Was passiert, wenn alle studieren und Doktortiteln haben (wer nimmt dann die etwas weniger bezahlten und schönen Jobs)?

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11 Antworten

Deine Frage gefällt mir, weil sie so schön deutlich macht, dass entgegen aller Mär eben nicht jeder im Land nach oben kommen kann.

Immerhin ist unser System so ausgerichtet, dass immer nur einige wenige auf dem Rücken einer unterprivilegierten Masse Mensch nach oben schwimmen können, während die da unten sich abstrampeln, noch genug Luft zum Atmen zu bekommen.

Und sollte das sog. Humankapital im unteren Level doch einmal nicht reichen, so hat sich der Kapitalismus auch heute schon als findig gezeigt. Zum einen durch das Anwerben armer Würstchen aus dem Ausland, wie im großen Stil in den Wirtschaftswunderjahren geschehen, zum anderen durch das Verlegen des Lumpenproletariats in andere Länder mit noch weniger Arbeitnehmerrechten.

Bislang sorgen die oben immer noch dafür, dass es unten genug Leute gibt, an denen sie sich reich stoßen können.

Insgesamt gilt in unserem System die Maxime: Mein Glück ist das Pech meines Bruders.

Es wäre schön, wenn wir den Wert, den wir den unterschiedlichen Arbeiten zumessen, einmal überdenken wollten und begriffen, dass auch die Tätigkeit eines Müllfahrers oder Toilettenreinigers für das Große und Ganze zwingend notwendig ist, und somit auch eine entsprechende Wertschätzung erfahren sollte.

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Kommentar von nikfreit
03.06.2016, 15:57

Klasse Beitrag! Danke.

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Die Frage finde ich interessant.

Deutschland hat immer noch weniger Akademiker als die meisten europäischen Länder. Die kennen aber auch kein duales System der Ausbildung.

Also haben dort die Leute entweder studiert oder sind nur angelernt. Das halte ich persönlich auch für ein schlechtes Modell. Beispielsweise ist die Jugendarbeitslosigkeit in GB deutlich höher während die Arbeitslosigkeit insgesamt ähnlich wie bei uns ist.

Tätigkeiten für Geringqualifizierte werden durch Automatisierung in Deutschland immer weniger. Schon lange gibt es keine Löterinnen mehr am Band.

Es machen aber immer weniger Leute eine Lehre. Die dürften uns tatsächlich am stärksten fehlen. Ich stimme der Grundaussage also zu. Die Studenten können ja auf niedrigere Qualifikationen ausweichen.

Schuld sind vor allem die Arbeitgeber. Zwar kommen ständig große Sprüche, wie zukunftsträchtig Lehrberufe sind. Aber jeder Jugendliche weiß natürlich, dass dies PR-Gequatsche ist. Deshalb orientieren sie sich zurecht lieber am Studium.

Lehrlinge werden oft schlecht behandelt, verdienen wenig und haben schlechte Arbeitszeiten. Wenn sie ausgebildet sind, wird es in der Praxis auch kaum besser.

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Die, die einen Doktortitel haben in einem Bereich, der wirtschaftlich gerade nicht benötigt wird.
Studium ist auch heute kein Garant für einen hohen Verdienst.

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Okay, das ist simpel. Stellen wir uns der Einfachheit halber ein isoliertes System vor. Die Leute mit den Dokortiteln (also alle) wollen einen Job in ihrem Feld haben, die meisten finden aber keinen, da dort ein Überfluss an Arbeitskräften herrscht. 

Gleichzeitig haben die Unternehmen die sich um z.B. Müllabfuhr und Straßenreinigung kümmern keine Arbeitskräfte und können ihre Arbeit daher nicht verrichten. In den Straßen häuft sich der Müll, die Leute sind bereit mehr und mehr dafür zu zahlen dass endlich jemand den Müll abholt. Das bedeutet, dass der Arbeitgeber höhere Löhne anbieten kann, um Arbeiter anzulocken. 

Am Ende haben wir also die Situation dass Müllmänner seitens Verbraucher und Arbeitgeber derart begehrt sind, dass der Lohn eines Müllmannes den Lohn eines z.B. studierten Informatikers weit übertrifft. Was macht also logischerweise ein Informatiker, der arbeitslos ist? Natürlich nimmt er den Job als Müllmann an, in dem er sowieso mehr verdient.

In einem System, in dem aber Müllmänner besser bezahlt werden als Akademiker, wird der Nachwuchs sich denken: Wieso soll ich jetzt extra 6 Jahre studieren, wenn ich als Müllmann sowieso besser verdiene? Und schwuppdiwupps geht die Zahl der Studierenden etwas nach unten, es bewerben sich mehr als Müllmänner, der Lohn der Müllmänner sinkt, und am Ende ist alles wieder mehr oder weniger ausbalanciert.

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Natürlich nehmen die Dr. die Jobs.. muss doch jemand machen. Aber das wird nie dazu kommen.

In unserer Gesellschaft zeichnet sich schon in der Schule ab, wer ein Gewinner und ein Verlierer sein will. Die Chancen sind für alle gleich. In meiner Klasse bestand die hälfte aus Verlierern (die tatsächlich das auch sein wollten). Sie machten keine Schularbeiten, hingen ständig in der Freizeit rum statt zu lernen, schwänzten die Schule, gingen nach dem Sportunterricht einfach nachhause (obwohl noch 2 Std. zu bewältigen waren) und hatten sich diesen ,,Gossenslang" zugelegt *würg*

Witzigerweise bin ich 3 von denen wieder begegnet... Alle 3 Arbeitslos.. 2 von denen sind bei der Antifa (wohnen noch bei Mama^^) und der 3. behauptete die Lehrer seien Schuld... sie seien Nazis und hätten ihn durchfallen lassen, weil er Ausländer sei.

Echt ulkig... statt in den Spiegel zu schauen wer wirklich die Schuld trägt. ;)

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Guten Morgen,

dann ist es normal, dass Leute mit einem Doktortitel niedrige Arbeiten verrichten und es wird dann etwas höheres als das Studieren geschaffen. Aber dies wird in diesem Leben nicht mehr passieren.

KaterKarlo2016

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Das wird nicht passieren, da zum Studium ein gewisses Maß an Intelligenz erforderlich ist, die ein großer Teil der arbeitenden Bevölkerung nicht besitzt.

Außerdem: je mehr sich bei den Unis um einen Studienplatz bewerben, desto höher wird der Numerus clausus: auch das selektiert.

Die Menge der Studienplätze wird auch nicht unendlich ausgeweitet werden aus Kostengründen

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so funktioniert das System nicht.

eine Regierung wird sein Volk schon in die Bereiche einteilen in der sie gebraucht werden. Beispiel: es können nicht 40 Millionen studieren wenn es nur 1 Millionen Studienplätze gibt.

selbst wenn dann 1 Millionen studieren: wenn aber nur ca 100.000 Ärzte gebraucht werden macht man die Prüfungen so schwer dass ca 900.000 durchfallen.

die Regierung kümmert sich um das Gleichgewicht. ob es um hauptschule realschule Gymnasium Ausbildung Studium oder sonst was geht.

ohne Gleichgewicht herrscht chaos

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Dann hätten wir einen Doktorantenstaat, was nicht so schlimm wäre!  Schlimm wäre allerdings wenn alle Arbeiten in der Zukunft von Robottern erledigt werden würde! :)

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Lasst uns nicht über ungelegte Eier reden - einfach weil das nie passieren wird.

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Mache dir keine Sorgen dass wird nicht passieren.

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