Was passiert mit Plastik nach dem Wegwerfen?

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5 Antworten

Die Zeiten, in denen Hausmüll einfach irgendwo zu einem Berg aufgehäuft und mit Erde überdeckt wurde sind lange vorbei.

Hausmüll wird inzwischen akribisch nach auch dem kleinsten Fitzelchen Wertstoff durchforstet und Plastik gehört eben auch dazu.

Inzwischen ist es sogar so, daß Müllheizkraftwerke arge Probleme mit dem Brennwert des Mülls haben, da so gut wie alles mit hohem Energiegehalt ( wie eben auch Plastik ) vorher raussortiert wurde.

Aus PET-Flaschen werden Fleecepulover, Kunststoffe aus dem Automobilbau werden zum Großteil schon seit Jahren recycled und aus gemischten Kunststoffen werden Fußbodenbeläge, wieder Verpackungsmittel, Dämm-oder Isolierstoffe oder Gartenmöbel.

Und manchmal wird mit sowas eben durchaus auch Fernwärme erzeugt, was aber eigentlich Verschwendung ist.

Das Ideal des 100%igen Recyclings wird aber bei weitem nicht erreicht. Naiv ist, wer meint, dass die sorgfältig ausgekratzten und nachgespülten Joghurtbecher alle wieder zu Verpackungsmaterial würden. Es könnte sogar passieren, dass weit über 50 % des Verpackungsabfalls aus einer gelben Tonne verbrannt wird. Die Gesetzeslage gibt es zumindest her.

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Wenn es um das Recycling geht, werden die vielfältigen Eigenschaften von Kunststoff zum Problem. So werden in Deutschland mehr als 90 Prozent aller Plastikabfälle wieder eingesammelt - aber nur 43 Prozent davon wird auch recycelt und anschließend noch einmal eingesetzt. Weit mehr als die Hälfte, insgesamt 55 Prozent der Abfälle, werden dagegen verbrannt; sie landen in Müllverbrennungsanlagen und werden für die Gewinnung von Strom und Wärme genutzt oder direkt als Ersatzbrennstoff eingesetzt.

Muss das so sein? Nein, sagt das Umweltbundesamt. Die Behörde sieht "noch viel Potenzial nach oben", wenn es darum geht, Plastikabfälle zu recyceln, anstatt sie zu verbrennen. Woran aber liegt es, das so viel Plastik verloren geht, anstatt es wieder zu verwenden?

Hier bitte weiter lesen

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/probleme-beim-recycling-wettkampf-um-den-muell-1.1975245

leider gibt es keine Statistik über die unzähligen Tonnen Plastikmülls, der aus Autofenstern an die Strassenränder fliegt, oder der bei einem "Transportausflug" in den Wald, DORT landet.

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Das MEISTE Plastikzeug aus gelben Tonnen und Säcken wird zu Granulat verarbeitet, aus dem neue Kunststoffteile produziert werden können. Bei Folien habe ich den KOMPLETTEN Kreislauf SELBST erlebt und durch Transportleistung mitgewirkt: Folienballen aus dem Weserbergland brachte ich mit dem LKW zu einer Fabrik in Spanien, in der daraus Kanister für Lebensmittel hergestellt wurden. Jahre später disponierte ich die Sammelfahrzeuge für dsd-Material in einem Landkreis.

Kunststoffverpackungen, die in der gelben Tonne gesammelt werden, müssen zu einem bestimmten Prozentsatz (ich glaube mindestens 36 %) stofflich verwertet werden. Das heißt, der Kunststoff wird granuliert, eingeschmolzen und zu anderen Kunststoffgegenständen verarbeitet (z.B. Gartenbänken oder Blumenkübeln).

Da eine sortenreine Trennung der Kunststoffe (z.B. nach Polyethylen, Polypropylen, Polystyrol, Polyamid) sehr schwierig wäre, gibt es nur einen Misch-Kunststoff aus dem Müll. Dieser ist nicht so hochwertig wie die ursprünglichen reinen Kunststoffe, weil er keine so guten spezifischen Eigenschaften hat (z.B. Reißfestigkeit, Durchsichtigkeit). Das Recycling von Kunststoffen verhindert also nicht, dass immer wieder neue Kunststoffe aus Erdöl hergestellt werden müssen.

Der größere Anteil des Kunststoffs aus der gelben Tonne (bis zu 64 %) muss auch gar nicht stofflich verwertet werden, sondern kann in einer Müllverbrennungsanlage verbrannt werden. Das nennt man dann "thermische Verwertung".

Danke dass du dir Zeit genommen hast meine Frage so ausführlich zu beantworten. :)

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es kommt darauf an, was mit "weg" gemeint ist! wer kunststoffe von verpackungen über den gelben sack\tonne los wird, dem können sie u.u. wieder "begegnen", da dsd sortenreines material an die hersteller verkauft.

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