Was passiert wenn man langfristig in Deutschland lebt und keine Krankenversicherung hat?

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9 Antworten

Mich interessiert ob man sich strafbar macht und was mögliche Konsequenzen sind.

Strafbar nicht. Es kann dennoch in einem bestimmten Fall im Äußersten zu einer Haft kommen, nämlich wenn man die Beiträge für eine private Pflegepflichtversicherung nicht zahlt, da dies eine Ordnungswidrigkeit darstellt.

Interessanter sind aber die finanziellen Konsequenzen.

Aus den §§ 188 Abs. 4 SGB V und 193 VVG ergibt sich die Pflicht jedes in Deutschland gemeldeten Menschen eine Krankenversicherung zu haben.

Die §§ nehmen den Krankenversicherungen auch praktisch jedes Recht zur Kündigung ihrer Mitglieder / Kunden.

Man häuft ganz einfach jeden Monat Beitragsschulden auf die irgendwann per Beitragsbescheid festgesetzt werden (GKV) oder im gerichtlichen Mahnverfahren oder durch eine Zivilklage festgestellt werden (PKV). In beiden Fällen wäre die Forderung vollstreckbar.

Vollstreckbar heißt Sach-, Lohn- oder Kontopfändung möglich für mind. mal die nächsten 30 Jahre.

Ferner übernimmt die KV keinerlei Behandlungskosten mehr (Ausnahme: Notfälle und Schmerzbehandlung), bis der Rückstand beglichen wurde.

Strafbar machen tust du dich nun nicht automatisch. Wenn du dich entschließt eine Krankenversicherung anzugehören und dann festgestellt wird, dass du bisher keiner angehört hast, werden sie die ausstehenden "imaginären" Beiträge von dir verlangen zzgl. Zinsen. Gesetzlich erlaubt!

Bisher wurden die Beitragsschulden nicht erlassen, seit 2014 können gesetzlich Krankenversicherte diese Schulden in kleinen Raten abbezahlen und die Säumniszuschläge die auf die Beitragsforderungen des Nacherhebungszeitraumes zu erheben wären, werden entweder auf Antrag oder sogar automatisch vollständig erlassen. Auf jeden Fall jedoch angemessen ermäßigen. Die imaginären Beitragsschulden werden auf maximal auf die letzten 4 Jahre und dem aktuellen gerechnet oder vom Zeitpunkt der Nicht-Zahlung.

Grundsätzlich unterliegst du einer Krankenversicherungspflicht. Ob nun Pflichtversichert in einer gesetzlichen Krankenversicherung oder davon gesetzlichen entbunden dafür in einer privaten Krankenversicherung. In deinem der beiden Systeme muss du sein. Selbst wenn du in einem EU Land arbeitest und entsprechend dort versichert bist, aber in Deutschland lebst. Bei der Schweiz (Nicht EU-Land) weiß ich das nicht mehr so genau, dürfte aber so ähnlich ablaufen.

Eine Krankenversicherungspflicht gibt es nur für bestimmte, gesetzlich definierte Personenkreise. Gehörst Du nicht dazu brauchst Du keine Krankenversicherung.

Allerdings solltet Du Dir bewusst sein, dass die Leistungen von Ärzten und Krankenhäusern ziemlich teuer sind und eine schwere Erkrankung sehr schnell zu Deinem finanziellen Ruin führen kann.

Nein, in Deutschland muß jeder eine Krankenversicherung haben.

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@AalFred2

Du hast natürlich Recht, ich habe mich inzwischen eines Besseren belehren lassen.

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Eine Krankenversicherungspflicht gibt es nur für bestimmte, gesetzlich definierte Personenkreise.

Richtig. Für in Deutschland gemeldete Menschen. Nicht für Menschen in Bangladesch oder Burkina Faso.

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Es ist schon erstaunlich was hier bisher für ein völliger Unsinn geschrieben wurde.

Nein, man macht sich nicht strafbar. Die Konsequenz ist, da Versicherungspflicht besteht, dass man Beitragsschulde anhäuft. Wie hoch die dann sind, ist eine individuelle Frage, aber diese Schulden können ggf. eingetrieben werden und sie verfallen auch nicht.

Hallo,

vorab einige Nachfragen:

- Hat die betreffende Person die dt. Staatsangehörigkeit?

Wenn nein: Welcher ausländerrechtl. Status besteht?

Erfolgte eine Anmeldung beim dt. Einwohnermeldeamt?

Handelt es sich um einen Strafgefangenen im Gefängnis?

Ist die Person Soldat bei der Bundeswehr?

Gruß

RHW

 

KK ist pflicht aber es gibt fälle wo man aus der gesetzlichen KK fällt. Es gibt afaik ein paar Hunderttausend ohne KK was bei 82millionen brügern nicht viel ist.

Strafe haste nicht zu erwarten nur hohe Arztrechnungen.

Strafe nicht, aber vollstreckbare Beitragsschulden.

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KK ist pflicht aber es gibt fälle wo man aus der gesetzlichen KK fällt.

Die GKV kann niemanden kündigen. Man kann selbst die Beendingung der Mitgliedschaft forcieren, wenn man z.B. den Nachweis des Abschluss eines PKV Vollversicherung nachweist.

Das ändert aber nur das System. KV-Pflicht besteht noch immer.

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Du mußt alle ärztlichen Leistungen und Medikamente selber zahlen. Das ist ein hohes Risiko

Jedenfalls ist eine KV vorgeschrieben. Kann schon sein, dass es auch Strafe kostet, denn man kann dich ja nicht deswegen verrecken lassen. Also muss der Staat einspringen und das Geld vorschießen. Meine Op an der Aorta hat insgesamt 36 000€ gekostet. Ohne Reha danach. Hätte ich nicht allein zahlen wollen.

Krankenversicherung ist zwar gesetzlich, aber auch wieder nicht.

Im Extremfall kommen viele Güter ins Spiel, wieso, weshalb, warum...?

Solange Du unabhängig bist, wird Dir niemand etwas können, zugleich gönnen...!

Was für ein Unsinn. Das Einzige was man anhäuft wenn man der Krankenversicherungspflicht nicht nachkommt, sind Beitragsschulden die vollstreckbar sind !

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