre umkreisen, bevor es hineinstürzt. Dann wartet aber wieder erst das Große Fliegende Spaghettimonster und danach die Sperrmüllpresse.

du hättest mit Sicherheit keine Zeit dir Gedanken darüber zu machen, ob du beim nächsten Atemzug noch Luft oder Sauerstoff vorfindest. Du solltest fragen ob deine Atome noch als Atome weiterexistiern, oder als Elementarteilchen oder als andere Formen von Materie/Energie ... 

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