Was passiert wenn man in der Psychotherapiesitzung weint? Wie reagiert die Therapeutin?

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15 Antworten

Eine gute Therapeutin kann mit dieser Situation umgehen. Du bist nicht die erste, der die Emotionen in der Sitzung durchgehen.

Da die Therapeutin diese Arbeit beruflich macht - und vermutlich auch Psychologie studiert hat - ist sie auf solche Situationen vorbereitet und nimmt sie nicht persönlich.

Oft, liebes Powerfulgirl, tut es sogar enorm gut, den Tränen mal freien Lauf zu lassen.

Hallo, 

Ich kann mich gut mit deinen Bedenken identifizieren. Besonders für Männer ist es nicht leicht, sich in einer Sitzung so weit zu öffnen, dass sie anfangen zu weinen. 

Wie ich aber damit schon verrate: Du weinst, wenn du dich öffnest, also entscheidende Erinnerungen, Gedanken etc. aufgekommen sind. Irgendein Damm ist im wahrsten Sinne des Wortes in dir eingebrochen.

Deshalb ist es für Psychologen sogar ein gutes Zeichen, wenn du weinst. Es bedeutet, dass die Therapie anschlägt. 

Psychologen sind sehr souverän, was Gefühlsausbrüche angeht. (Bei mir im Therapieraum stand sogar ein Taschentuchspender neben dem Sessel. :-) Ganz die professionelle Therapeutin.) 

Je nachdem, wie vertraut ihr euch seid und ob du das möchtest, kannst du in den Arm genommen werden. Ich wollte das nicht und ich glaube auch, dass die meisten das nicht wollen.

Wenn es dir unangenehm ist, dann frag, ob du kurz rausgehen/auf Toilette gehen darfst, dann sieht das niemand. Aber lass es zu und sei im besten Fall sogar bereit, darüber zu reden ("Weshalb genau mussten Sie gerade weinen?"). Das kann bedeutend für die gesamte Therapie sein.

Beste Grüße und viel Erfolg! :-) 

Die kennen das und können damit umgehen! Und dafür brauchst du doch absolut nicht zu schämen oder so. Es ist eine völlig natürliche Reaktion auf Emotionen.

Denk dran, allein das du dir hilfe suchst und an dir selbst arbeitest in einer Psychotherapie ist mutig! Viele trauen sich nicht einmal das. Und wenn du dabei weinen musst, dann ist das eben so! 

Wie dein Therapeut konkret reagiert können wir hier dir nicht benatworten. Aber er wird dich vermutlich einfach reagieren lassen. Solche reaktionen sollte man nciht unterdrücken. 

Ich wünsch dir viel Kraft udn alles Gute!

Es kommt darauf an.

Ich habe eine sehr lange Lehrtherapie hinter mir und natürlich auch viel geweint. In den Arm genommen hat mich mein Lehrtherapeut nicht - ich denke, das ist auch schwierig, wenn die Konstellation Mann:Frau ist.

Er hat mich einfach weinen lassen und blieb ruhig dabei sitzen, ohne mich zu drängen oder zu beruhigen.. Allerdings habe ich ihn nie als gleichgültig oder gar ungeduldig erlebt, sondern er war einfach da. Und das war sehr gut. Ach ja, ab und zu hat er mir ein neues Tempo gegeben.

Der/die Therapeutin wird das tun, wo  er/sie authentisch ist. Es bringt nichts, wenn der Therapeutin einen in den Arm nimmt, weil er/sie meint, das müsse jetzt so sein. Das merkt ein Patient immer. Entweder es kommt von Herzen UND ist fachlich angemessen in der Situation oder aber der Therapeut ist einfach nur da.  Mir reichte das. Einmal habe ich von den 50 Minuten 49 Minuten lang geweint, und er hat die 49 Minuten geduldig dagesessen.

Es war eine sehr gute Stunde.



Sie sind ja darauf vorbereitet dass das passieren könnte. Ich hatte schon viele Therapeuten. Eine kannte ich auch privat und sie hat das für weniger Geld und eher freundschaftlich für mich gemacht. Sie hat mich in den Arm genommen. Alle anderen haben mir gut zugeredet. 

Ich war lange in Behandlung bei einer Therapeutin! Wir haben uns irgendwann auch geduzt und geweint habe ich sehr oft bei den Sitzungen (wenn nicht dort, wo sonst). Außer bei der Verabschiedung hat sie mich trotz unseres guten Verhältnisses nie in den Arm genommen, was ich auch verstehen kann, denn wenn sie alles so nah an sich heranlassen würde, bräuchte sie bald selbst einen Therapeuten!

powerfulgirl 03.07.2017, 10:31

Wie ist das mit dem duzen entstanden? Ging das von ihr aus?

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BlackBetty1 03.07.2017, 10:36
@powerfulgirl

Ich weiß es ehrlich gesagt gar nicht mehr! Auf jeden Fall hatten wir ein sehr inniges Verhältnis und sie hat mir mehrmals das Leben gerettet! Leider mußte sie dann die Praxis mehr oder weniger aufgeben, da sie an Krebs erkrankt ist! Ich denke immer noch mit großer Dankbarkeit sehr oft an sie!

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Weine auch oft, aber das ist normal. Schliesslich gehst Du über Deine Grenzen hinaus und öffnest Dich bezüglich Problemen, welche Du sonst umgehst.

Kommt drauf an, bei einer Psychoanalyse kann es durchaus vorkommen, dass dich der Therapeuth auch umarmt.

Bei einer Psychotherapie nimmt er dein Weinen zum Anlass um genau in dieser "Wunde zu bohren", also heraus zu finden, warum du gerade jetzt weinst und es wird beim Reichen eines Taschentuches bleiben.

Schlimm ist es auf jeden Fall und fast jeder weint bei einer Therapie, deswegen ist sie ja auch da. Nur so lässt sich Bindung schaffen.

Viel Erfolg bei deiner Therapie!

M4rt1n022 03.07.2017, 10:28

Wieso soll es schlimm sein ? Ist doch nichts dabei :-)

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smocan77 03.07.2017, 10:29
@M4rt1n022

Habe das "Nicht" vergessen,, sorry. Also auf keinen Fall schlimm, "nicht schlimm" :D

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Das ist ganz unterschiedlich, einer lässt dich einfach weinen und wartet ob du darüber sprechen magst. Der andere versucht dich zu trösten.

Für dich gilt: Wenn du das Gefühl hast du musst weinen, dann weine.

Tränen spülen viele fiese Gedanken fort.

In der Regel lässt dich ein Therapeut einfach weinen und wartet ab, bis du dich wieder gefangen hast.

Ganz selten kann es vorkommen, dass ein Therapeut auch mal einen Patienten in der Arm nimmt.

Es ist überhaupt nicht schlimm wenn man in einer Therapie weint. Die Psychologen kennen das und können damit gut umgehen.

Ein Therapeut wird dich sicherlich niemals in den Arm nehmen - das widerspricht jeglicher professioneller Distanz.

Wenn Du weinst, dann weinst Du eben. Das gehört zum therapeutischen Prozess eben manchmal dazu.

Wenn Du weinst, kriegst Du Dresche! Mit dem Stock!!

Jetzt mal im Ernst:
Meinst Du, Du bist die einzige, dem sowas passiert?

Das ist für den Therapeuten so normal wie jemand, der beim Bäcker Schwarzbrot verlangt.

Also konzentrier Dich nicht darauf, Deine Tränen unter Kontrolle zu haben sondern auf Dein Problem, weswegen Du da hin gehst.

Alles ok.

Grüße, ------>

Das mit dem In-den-Arm-Nehmen ist recht gewagt.

Das kann bei dem einen Gegenüber positiv aufgenommen werden und Dich quasi zu ihrem "Helden" machen.

Beim anderen ist es genau das Gegenteil. Da wirst Du deutlich zurückgewiesen.

Wieder eine dritte Gruppe mag es unangenehm sein, ohne dass sie das deutlich zeigt. Negative Folgen hat es dennoch.

Da es eben so unvorhersehbar riskant ist, macht das kaum jemand. Man lernt im Laufe der Erfahrung - nicht in einem Psychologie-Studium, wie hier skurrilerweise mal wieder verbreitet wird - berechenbarere oberflächlichere Gesprächsverläufe zu wollen und zu fördern.

Daher wird sie Dir als 08/15-Therapeutin vermutlich eher ein Taschentuch reichen.

Dahika 03.07.2017, 14:19

berechenbarere oberflächlichere Gesprächsverläufe zu wollen und zu fördern.

So ein Quatsch.

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Sie reicht dir ein Taschentuch die sie oder er schon meist auf den Tisch stehen hat, da das seeeehr häufig vorkommt !

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