Was passiert wenn die Person beim Einschreiben nicht anwesend ist (Kündigung)?

9 Antworten

Eine Kündigung wird erst zu dem Zeitpunkt wirksam, wenn diese dem Kündigungsempfänger zugegangen ist – der Zeitpunkt des Kündigungszugangs ist daher für die Berechnung der Kündigungsfrist besonders wichtig. Wird die Kündigung durch den Arbeitgeber persönlich übergeben, geht die Kündigung zum Zeitpunkt, d.h. an dem Tag zu, an dem die Übergabe stattfindet. Problematischer ist die Ermittlung des Zugangs, wenn die Kündigung nicht persönlich übergeben, sondern mit der Post verschickt oder durch einen Boten übergeben wird.

Bei einem sogenannten Zugang unter Abwesenden (vgl. § 130 BGB) wird die Kündigung grundsätzlich wirksam, wenn der Empfänger von ihr Kenntnis nimmt, also etwa seine Post öffnet und das Kündigungsschreiben liest. Allerdings gilt der Zugang einer Kündigung unter Abwesenden auch bereits zu dem Zeitpunkt als erfolgt, in dem die Kündigung in den „Machtbereich“ des Empfängers gelangte und in dem man unter gewöhnlichen Umständen mit einer Kenntnisnahme rechnen konnte. Wird ein Kündigungsschreiben am späten Nachmittag (17 Uhr) eingeworfen, so gilt die Kündigung somit erst als am nächsten Tag zugegangen, da der Briefkasten gewöhnlich nur einmal täglich geleert wird.

Völlig irrelevant ist übrigens das Datum, das auf dem Kündigungsschreiben als Datumsangabe vermerkt ist. Dieses bezeichnet lediglich den Tag, an dem die Kündigungserklärung aufgesetzt wurde.

Fazit: Wenn der eingeschriebene Brief daher nicht bei der Post abgeholt wird, ist die Kündigung nicht wirksam zugegangen!

Mein Chef weiß schon über die Kündigung Bescheid, gilt die dann trotzdem als fristgerecht?

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@nadeeen

Nein er muss den Brief in Händen halten und die Möglichkeit haben diesen zu lesen. Erst dann ist es fristgerecht. Eine Kündigung muss im Original unterschrieben sein FAX/E-Mail reichen nicht aus. Wenn er den Brief nicht bis zum 31.01.2019 abholt kann er sich rechtlich darauf berufen, die Kündigung nicht fristgerecht bekommen zu haben. Notfalls ein neues Schreiben aufsetzen, unterschreiben und persönlich abgeben.

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@Amnesius
er muss den Brief in Händen halten

Nein, er muss das Kündigungsschreiben nicht "in Händen halten", das Schreiben muss lediglich in seinen "Macht"- oder Verfügungsbereich gelangen.

Ob er dann tatsächlich auf das Schreiben zugreift oder (weil er z.B. im Urlaub ist) nicht, spielt keine Rolle.

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@Familiengerd

Ja schon klar, aber so lange der Brief bei der Post rumliegt ist es jedenfalls nicht in seinem Macht- und Verfügungsbereich, sondern erst dann wenn er abgeholt wurde, von wem auch immer, der die Befugnis dazu hat.

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@Amnesius
Ja schon klar ...

Das ist aber etwas Anderes als den Brief "in Händen halten"!

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@Familiengerd

Hab ich doch in meiner Antwort unmissverständlich formuliert:

Fazit: Wenn der eingeschriebene Brief daher nicht bei der Post abgeholt wird, ist die Kündigung nicht wirksam zugegangen!

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Vielen Dank für deine Hilfe!
Persönlich geht leider nicht da die Entfernung zu groß wäre.

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Es zählt das Datum der Zustellung.

Schick die Kündigung per Einwurf-Einschreiben.

Da quittiert der Zusteller den Einwurf in den Briefkasten.

Es zählt das Datum der Zustellung, d.h. wenn das Schreiben in die "Einflusssphäre" des Empfängers gelangt ist.

Es ist Aufgabe des Empfängers, seinen Briefkasten zu leeren. Wenn er das z.B. wg. Urlaubsabwesenheit nicht kann, gilt das Schreiben trotzdem als zugestellt.

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