Was passiert wenn man sich selber in eine Klinik/Psychatrie einweist und wie macht man das?

10 Antworten

Ich mach jetzt einfach alles der Reihe nach:

In den Klinik gibt es Schulen. Da hat man zumindest die Hauptfächer. Also musst du nicht grundsätzlich sitzen bleiben. Das kann man alles mit der Schule regeln. Zum Beispiel holt man Prüfungen einfach nach. Den Stoff schicken die Lehrer zur Klinik.

Wie lang man dort bleiben muss, hängt von der Situation ab. Von 12 Stunden bis 2 Jahre (das ist aber wirklich die Ausnahme) habe ich alles schon gesehen. Die meisten bleiben 2-4 Wochen. Das hängt aber wirklich von dem eigenen Zustand ab.

 Man kann sich auch als minderjähriger selber entlassen. Voraussetzung dafür ist, dass man weder für sich noch andere eine Gefährdung ist. Und man muss mindestens 14 sein. Und man muss freiwillig da sein und nicht nach einer Zwangseinweisung. Grundsätzlich entscheidet aber der Arzt, ob man sich selber entlassen kann oder nicht.

Wenn man weg läuft (was sogar möglich ist) hat man keine rechtlichen Konsequenzen zu erwarten. Aber man steht danach natürlich unter Beobachtung, muss vielleicht länger bleiben, verliert verschiedene Erlaubnisse (man darf zum Beispiel die Station nicht mehr verlassen, bekommt vielleicht eine Fußfesseln,...), muss einen Pyjama anziehen (erklär ich später). Also eindeutig nicht zu empfehlen. 

Also wenn man nicht gerade Schule, Therapie oder andere Aktivitäten hat, kann man sich selbst beschäftigen. Wir haben meistens uno gespielt. Ansonsten gab es noch verschiedene Nachmittagsaktivitäten wie Basketball, basteln, wandern, backen, Film (leider nur pädagogisch wertvolle),... Und es sind ja noch andere Jugendliche da. Es fühlt sich ein wenig wie ein Feriencamp an. Also langweilig wird einem nicht.

Das Handy darf man nicht die ganze Zeit haben. Wir durften es 1,5 Stunden am Tag haben. Aber du vermisst es auch nicht wirklich.

Zuerst: man kommt nicht so schnell auf eine geschlossene Station. Dafür muss man wirklich akut gefährdet sein. Aber die haben meistens auch normale Kleidung an. Nur wenn sie zum Beispiel wegrennen, bekommen sie diesen typischen Pyjama, den man aus Filmen kennt. Das ist, damit wenn sie wegrennen, die Leute auf sie aufmerksam werden und die Polizei rufen. Aber wer keinen Quatsch anstellt, bekommt den nicht.

Wie gesagt: so schnell landet man nicht auf der geschlossenen Station. Aber wie der Name schon sagt, sie ist geschlossen. Das heißt die Leute dürfen auch nur in Begleitung raus. Aber wer sich freiwillig einweist, kommt meistens eh auf die normale. Dort darf man auch raus (in bestimmte Bereiche), ist nicht eingesperrt und auch nicht ans Bett gefesselt, wie man das aus Filmen kennt.

Um sich selber einzuweisen, geht man normal erst zum Hausarzt. Der überweist einen zu einem Psychiater. Wenn der meint, eine Einweisung wäre nicht schlecht, dann kontaktiert man die Klinik. Dann musst du mit dem zuständigen Psychiater reden und wenn der meint, es ist nötig, kommt man auf die Warteliste. Und dann wird gewartet. Nur akute Notfälle werden sofort aufgenommen. Die Eltern sollten einverstanden sein, müssen aber nicht. 

Grundsätzlich gibt es vier Arten von Kliniken/Stationen: die geschlossene Psychiatrie, wo wirklich nur die krassen Fälle landen und auch nicht so schnell wieder heraus kommen. Davon gibt es nur ganz wenige, weshalb man da normal nicht hinkommt.

Die geschlossene Station/Akutstation: Da kommen akute Fälle hin. Normal bleibt man dort, bis die akute Phase vorbei ist und kommt dann auf die normale. 

Die Normale läuft dann lockerer ab. Man ist nicht eingesperrt und hat ziemlich viele Freiheiten. Und dann gibt es noch Tagkliniken, wo man nur am Tag ist. 

Wie gesagt: geh am besten zum Hausarzt. Der hilft dir dabei, die richtigen Ärzte zu finden. Wenn für ihn akute Gefahr besteht, wirst du auch sofort eingewiesen.

Ich leide unter Depressionen und hab höchstwahrscheinlich noch eine antisoziale Störung wo würde ich reinkommen? Mein Psychiater
meinte ich habe jederzeit das recht mich einweisen zu lassen wenns wirklich nicht mehr geht. Isst man dort in einer Kantine? Wen hat man dort als ansprechsperson? Und woher weisst du soviel darüber?

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@haschproblem

Solange bei dir nicht akut die Gefahr da ist, dass du dir selber etwas antust (wonach das so nicht klingt), kommst du höchst wahrscheinlich auf die offene Station (kann bei dir aber aus irgendwelche Gründen auch anders sein). Da geht es recht locker zu. 

Es kann schon sein, dass man in einer Kantine ist. Aber gerade bei Jugendpsychiatrien isst man dann doch eher auf der Station in einem kleinen Speisesaal alle zusammen. 

Ansprechpersonen sind immer alle Pfleger und Pädagogen. Normal hat man sozusagen eine Hauptbezugsperson (ein ganz bestimmter Pfleger), die immer wen sie da ist für dich zuständig ist. Der kennt dich auch am besten. Wen man Glück hat, hat man seinen Lieblingspfleger als  Bezugsperson, und sonst klappt das auch sonst. 

Worüber ich all das weiß? Ich war selber mal dort. Und was man nicht aus Erfahrung/Erleben lernt, hat man uns erklärt. Eine Zeit lang war sogar unsere Lieblingsbeschäftigung, die Pfleger mit solchen Fragen zu löchern. Also wenn du noch irgendwelche Fragen hast, frag einfach. Gerne auch privat wenn du nicht öffentlich fragen willst.

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Bei mir (17) war es folgendermaßen :
Bin zum Hausarzt und hab mir eine Überweisung zur Psychiatrie geben lassen.Parallel dazu war ich bei einer Psychiaterin dir mir dabei geholfen hat,eine geeignete Klinik zu finden.
Bei den anderen Fragen muss man folgende Aspekte beachten:Wie alt du bist und in welche Klinik du kommst.Die Regeln dort sind natürlich unterschiedlich.
Ich war auf einer Erwachsenen Psychiatrie,dort gab es eine Station für junge Menschen (16-22)Die Adoleszenzstation.
Natürlich müssen die Eltern damit einverstanden sein,wenn man Minderjährig ist.

Hoffe konnte dir helfen.

LG FelinasDemons

Du kannst auch als Minderjähriger eine Einweisung in die KJP anstreben. Die Einweisung erfolgt über den Dich begleitenden Arzt, in Absprache mit dem Dich betreuenden Psychologen. Jedoch müssen letztendlich Deine Eltern bei einer freiwilligen Einweisung zustimmen. Zudem hast Du regelmäßig noch eine recht lange Wartezeit zu überstehen.

Jugendliche in der KJP leben üblicherweise in einer "familienähnlichen" Gruppe.

In der Klinik sind nur Handys ohne Kamerafunktion erlaubt. Internet ist somit nicht möglich. Jeder trägt an Kleidung, dass was er mag. Manchmal sind Kleidungsstücke mt speziellen Sprüchen darauf nicht erlaubt.

In den ersten Tagen darf man die Station nicht verlassen. Nach kurzer Zeit ist es durchaus üblich, dass die Jugendlichen übers Wochenende nach Hause gehen.

Einige Stunden am Tag erhält man klinikeigenen Unterricht - ca. 3 Schulstunden, also nur das allernotwendigste. Zusätzlich gibt es Gesprächstherapie, Gruppentherapien etc.

Freizeitbeschäftigung der Patienten untereinander, jedoch ist ist regelmäßig ein Heilerziehungspfleger mit anwesend. So finden auch z.B. auch DVD- bzw. Fernsehabende statt.

Die Entscheidung zur Entlassung treffen Klinikärzte und Psychologen in Absprache mit Deinen Eltern.

Viel zu pauschal. Das wird in jeder Klinik absolut unterschiedlich gehandhabt. Auch treffen nicht pauschal die Eltern mit den Ärzten die Entscheidung. Am Ende hat IMMER der Arzt das letzte Wort! 

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@xAdmiralAckbarx

Werde seelig mit Deiner Meinung, sicherlich hast Du regelmäßig mit Jugendlichen in der KJP zu tun. Ärzte können nur das letzte Wort für sich beanspruchen, wenn der Patient selbst- oder fremdgefährdendes Verhalten an den Tag legt.

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@wilees

Beleg du doch das Gegenteil! Ich habe nicht umsonst dazu geraten einen Anwalt da hinzuzuziehen! 

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Man kann sich als Volljähriger jederzeit selbst entlassen auch gegen den Rat der Ärzte, solange keine Selbst- oder Fremdgefährdung besteht. Wenn man in der gleichen Situation noch minderjährig ist müssen die Eltern dem zustimmen und dann kann der Arzt da auch nichts mehr ausrichten

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@kindvbahnhofzoo

So wäre es wünschenswert. In der Praxis sieht das aber auch anders aus. Es gibt so viele dokumentierte Fälle wo eben genau das nicht so einfach gewesen ist und der Arzt lediglich den Verdacht hatte, dass selbst- und fremdgefährdendes Verhalten vorliegt. Warum räumt wohl der Gesetzgeber mittlerweile hier weitreichende Vorsichtsmaßnahmen ein. Aktiv kann man sich nur vorher gegen so etwas verteidigen. Zum Beispiel mit Hilfe einer Vorsorgevollmacht...

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@xAdmiralAckbarx

Welche dokumentierten Fälle von Jugendlichen gibt es denn? Ein Jugendlicher kann keine Vorsorgevollmacht erstellen. Was soll also dieses Blabla von - der Gesetzgeber räume mittlerweile weitreichende Vorsichtsmaßnahmen ein. Das ist doch Stammtischgeschwätz.

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