Was passiert rechtlich, wenn ich ein Haus erbe, dieses Haus aber meine Frau durch eine Drohung

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7 Antworten

Ihre Fragestellung ist leider etwas unpräzise. Es geht offenbar darum, wenn ich es richtig verstehe, dass eine Person X unter einer von Ihrer Frau ausgehenden Drohung (worin bestand die Drohung eigentlich ? Wusste sie etwas Nachteiliges über X. und drohte ihm mit Offenlegung oder etwas ähnliches ?) ihr ein Haus geschenkt hat. Diese Schenkung und. der Eigentumsübergang auf Ihre Frau ist vermutlich im Grundbuch eingetragen worden. Nun ist das Haus im Erbwege nach dem Tod Ihrer Frau auf Sie übergegangen. Und Sie wollen wissen, ob der X. jetzt das Haus von Ihnen zurückverlangen kann. Wenn das Ihre Fragestellung ist, dann gilt folgende:

Sofern zum Zeitpunkt des Todes Ihrer Frau ein Anfechtungs- und damit Rückforderungsrecht gegen Ihre Frau noch bestanden hat (wenn also die Zwangslage des X. noch bis zu ihrem Tod angedauert hat), haben Sie mit dem Haus auch die Rechtsfolgen der Drohung "geerbt" (das heißt: diese Rechtsfolgen können nunmehr gegen Sie als Erben geltend gemacht werden). Praktisch bedeutet das gemäß §§ 123, 124 BGB, dass der X. die Schenkung Ihnen gegenüber anfechten kann, wenn zwischen dem Zeitpunkt der Beendigung seiner durch die Drohung begründeten Zwangslage und seiner Anfechtungserklärung nicht mehr als ein Jahr verstreicht Also mit andewren Worten: Der X. kann innerhalb eines Jahres nach Beendigung seiner Zwangslage die Schenkung auch Ihnen als Erben gegenüber anfechten. Dass Sie von der Drohung nichts gewusst haben wollen, ist unerheblich, da Sie als Erbe die Rechtsnachfolge Ihrer Frau in dem Umfang und in der Form antreten, wie sie Ihrer Frau als Erblasserin gegenüber bestanden hat. Wenn also zum Beispiel die Zwangslage des X. erst durch den Tod Ihrer Frau behoben worden ist (z.B. weil nur sie etwas gegen ihn drohend in der Hand hatte !) könnte er innerhalb eines Jahres vom Todestag an Ihnen gegenüber erfolgreich die Anfechtung erklären und das Haus aufgrund Ihrer dann eingetretenen "ungerechtfertigten Bereicherung" heraus verlangen. War die Zwangslage schon früher - woduch auch immer beseitigt worden - und ist danach bis heute ein Jahr verstrichen, können Sie damit rechnen, dass Sie das Haus behalten dürfen.- Damit aber genug - sonst wird´s ein Rechtsgutachten, das eigentlich nicht kostenlos zu bekonnen ist !

Wenn die "Schenkung" auf Grund einer Straftat (Drohung) erfolgte, kann sie natürlich angefochten werden. Da ist noch 10 Jahre nach dem Notarvertrag passieren.

gut vielen Dank. Ich habe einen Blick ins Gesetz geworfen und da steht im § 123 Abs. 2 Satz 2 Bürgerliches Gesetzbuch : unmittelbar ein Recht erworben. Das ist dann in diesem Fall auch so? Durch das Testament komme ich an das Haus, ohne die Schenkung, die unter Drohung erfolgt ist, käme ich nicht an das Haus?Ist das wichtig wann ich genau von der Drohung erfahren habe?

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@Miofrage

Der Erblasser kann gar nichts vererben, was er unrechtmäßig erworben hat. Aber wie gesagt, das muss bewiesen werden. Wann DU von dieser Drohung erfahren hast, ist vollkommen egal.

Man kann auch ein gestohlenes Aito nicht rechtswirksam verkaufen.

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@Miofrage

Wichtig wäre zu wissen, wer denn nun von wem, zu welchem Zeitpunkt und in welcher Weise beweisbar bedroht wurde!?!

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@DerHans

Der Erblasser kann gar nichts vererben, was er unrechtmäßig erworben hat

Na zumindest wurde die Eigentümerstellung im Grundbuch vererbt. Und die genießt guten Glauben. Und ein Grundstück kann schon mal nicht nach § 935 BGB gestohlen oder abhanden gekommen sein.

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@jurafragen

Deswegen habe ich ja geschrieben, dass eine bloße Behauptung nicht ausreicht.

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@DerHans

Trotzdem kann ein "unrechtmäßig erwirbenes Grundstück" grundsätzlich vererbt werden.

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Wer im Grundbuch steht, der ist Eigentümer. Stirbt der Eigentümer, so erben dessen Nachfahren, sofern testamentarisch nichts anderes bestimmt ist. In welchem Verhältnis stehen Sie zu der im Grundbuch eingetragenen verstorbenen Person?

Du bist durch Erbfall erst einmal Eigentümer des Grundstücks geworden. Allerdings besteht für den durch deine Frau Bedrohten die Möglichkeit, seine Willenserklärung anzufechten. Dadurch kann es unter Umständen zu einem Rückabwicklungsverhältnis kommen. Bei der Anfechtung sollte man aber die Frist beachten, die in solchen Fällen wohl meist schon verstrichen ist. Ich muss darauf hinweisen, dass das nur meine spontane Einschätzung zur Rechtslage widerspiegelt und andere Rechtsanwender wohl zu einem anderen Ergebnis kommen könnten, da dieser Sachverhalt ein paar Schwierigkeiten aufwirft.

es ist nur entscheidend, wer im Grundbucg steht, denn dem gehört das Haus. Wer was anderes behauptet, der muss es beweisen können. Kannst du diese Drohunh beweisen, dann geh zum Anwalt, hol dir Rat und ende dann, ob du rechtliche Schritte einleiten möchtest. Kannst du ncihts beweisen, dann lass es ruhen, denn sonst bekommst du noch eine Verleumdungsklage an den hals.

Nochmal von vorn. Wer ist tot? Wer hat was von wem geerbt. Wer wurde von wem bedroht?

Es kann ja nicht sein, dasß das Haus zugleich vererbt und verschenkt wurde an 2 verschiedene Personen. Das kommt bei deiner Frage raus. Fangnochmal von vorn an.

Ich kann nur soviel sagen: Was du erbst, gehört dir. Nicht deiner Frau und auch sonst niemandem. Aber erst, wenn der Erblasser tot ist. Wenn er das Erbe vorher verschenkt, kannst du vor Gericht gehen, die Schenkung anzweifeln oder sonstwas. Dann brauchst du aber ganz dringend einen Anwalt. Wenn du aber das Haus inzwischen rechtmäßig geerbt hat, und auch die nötigen Papiere dafür besitzt, kann dir niemand das Haus wegnehmen.

Also lieber ganz allgemein und verständlich: Wenn Ehegatten ein Testament ablegen und die Person (Frau) verstirbt, die vorher ein Haus geschenkt bekommen hat, aber eben durch eine Drohung. Wenn die damals bedrohte Person jetzt auftaucht und ihr Geschenk zurück haben möchte, kann sie das?

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@Miofrage

Ein Geschenk kann man nicht so einfach zurückfordern. Besonders bei nem Haus mit den ganzen Formularen und Eintragungen.

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@Miofrage

Wenn diese Person die damalige Bedrohung beweisen kann, kann das ganze "rückabgewickelt" werden.

Eine einfache Behauptung reicht da natürlich nicht.

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Du kannst ein Haus nicht erben, welches deiner geschiedenen? Frau gehörte und die es wiederum nach ihrem Tod weitervererbt hat.

Sonst solltest du mal bischen genauer werden.

Aber egal wie die Sache wirklich aussieht, das wäre ein Fall für das Gericht (Rechtsanwalt) und bestimmt nicht für GF.

Nein durch das Testament meiner Frau habe ich das Haus geerbt.

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@Miofrage

Wenn das Testament rechtmäßig ist, dann gehört das Haus dir.

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@Miofrage

Der tote Erstbesitzer des Hauses wird kaum beweisen können, dass er von deiner toten Exfrau bedroht wurde.

Aber gänzlich unmöglich ist so eine Rückabwicklung nicht, dann wäre aber bestimmt ein Gericht (oder mehrere) über längere Zeit beschäftigt.

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@bigsur

ok, aber die Schenkung kann man doch rückgängig machen oder nicht? Wurde ja bedroht...

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