Was passiert, wenn man sich versucht umzubringen?

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7 Antworten

In der Regel: JA

In Deutschland wir der Umgang mit Psychisch Kranken Personen in den Psychisch-Krankengesetzen der Bundesländer geregelt. Da dies in die Gesetgebungskompetenz der Bundesländer fällt und nicht durch den Bund geregelt wird, gibt es je nach Bundesland ein eigenes Gesetz sowie eigene Bestimmungen. Daher kann keine Pauschale Aussage gemacht werden - jedoch sind die Gesetze sehr ähnlich wenn es um den Umgang mit Suizidalen Personen geht.

Da ich nicht weis in welchem Bundesland du lebst nehme ich jetzt einfach mal Baden-Württemberg als Beispiel

(Alle Gesetzestexte sind Auszüge aus dem Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz- PsychKHG) vom 25. November 2014)

Grundsätzlich ist es erstmal entscheidend was genau passiert ist. Bei Suizidversuchen die zwar gescheitert sind, aber körperliche Schäden nach sich ziehen (Sturz aus der Höhe, gescheiterte Medikamentenüberdosis,
gescheiterte Substanzenüberdosis, Strangulation, Erhängen etc.) ist die oberste Priorität diesen Menschen in ärztliche Behandlung zu bringen. Bei einem Suizidversuch bei dem keine körperlicher Schaden entstanden ist (Sprung aus der Höhe (nicht durchgeführt), abgebrochene Strangulation, abgebrochenes Erhängen etc.) wird der Patient direkt in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen.

Grundlage dazu bildet der folgende Paragraph aus dem PsychKHG:

§ 13 Voraussetzungen der Unterbringung

(1) Personen im Sinne von § 1 Nummer 1 können
gegen ihren Willen in einer nach § 14 anerkannten Einrichtung
untergebracht werden, wenn sie unterbringungsbedürftig sind.

(3) Unterbringungsbedürftig ist, wer infolge einer psychischen Störung
nach § 1 Nummer 1 sein Leben oder seine Gesundheit erheblich gefährdet
oder eine erhebliche gegenwärtige Gefahr für Rechtsgüter anderer
darstellt, wenn die Gefährdung oder Gefahr nicht auf andere Weise
abgewendet werden kann.

Da sich aber einige gegen so eine "Zwangseinweisung" wehren sieht der Gesetzgeber auch Möglichkeiten vor tatsächlichen Zwang oder sogenannte Sicherungsmassnahmen anzuwenden:

§ 25 Besondere Sicherungsmaßnahmen

(1) Besondere Sicherungsmaßnahmen sind nur
zulässig, wenn und solange eine gegenwärtige erhebliche Gefahr für die
Sicherheit in der anerkannten Einrichtung besteht, insbesondere bei
erheblicher Selbstgefährdung, der Gefährdung bedeutender Rechtsgüter
Dritter oder wenn die untergebrachte Person die Einrichtung ohne
Erlaubnis verlassen will, und dieser Gefahr nicht mit weniger
eingreifenden Mitteln begegnet werden kann.

(2) Besondere Sicherungsmaßnahmen sind:

  1. die Beschränkung und der Entzug des Aufenthalts im Freien,
  2. die Wegnahme oder Vorenthaltung von Gegenständen,
  3. die Absonderung in einem besonders gesicherten Raum,
  4. die Fixierung,
  5. das Festhalten anstelle der Fixierung.
(3) Jede besondere Sicherungsmaßnahme ist von einer Ärztin oder einem Arzt der anerkannten Einrichtung befristet anzuordnen. Sie ist unverzüglich aufzuheben, wenn die Voraussetzungen für ihre Anordnung weggefallen sind. Wird eine Sicherungsmaßnahme nach Absatz 2 Nummer 3 vorgenommen, hat eine engmaschige Überwachung durch therapeutisches oder pflegerisches Personal zu erfolgen. Bei Fixierungenist eine unmittelbare, persönliche und in der Regel ständige Begleitung sicherzustellen, soweit die untergebrachte Person nicht ausdrücklich darauf verzichtet. Die ärztliche Kontrolle ist im erforderlichen Maß zu gewährleisten.

(4) Anordnung, Begründung und Beendigung der besonderen Sicherungsmaßnahme sind zu dokumentieren.

§ 26 Unmittelbarer Zwang

(1) Bedienstete der anerkannten Einrichtungen
dürfen gegen eine untergebrachte Person unmittelbaren Zwang nur dann
anwenden, wenn diese zur Duldung der Maßnahme verpflichtet ist.

(2) Unmittelbarer Zwang ist die Einwirkung auf Personen oder Sachen durch körperliche Gewalt oder andere Hilfsmittel.

(3) Die Anwendung unmittelbaren Zwangs ist
anzudrohen. Die Androhung darf nur dann unterbleiben, wenn die Umstände
sie nicht zulassen, insbesondere wenn er sofort angewendet werden muss,
um eine gegenwärtige Gefahr abzuwenden.

(4) Eine Nachbesprechung der Anwendung
unmittelbaren Zwangs soll abhängig vom Gesundheitszustand der
untergebrachten Person zeitnah, möglichst gemeinsam mit der
pflegerischen und therapeutischen Bezugsperson erfolgen.

(5) Unter mehreren möglichen und geeigneten
Maßnahmen des unmittelbaren Zwangs ist diejenige zu wählen, die den
Einzelnen und die Allgemeinheit voraussichtlich am wenigsten
beeinträchtigt. Die Anwendung unmittelbaren Zwangs hat zu unterbleiben,
wenn ein durch ihn zu erwartender Schaden erkennbar außer Verhältnis zu
dem angestrebten Erfolg steht.

(6) Die Anwendung unmittelbaren Zwangs ist zu dokumentieren.

Wie man erkennen kann, ist die Anwendung von Zwang und anderen Sicherungsmassnahmen zwar rechtlich begrenzt aber es kann tatsächlich sein das, wenn man sich zu heftig wehrt und/oder eine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt drastische Massnahmen wie etwa die fixierung (das festschnallen einer Person um sie Bewegungsunfähig zu machen) angewendet werden.

Über die Entlassung entscheidet dann normalerweise ein Richter und die behandelnden Ärzte.

Lg, Anduri87

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Es kann sein dass du schwere,bleibende Schäden zurück behältst und vielleicht sogar im Rollstuhl den Rest deines Lebens verbringst. Auf jeden Fall wirst du für Wochen oder Monate zwangseingewiesen. Die Zeit auf einer geschlossenen Station in einer psychiatrischen Klinik zu verbringen ist nicht gerade lustig. Für jedes Problem im Leben gibt es eine Lösung. Ich würde nicht versuchen mir das Leben zu nehmen. Nach jedem Regen scheint auch wieder die Sonne. Das Leben wird auch für dich wieder schön.

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Kommentar von meylem1
06.02.2017, 19:43

Das leben ist für mich seit Jahren nicht schön und es wird auch nicht besser.

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Das kommt auf bestimmte Faktoren an.

Grundsätzlich wird man in die Psychiatrie eingewiesen. Auf die geschlossene Station versteht sich. Wie lange man dort drin bleibt, kommt auf dich und vor allem den Arzt.

Soweit ich weiß sind die Zimmer dort videoüberwacht und du bist mit mehreren Personen in einem Raum. Drehst du durch wirst du schlimmstenfalls fixiert. Evtl auch mit Medikamenten ruhig gestellt.

War zum Glück nie dort. Aber die Berichte darüber waren Abschreckung genug.

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Ja in der Regel wirst Du dann in die geschlossene Psychiatrie zwangseingewiesen. Das kann 6 Wochen angeordnet werden was aber nicht heißen muss, dass man so lange bleiben muss. Sobald man relativ glaubhaft behaupten kann, dass man sich nicht mehr umbringen möchte, wird man wieder entlassen.

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Selbstmord ist nicht strafbar, von daher der Versuch auch nicht.

Wenn die Person die es versucht hat also im voll Besitz seiner/ihrer geistigen Fähigkeit ist und das auch so festgestellt wird dann passiert nichts

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Ja da wirst erstmal für 6 wochen in die geschlossene gebracht nicht schön spreche aus erfahrung lasse es lieber es gibt immer eine lösung

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Das ist die übliche Praxis.

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Kommentar von meylem1
06.02.2017, 19:27

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