Was passiert, wenn man sich in der Mitte der Welt durchgräbt?

13 Antworten

Vom Nordpol würde ich nicht unbedingt graben, der liegt unter Wasser, aber das wäre natürlich dein geringstes Problem, und so können wir uns auch vorstellen, dass Du eine Röhre baust, die das Wasser zurückhält.

Während Du nach unten gräbst, würde die Schwerebeschleunigung oder Gravitationsfeldstärke |g› erst leicht stärker werden, weil der Erdkern dichter ist als Mantel und Kruste.

Spätestens ab der Grenze zwischen Mantel und Erdkern jedoch wieder nachlassen, bis zum Erdmittelpunkt aber immer in dieselbe Richtung zeigen, in die Du gräbst.

Im Erdmittelpunkt ist |g›=0, und wenn Du weiter gräbst, spürst Du eine zunehmende Gravitationsfeldstärke in die entgegengesetzte Richtung, gräbst also wieder nach oben.

Die wird rasch stärker, bis etwas über Oberflächenschwerkraft und dann wieder etwas schwächer, bis zum Durchbruch durch die Erdoberfläche an der anderen Seite, von mir aus am Südpol.

Dann musst Du Dich durch eine dicke Eisschicht graben.

Wenn Du dabei abrutschst, fällst Du zurück, durch den Erdkern, nach etwa 45 Minuten (wie jemand ausgerechnet hat) wieder den Nordpol erreichend und in eine gewisse Höhe katapultiert werdend (der Südpol liegt potentialmäßig höher als der Nordpol, denn die Antarktis ist ein Kontinent und ein Berg).

Dort kommst Du zum Stillstand und fällst wieder zurück, wieder durch den Erdkern und zum Südpol, wo Du wieder zum Stillstand kommst. Dein Abrutscher hat Dich etwa 90 Minuten gekostet. Natürlich habe ich in dieser Überlegung die Reibung mit der in die Röhre eingeströmten Luft außer Acht gelassen.

Nun sehen wir einmal von allen hoffentlich bekannten Widrigkeiten ab und betrachten das Vorhaben einmal rein theoretisch-mechanisch.

Du drehst Dich also in Deiner Grube nie um. Dein Körpergewicht nimmt bis zum Erdmittelpunkt ab bis auf null. Dann geht es aufwärts mit Kopfüber-Arbeit bei zunehmendem Körpergewicht. Beim Aufstieg bis zum Südpol wirst Du Dich seitlich befestigen müssen, damit Du nicht zurück fällst.

Wenn das Loch fertig ist und Du fällst (ohne Luftwiderstand gedacht) beim Südpol hinein, dann beschleunigst Du bis zum Erdmittelpunkt, dann wirst Du wieder langsamer bis auf Geschwindigkeit null am Nordpol. Wenn Du Dich dann dort nicht schnell festhältst, fällst Du zurück zum Südpol und ohne Eingriff ewig zwischen beiden Polen hin und her als Pendel.

Bis zum Erdmittelpunkt würdest du nach unten graben. Da die Gravitation immer zum Erdmittelpunkt gerichtet es, hättest du bis zum Erdmittelpunkt das Gefühl nach unten zu graben. Am Erdmittelpunkt wärst du dann schwerelos, da sich die Gravitation durch dei Erdmasse um dich herum ausgleichen würde.

Gräbst du weiter, hast du dann wieder das Gefühl nach oben graben zu müssen, da nach wie vor die Gravitation Richtung Erdmittelpunkt wirkt.

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