Was passiert mit Resturlaub wenn man ihn nicht mehr nehmen kann?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

 "Als Jahreserholungsurlaub werden der Arbeitnehmerin 30 Tage gewährt".

Wenn das alles zum Urlaub ist und auch kein entsprechender Tarifvertrag mit Zwölftelregelung Anwendung findet, muss der AG Dir den kompletten, nicht nur gesetzlich vorgeschriebenen, Urlaub geben, bzw. abgelten.

Das Recht auf den kompletten Jahresurlaub hat man nach der Wartezeit von sechs Monaten nach § 4 Bundesurlaubsgesetz und das Recht auf die Abgeltung des Urlaubs nach § 7 Abs. 4 Bundesurlaubsgesetz.

Es ist richtig, dass , wenn man in der zweiten Jahreshälfte gekündigt wird oder selbst kündigt, Anspruch auf den vollen Jahresurlaub hat.

Im § 7 Abs.:4 BUrlG heißt es dazu: Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

Der Arbeitgeber hätte im Arbeitsvertrag vermerken müssen, dass bei vorzeitigem Ende nur der gesetzliche Urlaubsanspruch von 24 Werktagen besteht.( nach § 3 BUrlG)

Vermutlich meint dein AG, dass du die anteiligen Tage für die Zeit vom 16.11. bis zum 31.12. nicht ausbezahlt bekommst, weil du in dieser Zeit ja nicht mehr dort beschäftigt bist.

30 Urlaubstage / 12 Monate x 10,5 Monate = 26,25 Urlaubstage

Dann stünden dir noch 2,25 Tage zu.

Genau darum geht es mir auch. Hat er mit seiner Meinung recht? Weil ich bisher rausgefunden habe, dass die Urlaubstage in der 2ten Jahreshälfte komplett ausgezahlt werden müssten.

Eine anteilige Auszahlung gilt doch nur für die 1te Jahreshälfte oder?

Ich würde gerne wissen, wer nun recht hat =)

0

Hab was gefunden:

Ausscheiden in der 2 Jahreshälfte:
Scheidet ein Arbeitnehmer erst in der 2. Jahreshälfte aus dem Betrieb aus, somit ab dem 01.07., so ist diesem nach dem BAG der volle gesetzliche Jahresurlaub abzurechnen BAG Urt.v. 24.10.2000 AP 19 zu § 5 BUrlG = NZA 2001, 663)
Ausnahme nur bei vertraglich vereinbarter 12-tel Regelung (eher selten) oder Tarifvertragseinbindung.

Für den Arbeitnehmer bedeutet eine Kündigung auf die 2. Jahreshälfte somit, dass er sich seinen Gesamtjahresurlaub abgelten lassen kann,
für den Arbeitgeber bedeutet dies, dass er dringend seine Arbeitsverträge um eine sog. 12-tel Urlaubsregelung bei Ausscheiden des Arbeitnehmers ergänzen sollte !!!

Quelle: http://www.arbeitsrechtler-stuttgart.de/arbeitsrecht-u/urlaub/

0

30 Urlaubstage / 12 Monate x 10,5 Monate = 26,25 Urlaubstage

Hier steht @LindaPower zwar der gesamte Urlaub zu, so dass die Zwölftelung keine Anwendung findet aber für Urlaubsberechnungen in der Zukunft:

Urlaubsanspruch erwirbt man nur für voll gearbeitete Monate (§ 5 Bundesurlaubsgesetz). Hier würden also nur 10 Monate in die Berechnung kommen (falls gezwölftelt würde)

0

Hallo Linda! Deine 30 Tage Urlaub beziehen sich auf das gesamte Jahr. Ergo hast Du bis zu Deinem Kündigungstermin rein rechnerisch Anspruch auf 26 Tage Urlaub. Solltest Du die Tage schon genommen haben, hat der Arbeitgeber Pech gehabt. Gesez den Fall, Du würdest bei einem anderen Arbeitgeber zu den selben Konditionen  am 16. 11. neu anfangen zu Arbeiten, dann stehen Dir für 2015 noch 4 Urlaubstage zu.


Was möchtest Du wissen?