Was passiert, wenn man die Baumrinde um den Stam herum bis einschließlich zum Kambium entfernt?

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2 Antworten

Das kommt ganz auf den Baum an und das Ausmass des Schadens. Ein Ahorn z.B. überbrückt eine komplette Entrindung von 50 cm ohne sichtbare Beeinträchtigung. Auch bei einem Apfelbaum habe ich schon beobachtet, dass er ungerührt weitergewachsen ist, obwohl Schafe seine Rinde fast restlos abgefressen hatten. Auf die Dauer übersteht natürlich kein Baum eine derartige Schädigung. Das aber ein Baum abstirbt, wenn man die Rinde ringsum nur ein Stückchen entfernt, ist ein Märchen.

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Wenn die Rinde rings um den Stamm herum großflächig entfernt wird, stirbt der Baum in aller Regel ab. In der Forstwirtschaft wird diese Methode sogar benutzt, unerwünschte Gehölze zu entfernen. Würde man diese einfach fällen, gäbe es Lücken im Baumbestand, wodurch bei einem Sturm der gesamte Bestand zusammenbrechen könnte. Der Förster steht also vor einem Dilemma: Das Unerwünschte soll weg, kann aber nicht gefällt werden, weil der Bestand sonst instabil wird. Daher werden diese Gehölze "geringelt", d.h. die Rinde wird ringförmig um den ganzen Stamm herum bis auf das Holz entfernt. Dafür gibt es sogar spezielle Werkzeuge. So stirbt der Baum langsam ab, bleibt aber stehen und dient noch einige Zeit als Stützgerüst. Irgendwann nach einigen Jahren ist er dann so morsch, dass er von allein umfällt, aber in dieser Zeit konnten sich die Nachbarbäume ausreichend kräftigen. Es entstehen so nur kleine Lücken, die schnell wieder zuwachsen.

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