Was passiert mit überschuldetem Erbe, wenn alle das Erbe ausschlagen?

6 Antworten

Wenn alle Erben ausschlagen erbt der Fiskus, genauer gesagt das Land, in welchen der verstorbene seinen letzen Wohnsitz hatte. Das Land haftet allerdings grundsätzlich nur mit den Nachlass.

Was passiert mit diesen Schulden?

Sollte nach den Verwaltungskosten, den Kosten der Beerdigung und sonstigen Masseverbindlichkeiten noch etwas übrig sein, bekommen die Gläubiger anteilig ihr Geld. Ansonsten gehen die Gläubiger halt leer aus.

Welche Nachteile haben die Erben?

Wer ein Erbe ausschlägt ist schlicht kein Erbe mehr und hat mit der Sache nichts mehr zu tun.

Sonderregelung gibt es bei den Kosten der Beerdigung, diese können falls der Nachlass dafür nicht reicht den Unterhaltspflichtigen auferlegt werden. Auch ist die Bestattungspflicht zu beachten.

Als Fiskalerbe fällt die Erbschaft dann auf den Staat, dieser kann ein Erbe nicht ausschlagen. Seine Haftung unterliegt allerdings der Erblassbeschränkung, er haftet also, anders als ein privater Erbe, nicht über den Wert des Erbes hinaus. Das Erbe wird dann also liquidiert, das was dabei rauskommt erhalten die Gläubiger. Wenn das nicht reicht um die Schulden zu begleichen, dann haben sie Pech gehabt.

Der Nachteil der Erben ist, dass sie keinerlei Ansprüche oder Einfluss auf das Erbe mehr haben, wenn sie es ausgeschlagen haben. Dafür gehen sie aber eben auch keine Verpflichtungen ein.

Nachteil für die Erben: ihnen stehen auch keine Besitztümer des Verstorbenen zu. Weder der Familienschmuck, noch die Erinnerungsfotos an den Wänden.

Sollten die Erben liquide sein, müssen sie dennoch die Beerdigung zahlen.

Der Gläubiger geht leer aus, bzw bekommt Anteilig Geld aus dem Verkauf der Besitztümer

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