Was passiert nach einem Schlaganfall?

9 Antworten

Deine Frage kann man nicht pauschal beantworten.

Bei einem Schlaganfall vertsopft eine Gefäß, welches das Gehirn mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Der entstehende Schaden hängt davon ab, wie groß das Gefäß ist, also wieviel Gehirn es versorgt, und wie lange das Gefäß verschlossen war. Es gilt: je größer das Gefäß und je länger der Verschluss angehalten hat, desto größer der Schaden.

Wie gut sich ein Mensch erholt, hängt von vielen Faktoren ab, z.B. wie alt ist der Patient, wie gut sind seine restlichen Gefäße im Gehirn,etc..

Prinzipiell können sich Defizite zurückbilden. Wichtig ist ein früher Beginn der Reha und eine hohe Motivation des Patienten. Teilweise lassen sich erstaunliche Erfolge erzielen. Einige Symptome verschwinden auch bereits relativ schnell innerhalb der ersten Tage. Dein Verwandter ist bestimmt auf einer sog. "Stroke unit", dort werden die Komplikationen, die nach einem Schlaganfall entstehen können überwacht und immer wieder die untersucht, ob sich Symptome verändern (zurückbilden oder evt auch schlimmer werden). Alleine die Versorgung auf einer Stroke Unit verbessert das funktionelle Ergebnis nach einem Schlaganfall, weil Komplikationen früh erkannt und gezielt behandelt werden.

So wie du es schilderst, scheint es kein kleiner Schlaganfall gewesen zu sein, daher könnte es sein, dass sich nicht alles zurückbildet. Es ist aber gut möglich, dass dein Verwandter einige Fähigkeiten zurückerlangt und Kompensationsmechanismen entwickelt, die ihm helfen besser mit der Behinderung umzugehen.  In der Reha werden die entstandenen Behinderungen gezielt trainiert.

Wie ist denn ein leichter Schlaganfall, und wie ein schwerer? Und was bessert sich gut, und was nicht so?

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@fruehkartoffel

Ein leichter Schlaganfall hat z.B. nur wenige, eher schwächer ausgeprägte Symptome, die sich im Verlauf rasch gut rückläufig zeigen, z.B. nur eine leichte Schwäche einer Körperhälfte und nicht eine komplette Bewegungsunfähigkeit. Es gilt einfach das naheliegende: Je weniger Symptome und je geringer ausgeprägt, desto besser. (Es gibt Skalen, nach denen das in einer Klinik in ungefähr eingeordnet wird, so z.B. NIHSS (national institute of health stroke scale), demnach beginnt ein schwerer Schlaganfall etwa ab 10-15 Punkten und ein sehr schwerer Schlaganfall wäre ab 20- 25 Punkten.)

Was sich gut zurückbildet, lässt sich leider auch nicht so pauschal sagen, es kommt wie gesagt drauf an, wie groß der Schlaganfall ist und wie stark die Symptome ausgeprägt sind. Doppelbilder können sich z.B. manchmal recht schnell zurückbilden..

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Von der Stroke Unit kommt man aber nicht direkt in die Reha. Da kommt erst noch dazwischen ein  Aufenthalt auf Normalstation.

Erst dann, wenn sich auf der Normalstation zeigt, dass die Lage so stabil ist, dass nicht mit weiteren Verschlechterungen zu rechnen ist, kommt der Patient in die Reha.

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Die im Gehirn (durch einen Verschluss der versorgenden Adern und Sauerstoffmangel) ausgefallenen und "toten" Bereiche müssen durch andere Bereiche des Gehirns "ersetzt" werden. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Der geschilderte Fall mit sehr umfangreichen Ausfällen wird dann sehr, sehr lange dauern. Eine genaue zeitliche Prognose kann niemand stellen. - Wichtig war die Zeit, die verstrichen ist, bis er die ersten medizinischen Maßnahmen erhalten hat. Nur bei einer sofort eingeleiteten medizinischen Maßnahme hat du eine relativ positive Prognose... Ein Freund von mir ist am vergangenen Freitag "umgekippt" - Schlaganfall direkt im Krankenhaus - sofortige Behandlung - nur der linke Arm ist aktuell betroffen...

Eine REHA kann sehr viel bringen. mein Vater hatte vor 8 Jahren auch einen Schlaganfall und lebt jetzt wieder selbstständig allein zu Hause. Also bitte nur positiv denken !

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