Was passiert, wenn ein Mensch auf dem Mars aufgewachsen ist und er dann nach 20 Jahren auf die Erde kommt, was passiert mit seinem Körper?

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10 Antworten

Hallo Blackoudt,

zumindest bei dieser Frage hattest Du kein Blackout!

Zunächst einmal: Sollte es möglich sein, auf dem Mars geboren zu werden und wieder heil zur Erde zurückzukehren, wäre dieser Mensch zwischen 20 und einem Tag vor seinem 30. Geburtstag ein "gesunder" Twen!

Soweit mir bekannt ist: Vermutlich wird Dir die Frage nach dem Wohlergehen eines Menschen, der nach Jahrzehnten zur Erde kommt, niemand mit letzter Sicherheit beantworten können. Aber: Schon jetzt trainieren Astronauten mit Gewichten, um Knochenschwund zu vermeiden.

Ich könnte mir vorstellen, dass ein Raumanzug auf dem Mars so schwer sein müsste, dass er zusammen mit dem Träger das Schweregefühl auf der Erde simulieren würde. Oder, anders ausgedrückt, jemand mit einem Gewicht von 70 Kilo auf der Erde dürfte umgerechnet etwa 185 KG auf dem Mars wiegen, um sich genauso schwer zu fühlen wie auf unserem Planeten (der Mars hat 38% der Gravitation der Erde).

Würde man das berücksichtigen, würde die Belastung den Knochenschwund verhindern. Zumindest rechnerisch wäre das so, aber ich kann mir vorstellen, dass diese Umrechnung de facto nicht funktionieren oder ausreichen würde, um einem "Marsianer" das Leben auf der Erde zu ermöglichen. Da spielen wohl noch viele weitere Faktoren eine Rolle. Zum Beispiel: Ob diese (angenommenen) 185 KG ausreichen würden, einen Menschen so zu stabilisieren, dass auf der Erde zum Beispiel die Blutzufuhr, die Versorgung aller Organe sowie die Verdauung zufriedenstellend verlaufen würde, wage ich nicht vorherzusagen. Da ist wohl absolutes Fachwissen gefragt.

Das Immunsystem und weitere biochemischen Abläufe müssten sicherlich den Erdverhältnissen entsprechend während der Lebensdauer auf dem Mars (ständig) angepasst werden. Sonst würde jemand, der auf dem Mars geboren ist, möglicherweise seinen ersten Schnupfen auf der Erde nicht überleben (entsprechendes gilt für Kinderkrankheiten).

Vermutlich aber wird die Sache anders aussehen: Sollten wir eines Tages tatsächlich auf dem Mars landen und Kolonien bilden können, sodass Menschen dort erdähnlich leben können, dann sollte die Medizin viele diesbezügliche Fragen (mehr oder weniger) gelöst haben. Auch die Flugzeit dürfte drastisch reduziert werden können. Bereits jetzt werden Raketenantriebssysteme getestet  (z. B. Plasma-Antrieb), die die Flugzeit zwischen den beiden Planeten wesentlich verkürzt (statt mehrerer Monate nur einige Wochen).

Sollten tatsächlich eines Tages Menschen auf dem Mars leben oder dort geboren werden, dürfte sich die Flugzeit weiter verkürzt haben. Vielleicht nicht gleich am Anfang - aber eine Kolonisierung ist ja auch über Jahrhunderte denkbar. Vergleichen wir das einmal mit den Bedingungen auf der Erde, so stellen wir fest, dass man heute einige Stunden braucht, um mit einem modernen Linienflugzeug von Europa nach Amerika zu fliegen. Kolumbus hat vor 500 Jahren für diese Strecke gut einen Monat gebraucht.

Moderne Antriebssysteme werden vermutlich die Strecke Erde - Mars und zurück) in absehbarer Zeit drastisch verkürzen, vor allem, wenn man den Mars wirklich kolonisieren möchte.

Was ich damit sagen will: Menschen, die auf dem Mars geboren werden, müssten nicht 20 oder 30 Jahre warten, um zur Erde zu fliegen. Wenn man einige Tage für die Reise brauchen würde, könnten Marskinder ihre Ferien auf der Erde verbringen. Bis dahin dürfte sich nicht nur das gesamte technische Equipment grundlegend geändert und verbessert haben, sondern auch die medizinische Versorgung. Bis hin zur Veränderung der Genstruktur von Mensch und Tier (Tiere wollen natürlich auch auf den Mars!) ist alles denkbar.

Vielleicht aber wollen Marsianer gar nicht mehr auf die Erde (zurück). Nach dem geglückten Tarraforming leben die besseren Menschen sowieso auf dem Mars, denn nur zu diesem Zweck haben sie ihn ja besiedelt (haha!).

So far, so good. Der Mensch denkt - und Gott (Vorsehung, Bestimmung, Schicksal, Karma, Tao, das Unbewusste etc.) lenkt.

Also: Abwarten und Tee trinken. Der wird sicherlich auch auf dem Mars köstlich munden . . .

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wenn der kleine marsianer nicht von klein auf darauf vorbereitet würde, irgendwann die erde zu besuchen, wäre es für ihn lebensgefährlich. egal wie viel krafttraining er kurz vor seinem ausflug machen würde. die ganzen organe etc. wären dem enormen druck nicht gewachsen....

lg, Tessa

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Er müsste wohl enormes Krafttraining über sich ergehen lassen und das für eine lange Zeit. Erst dann wäre er bereit für die Erde. 

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Der mars ist um einiges kleiner als die erde, d.h. Der körper des marsianers wäre an die geringere gewichtskraft auf dem mars gewöhnt! Seine knochen, seine muskulatur, sein blutkreislauf, seine bindegewebe... Auf der erde könnte dies zu komplikationen führen, er wäre kaum in der lage aufrecht zu gehen, ob sonst was ist, kann dir wohl nur ein mediziner oder biologe sagen! Lg

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Das beantwortet deine Frage zwar nicht direkt, aber es ist vielleicht interessant:

Im Buch "Marsprojekt" von Andreas Eschbach gibt es ein Kind, das auf dem Mars als Frühgeburt zur Welt kam. Frühgeburten haben ein Problem mit der Lungenreife. Auf der Erde löst sich das Problem wohl "von selbst", bei diesem Marskind haben sich die Lungenwände aber nur verdickt. Als versucht wird dieses Marskind zurück auf die Erde zu holen fällt dies bei einer medizinischen Untersuchung auf. Die erhöhte Schwerkraft auf der Erde würde dafür sorgen, dass die Lunge dieses Kindes zusammenfällt, da den Lungenwänden die nötige Stabilität fehlt und sie sich nicht mehr weiter verdicken könnten, ohne die Fähigkeit zu atmen einzuschränken.

Inwieweit das der Wahrheit entspricht kann ich nicht beurteilen, dachte mir aber das es zumindest als Gedankenspiel behilflich sein könnte.

MfG

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Ein solches Szenario wird es nicht geben.

Der Mars hat kein eigenes Magnetfeld und keine Atmosphäre demnach sind Menschen auf dem Mars der kosmischen Strahlung ungeschützt ausgesetzt.

Sie werden 20 Jahre auf dem Mars also gar nicht erst überleben, selnst wenn sie bis dorthin kommen würden.

Günter

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Epicmetalfan 03.11.2016, 10:36

eine station bauen wäre jetzt nicht wirklich ein problem

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LothardeDecker 04.11.2016, 03:15

Sollten Menschen eines Tages auf dem Mars leben wollen, wird man nicht umhin können, die Raumanzüge mit einem Schutz vor der kosmischen Strahlung auszustatten. Da die Gravitation der Mars nur gut ein Drittel der Anziehungskraft der Erde beträgt (etwa 38%), darf ein Schutzanzug entsprechend schwer sein. Ein Astronaut könnte sich dennoch ohne Mühe auf dem Mars bewegen. Die Unterkünfte lassen sich zudem vollständig schützen, da hier das Gewicht keine Rolle spielt.

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Auf dem Mars hätten wir nicht mal 4m/s² und hier haben wir fast 10. Das ist schon ein gewaltiger Unterschied.

Um das mal zu verdeutlichen, möchte ich hier mal die Fallbeschleunigung in die Waagrechte bringen.

Um die Beschleunigung von einem g zu erreichen, braucht man schon einen guten Sportwagen. 0,4g bring man mit fast jeder Möhre noch hin.

Du kannst das ja mal für dich testen und Dir Sandsäcke besorgen. Die befüllst Du mit etwa 1 1/4 Deines Körpergewichtes und dann machst Du mal ein paar leichte Übungen damit, wie Treppensteigen, hinsetzen und wieder aufstehen und einfach mal ein bisschen rumspazieren.

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Mark1616 03.11.2016, 23:43

Bräuchte er nicht nur 6/10 seines Gewichtes?

Außerdem muss man dabei ja auch bedenken, dass sich Muskeln nicht nur in den Armen/Beinen befinden. Das Herz ist ein Muskel, die Atmung erfolgt mithilfe von Muskeln, Augen werden mithilfe von Muskeln gesteuert, es könnte wahrscheinlich selbst bei einer Erektion Probleme geben, denn irgendwelche Muskeln müssen das Blut ja auch dort hineinpumpen.

Ich kann mir nicht vorstellen, wie man diese Muskeln trainieren sollte. Im Gegensatz zu einem "Erdenbürger" wären diese Muskeln bei einem "Marsianer" absolut unterentwickelt.

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JackBl 04.11.2016, 08:43
@Mark1616

Hm? Hab ich hier einen Denkfehler drin?

Wenn wir auf dem Mars landen würden, hätten wir um 6/10 weniger, also nur 4/10 unseres Gewichtes.

Umgekehrt hätte er dann 10/4, oder? Das wäre dann ja das 2,5-fache!

Kann man das jetzt so eins zu eins umrechnen?

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Mark1616 04.11.2016, 14:57
@JackBl

Du hattest schon recht. Er braucht das 2,5-fache seines Gewichtes. Ich war gestern wohl schon etwas zuuu müde. ;)

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Davon abgesehen, daß ich es für zweifelhaft halte, daß dort Menschen geboren werden können: Sollte es doch gelingen und derjenige wächst mit viel geringerer Schwerkraft auf, als bei uns, müßte er sich noch viel stärker umgewöhnen, als andersrum.

Die Schwerkraft der Erde könnte ihn erdrücken.

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Die Gravitation ist auf der Erde viel größer, er würde also durch sein eigenes Gewicht zermatscht.

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Je nachdem wie gut du Englisch kannst, kann ich dir dieses Video (und auch alle anderen ^^) von Vsauce empfehlen:

lg

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