Was passiert nach dem Erwachen aus dem Koma?

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15 Antworten

Ich lag 4 Wochen im (künstlichen) Koma und muss sagen, dass ich danach ca. 3-4 Wochen wahnsinnig viel geschlafen habe und viele Alpträume hatte. Ich wurde in ein anderes Krankenhaus verlegt, kurz nachdem ins Koma gelegt wurde und konnte mich daran nicht erinnern. Ich fragte mich, warum meine Verwandten ein Stunde statt 15 Minuten zu mir brauchten, das alles musste man mir sagen. Allerdings weiß ich auch vieles aus der Zeit, beispielsweise exakt wie meine Krankengymnastin, die mich in der Zeit täglich 3x besuchte, sprach, wie sich das anhörte. Meine Mutter wusste, dass ich gerne Radio höre und stellte deshalb oft das Radio an, ich weiß noch genau, wie damals Songs wie Waka Waka usw. rauf und runter liefen. Nach dem Koma war mir Familie (Freunde durften mich nicht besuchen..) so wichtig wie nie. Ich war schließlich auch von ihnen abhängig, in solch einer Situation wächst man sehr stark zusammen. Ich konnte 1 1/2 - 2 Wochen nicht sprechen, da mein Hals durch die Beatmung so geschädigt war, allerdings musste ich nicht neu sprechen lernen, was ich mir bei so langen Fällen, wie du meinst, schon vorstellen kann. Sobald es ging versuchte ich mich hinzusetzen und später auch aufzustehen. Da ich von dem Sedierungsmittel abhängig wurde, hatte ich auch schwere Entzugserscheinungen, dass ist echt richtig heftig. Naja, aber jetzt kann ich alles wieder, mich bewegen usw. und ich merke erst nach meiner schweren Krankheit (Ich war mehr als 4 Monate im Krankenhaus), wie gut und schön das Leben ist, nach dieser Zeit kann man auch die ganz kleinen Dinge schätzen und sieht viele Sachen als unwichtig an, die andere als wahnsinnig schlimm oder doof empfinden. Das ist die Sachen aus meiner Sicht, ich hoffe ich konnte dir ein wenig einen Einblick geben. :-)

DH! Super Antwort! Du hast sicherlich Recht, nach dem Koma lernt man das Leben erst richtig schätzen, es gibt ja auch so einen bekannten Spruch ;) :

Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche, ein kranker nur einen ...

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Ich halte es auch für sehr unwahrscheinlich nach 10 Jahren wieder aus dem Koma zu erwachen.

Noch schlimmer ist aber die Vorstellung was dann mit einem Passiert...

wenn jemand von euch schon mal eine woche mit schwerer Grippe im Bett lag weiß er wie schwach man sich danach fühlt. Die muskulatur baut ab...nach 10 jahren ist keine kraft mehr da...die gelenke werden langsam steif, dass kann nach so langer zeit auch keine physio ganz aufhalten.

ich stelle mir das alles viel schwerer vor als den tod. man muss ja bedenken, dass für die patienten dieser zustand von jetzt auf gleich eintrat. den leidensweg bekommen nur freund und falilie mit. Stell dir vor du gehst heute ins bett und wachst morgen auf und kannst nichts mehr...alles was du siehst ist dir fremd, reden geht nicht, usw. ...grausam.

Man lebt nur ein trauriges mal , deswegen ist glücklich sein das wichtigste, und Glücklich wird man danach wieder , wenn man alles wieder erlernt hat

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Nach einer schweren OP und Sepsis wurde ich ins künstliche Koma gelegt. Zeitweise war ich so klar, daß ich später wortwörtlich Gespräche wiederholen konnte, die bei mir am Bett geführt wurden. Ein Zeitgefühl, Tag, Nacht, Tag oder Woche hatte ich nicht. Das größte Problem nach dem Aufwachen war die Atmung, das ging nur mit der Maschine und ich hatte unter der Maske ständig Panik-Attacken. Sprechen ging natürlich auch nicht, da hat man mir eine Tafel und einen Stift gegeben. Die Wochen waren sehr unangenehm. Dann wurde ich in ein anderes Krankenhaus verlegt und ich hatte das Problem, daß ich nicht wußte, träume ich oder ist es Wirklichkeit? Ist das der Moment, bevor die Narkose wirkt oder bin ich gerade aus der Narkose aufgewacht? Diese Frage stelle ich mir immer wieder und kann sie nicht beantworten. Ist alles nur ein Traum?

Interessante Antwort! Bringt mich sehr zum Nachdenken! Danke! <3

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Wens interessiert:

Hab mich jetzt selber nochmal etwas schlau gemacht. Am längsten lag der Pole Jan Grzebski mit 19 Jahren im Koma. Nach seinem Unfall hatten die Ärzte erklärt, dass er nie wieder das Bewusstsein erlangen würde, doch nach 19 Jahren erwachte er dann doch. Er musste das Sprechen wieder lernen und saß im Rollstuhl, doch allmählich kehrte das Gefühl in seine tauben Gliedmaßen zurück und er war glücklich, noch am Leben zu sein.

Für mich ist es ein Wunder, dass dieser Mann nach 19 Jahren Koma noch aufgewacht ist und jetzt so ein gutes Leben führen kann, auch wenn die Anpassung an die neue Zeit für ihn anstrengend war.

hallo,

ich lag zum glück nur 10 tage im künstlichen koma. dafür war alles andere vorher und hinterher heftig ich hatte einen herzinfarkt, den niemand bemerkte, bei feststellung kam ich ins krankenhaus, bekam noch einen stent gesetzt und ... war weg. konnte reanimiert werden und weil die chancen 50/50 stande, mein herz schon viel zu sehr geschwächt war, dann das künstliche koma. für mich war die aufwachphase sehr, sehr merkwürdig. im koma habe ich vieles mitbekommen, komisch. selbst, die phase der reanimation und kurz davor - habe ich erlebt und dinge gesehen, die so nicht da waren und nicht so passierten - aber nichts von hellem licht uns so, was für mich schlimm war, war die anschließend op am offenen herzen. mit wurden die venen entnommen und anschließend als bypässe am herzen einesetzt/befestigt. damals war meine familie arg traurig und besorgt, aber, wie in bei so vielen dingen im leben - auch das ging ganz schnell vorbei und heute ... sind sie schlimmer - also je zuvor. das ist so traurig. erst wurde geweint und heute, ... gerade seit einer woche gibt es wieder ganz, ganz böse vorfälle, die von dem teil meiner familie - geschwistern und mutter ausgehen - die gesund sind. heute bin ich nur noch rentnerin - mit 46 - und für andere wohl nicht mehr tragbar. wobei ich mich nach wie vor um meine kranke schwester kümmere, deren betreuung trotz meiner krankheit behalten habe. so kanns auch sein im leben - es heißt ja immer, man sieht sich zweimal im leben ... aber ehrlich, es gibt dinge auf die kann ich gut verzichten.

ich kenne mittlerweile beide seitens des lebens, vorher die gesund und heute die kranke variante. und ich kann nur sagen, ich bin sehr, sehr froh, einige freunde immer noch zu haben. denn durch die raknkheit waren auch meine kolegen und freunde schnell auf - weg und davon.

Diese frage kann ich dir auch nicht beantworten, jedoch finde ich es auch interessant, was wohl in diesem Menschen vorgeht wenn er erfährt das 10 Jahre vorbei sind. Weiß er noch wer seine Familie ist, was er früher getan und gemacht hat. Ich weiß es gibt verschiedene Koma-patitienten, aber alle haben doch ein Stück des bewussten Lebens verloren. Wie gehen sie damit um? Gute Frage!

Mein Mann lag 6 1/2 Wochen im Koma, konnte nicht mehr sprechen, nicht mehr schlucken, selbst Luft holen war nicht selbstverständlich. Er hatte eine schwere Sepsis (Blutvergiftung) und war insgesamt 7 1/2 Monate in diversen Kliniken. Nach dem Koma erzählte er nur wirres Zeug, suchte seinen schwarzen Hengst (er würde nichtmal so ein Tier anfassen!) und das Schwein, das immer unter seinem Stuhl saß. Ausserdem brachte er damals den Kindern von Formel 1 Schumi das Reiten bei, die Fahrer aus dem Formel 1 Zirkus lagen in den Nachbarzimmern und dergleichen Unsinn mehr. Für uns Angehörige war das eine verdammt schwere Zeit, weil wir nicht wußten, ob dieser Zustand bleibt oder nicht.

nach 10 Jahren noch aufzuwachen ist wohl eher selten - die meisten bleiben nach der Zeit einfach im s.g. Wachkoma. Ich denke, wenn es ein Erwachen nach so langer Zeit gäbe, müsste eh alles neu gelernt werden. Ich wohne in der Nähe vom Therapiezentrum Burgau und hab da auch schon ehrenamtlich mitgeholfen. Es ist echt heftig, wie hilflos erwachsene Menschen plötzlich sind, aber auch schön, wieviel ihnen in einer solchen Einrichtung auch geholfen werden kann. LG Kiki

Dann wohne ich ja in deiner Nähe ;)

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wer 10 jahre im koma liegt,ist nicht mehr im krankenhaus. es gibt einrichtungen für komapatienten. sollte er wach werden,und ich meine auch geistig wach,muss er wieder anfangen wie ein kleines kind. er lernt laufen,selber essen,sich waschen etc. muss auchlesen lernen und sprechen....alles wieder von neuem.und die unterstützung von freunden und eltern ist wichtig

Wow, das ist man eine interessante Frage. Wenn man wieder fit ist und nicht rund um die Uhr ärztliche Hilfe braucht, kann die Familie den Patienten besuchen kommen

Mein cousing lag 20 jahre im koma er ist auf der straße hingefallen und mit dem kopf auf die staße gefallen! Will dir ja keine angst machen aber er ist nah guten 20 jahren im koma gestorben, ich habe ihn nicht richtig kennengelernt bin erst 15! Aber bei deiner frage habdelt es sich ja um 10 jahre!

Ich lag eine Woche im Koma, kannte aber noch alles nur war erst mal einen Tag lang verwirrt, was heute für ein Tag ist und was alles passiert war...

dann ist er ja wenn er nach 10Jahren aufwacht ein Zeitreisender fliegende Autos ,Menschen können auf der Sonne leben :D usw... O.o das ist lustig und verwirrend

Gute Frage.
Denn ich kann mir vorstellen, dass viel. schon Menschen aus der Family gestorben/geboren sind =o
Ich hätte viel nachzuholen...

Eine echt gute Frage!

Kennt er nach dieser Zeit noch seine Familie? Oder seine Freunde? Kann er noch sprechen?

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