Was passiert mit einer sensiblen Person, die...?

15 Antworten

Wenn Du sensible bist, ein gewisses Feingefühl entwickelt hast und empathisch auf deine Mitmenschen zu gehst, bist Du bereit Dich ihnen zu öffnen um Vertrauen zu schaffen und ihnen zu helfen oder einfach gutes zu tun.

Doch als Mensch der in allem gut sein will, muss damit rechnen das er unter so vielen, die nicht gut sind, scheitert, enttäuscht oder gar verletzt wird. Also beginnt so jemand zu lernen wie man nicht gut ist, einfach um sich selbst zu schützen mit der vorsicht, das es immer auch ein Risiko darstellt, jemanden in sein Zentrum zu lassen.

Ich denke, die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass sie psychisch krank wird.

Das kommt jetzt darauf an, wie die Leute toxisch waren. Wenn sich z. B. Tanten, Onkels oder Mitschüler einfach schroff und verlogen verhalten, hinterlässt das sicher auch ihre Spuren, aber das sind m. M. n. noch Dinge, die man noch relativ unbeschadet wegstecken kann.

Man wird vielleicht vorsichtiger oder legt ein freches Verhalten als Reaktion an den Tag.

Anders sieht es aus bei wirklichen Gewalterfahrungen. Damit meine ich jetzt nicht einen Lehrer, der einmal unfreundlich ist, ein Schüler, der einen mal ein Bein stellt oder eine Watschn. Ich meine damit auch keinen Anschiss, wenn man etwas Mieses oder Strafbares angestellt hat, nur damit das klargestellt ist.

Denn sonst kommen wieder Leute, die schreiben, dass die Kinder verweichlicht seien und heutzutage doch eh alles Misshandlung wäre. Nein, Fernsehverbot, wenn das Kind zu viel fernsieht und deshalb nur 5en schreibt ist keine Misshandlung.

Mit wahren Gewalterfahrungen meine ich

  • sinnlose Schläge - nicht nur einmal und meistens ohne Anlass (Anm. Schläge sind immer sinnlos, ich meine damit, dass sie wie aus heiterem Himmel erfolgen)
  • andere Formen von körperlicher Gewalt - stoßen, das Ziehen an den Haaren, andere Schmerzverursachungen
  • Unterlassung der Hilfe - bei Eltern z.B. dadurch, dass sie ihr Kind einfach in einer schlimmen Situation im Regen stehen lassen oder sich nicht um ärztliche Hilfe kümmern, bei Lehrern z.B. wenn sie bei deutlicher Gewalt genau vor ihren Augen einfach wegsehen
  • psychische Gewalt - Erniedrigung, Beschimpfung, Beleidigung, überzogener Druck, der ständige Versuch, sein Kind so zu verändern, dass es einem irgendwann mal ins Bild passt, Unterdrückung, Unterdrückung der Persönlichkeitsentwicklung, gezielte Manipulation zum eigenen Vorteil, Angstmache, Drohung, Demütigung, ständige Vergleiche, bei denen das Kind schlecht abschneidet, Ignoranz und Ausgrenzung
  • psychische Vernachlässigung - immer eiskalt sein, psychisch nie da sein, kein Interesse zeigen, das Kind mit Problemen, die es selbst nicht lösen kann links liegen lassen, keine Nähe, nicht auf Bedürfnisse des Kindes achten, Kind nicht fördern obwohl ressourcen vorhanden wären und das Kind unter der Nichtförderung leidet, nur darauf bedacht, die eigenen Ziele durchzusetzen, auch auf Kosten des Kindes
  • Verwahrlosung - zu wenig essen oder unregelmäßig essen, keine warme Kleidung

Im Gegensatz zu den weiter oben beschriebenen Unannehmlichkeiten können Gewalttaten traumatisieren. - Und aus einem Trauma können sich sehr gut psychische Erkrankungen entwickeln. Ein Trauma kann destabilisieren und den Nährboden für weitere Störungen bilden.

Das ist vor Allem deshalb dramatisch, da Kinder ja noch nicht so in sich gefestigt sind, wie es es vielleicht als erwachsene Person wären und die Lage spitzt sich noch weiter zu, wenn einem in einem Alter, in dem man formal von den Eltern abhängig und alleine quasi hilflos bzw. machtlos ist, keine hilft. Oder noch nachgetreten wird.

Wenn man dann noch in die Kategorie sensibel oder hochsensibel fällt, dazu gutherzig und wohlwollend ist, glücklich, zart und nur Frieden will, ist das m.M.n. oft, als würde mit einem Hammer in einen Pudding geschlagen werden.

Das soll nicht bedeuten, dass der Pudding für Schwäche steht, ich will damit nur Aufzeigen, welch eine Ungerechtigkeit hier dann waltet und welches Machtgefälle besteht. - Und wie armselig das eigentlich ist.

Wenn man den Menschen ursprünglich vertraut hat und Gefühle und Schwingungen stärker wahrnimmt als andere, ist ein Verrat eine Riesenentäuschung, die einen (jungen) Menschen dazu bringen kann, sein Herz kein zweites Mal zu öffnen, da man tief innerlich irgendwann lieber alleine aber sicher ist, als nochmal einen psychischen Tod zu sterben.

Auch wirken Gemeinheiten und Traumatisierungen dann viel stärker - und man fühlt sich oft machtloser, wenn man nicht in die Kategorie eiskaltes Psychopathenkind mit Angstfreiheit fällt.

Egal ob von Verwandten bevormundet und missverstanden, von der Mutter geschlagen, in der Schule gemobbt, von den Lehrern im Stich gelassen oder von Freunden verarscht - auf eine junge, sensible Seele, die eigentlich (fast) alles nur gut meint und zu anderen nie einfach so gemein wäre, hat es fatale Auswirkungen.

Und da muss unsere Gesellschaft einfach mal ihre Augen aufmachen. Da wäre das Umfeld gefragt.

Es kann nicht sein, dass Missetaten durch Erwachsenen und anderen immer verharmlost werden und es heißt, das Kind sollts halt einfach aushalten, aber ja nicht jammern. (Was für eine hanebüchene Forderung.)

Auch müssen die Menschen endlich mal von ihrem Klischeebild herunterkommen, das Teenager und Kinder immer als die irrationalen und verantwortungslosen Spinner und Zicken sieht, und die Mutter immer als verantwortungsvoll, nur weil sie für 3 Stunden mal gut schaudpielern kann.

Wenn diese sensiblen jungen Menschen immer weiter die gleichen Abfertigungen bekommen und ihnen in Notsituationen keine Hilfe zu teil wird, enden sie irgendwann wenn es halbwegs glimpflich ausgeht, an Selbstzweifel, , fehlendem Selbstvertrauen, sozialen Ängsten oder Minderwertigkeitsbefürchtungen. Wenn es nicht glimpflich ausgeht, was bei Traumata meistens der Fall ist, müssen sich diese Menschen manchmal oder oft später mit Depressionen, Zwangsstörungen oder einer posttraumatischen Belastungsstörung herumschlagen.

Auf junge Menschen muss besser aufgepasst werden. Sie können nicht einfach ihr Auto und ihr Geld nehmen und abhauen, wenns zu viel wird.

Bei der Frage fühle ich mich direkt persönlich angesprochen. :D

Es ist ein regelrechter Kampf. Man hat sehr oft Zweifel an sich oder an die Menschheit generell. Man ist ungern unter Leuten, man ist sehr vorsichtig und sucht sich gezielt die raus, mit denen man abhängen und anvertrauen möchte und die restlichen Kontakte hält man eher freundlich, oberflächlich und distanziert (wenn man es auch vermeiden kann, besser gar nicht).

Man überlegt sich zweimal, dreimal, viermal, ob und wem man sich öffnet/vertrauen schenkt und wem nicht. Da man ja zu Genüge schon verraten und ausgenutzt wurde, passt man umso mehr auf.

Es gibt genügend, die dran zerbrechen und unter Angstzuständen, Depressionen etc. leiden können.

Oder aber - wie es auch bei mir der Fall ist - rappelt man sich immer irgendwie auf und versucht sich, ein dickes Fell anzulegen. Gerne gehe ich toxischen Menschen einfach aus dem Weg bzw. sortiere sie aus meinem Leben aus. Da mache ich auch keine Ausnahmen. Einmal verkackt, immer verkackt. Man muss als sensibler Mensch auch mal lernen, in dem Fall mal egoistisch zu sein und radikal abzulehnen, was einem nicht gut tut.

Für fremde wirke ich meist 'kühl, distanziert, desinteressiert' oder einige werten es sogar als 'arrogant'. Bin ich aber nicht. Ich bin nur vorsichtig geworden und halte mich grundsätzlich mehr auf Abstand.

Endlich jemand wie ich

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@Zerstoerer0711

Ja, das ist schon schwer, gleichgesinnte für sich zu entdecken. 😅

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@Yuena

Nichts für Ungut, aber du bist wesentlich jünger als ich, da halte ich eine Freundschaft auf GF nicht für Sinnvoll.

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@Yuena

Jetzt wirkste aber kühl, abweisend und desinteressiert... schon fast arrogant! 😂

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Das mit dem Arrogant-Rüberkommen ist auch mein Problem.

In Wirklichkeit habe ich Angst, etwas falsches zu sagen oder zu viel von mir Preis zu geben. Die anderen werten es dann meistens als Hochnäsigkeit und gehen auf Abstand.

Vor Allem kam bei mir in der Schule noch dazu, dass ich sehr gut war und mich sehr leicht tat, das wussten die anderen und das gab eine ungute Mischung.

Nebenbei war ich dann auch noch keine Feierkanone, mit Alkohol und Jungs-Aufreißen hatte ich es nicht so.

Das fürte dazu, dass ich irgenwie als arrogante, aufgeblasene Zicke, die sich als etwas Schlaueres und Besseres hält wahrgenommen wurde, die nebenbei noch richtig steif ist und so.

Das beschehrte mir dann einige Jahre Ausgrenzung.

Aber ich muss zugeben, um in diese Gruppe zu passen, hätte ich mich um 180° verbiegen müssen, wenn ich es überhaupt geschafft hätte, mich genügend zu verbiegen, damit ich dazu passe.

Es war irgendwie, als würden wir einfach nie auf derselben Wellenlänge sein.

Ich habe mich lange gefragt, was mit mir falsch ist, ich fühlte mich nie in Ordnung. Irgendwann, dank dem heilihen www, kam ich drauf, dass ich, so wie's aussieht, wohl hochsensibel bin und vieles um einiges deteilreicher und intensiver erlebe.

Inzwischen habe ich kapiert, dass das für mich ein Vorteil ist, da ich mich sehr gerne mit Kunst befasse und selbst erschaffe, denn wenn ich Farben, Emotionen und andere Komponenten sehr genau und deteilreich wahrnehme, kann ich meine Vorstellung oder mein Inneres viel besser in Kunst umsetzen oder mich von der Kunst anderer berühren lassen.

Jetzt bin ich froh, dass ich so bin, da ich nun merkte, dass ich mein Talent besser einsetzen kann.

So, jetzt habe ich dich mit meinem Leben vollgelabert, ich weiß nicht, ob es dich interessiert hat, aber ich sah grad irgendwie einen Anlass, das loszuwerden. 😜

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@FrauGymnasium44

Du hast es auf einer ganz anderen Art und Weise erlebt als ich, das kann ich dazu nur sagen. 😅

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@FrauGymnasium44

Um ehrlich zu sein finde ich es bei dir noch sehr... harmlos, als das, was ich schon alles hinter mir hab. 😅 Also wenn du jetzt wirklich alles erzählt und nichts ausgelassen haben solltest. Aber ich möchte bei meinem Erlebten auch nicht ins Detail gehen. Mitleid möchte ich nämlich nicht. Bringt mir auch nichts. 😊

Ich sags mal so, mit deiner Situation wäre ich locker klar gekommen. Damit hatte ich nie ein Problem 😅

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@Yuena

Das war noch lange nicht alles. Wenn es NUR das gewesen wäre, dann wärs mir scheisegal gewesen.

Aber mein ganzes Leben passt halt nicht in einen Kommentar.

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@FrauGymnasium44

Ich kann ja nur das bewerten, was ich hier lese, deswegen sagte ich ja. Wenn das alles gewesen wäre, wäre das noch harmlos. :)

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@Yuena

Ja, schon klar. Ich weiß, wie du's meintest. :)

Nur wenn ich alles auf gf unterbringen müsste, würde ich einen Kommentar schreiben, der von Tirol bis nach Schleswig-Holstein reichen würde.

Obwohl ich der Meinung bin, ich habe dem Internet eigentlich eh schon zu viel gesagt. Gf weiß mehr über mich, als meine Freunde je wussten. 😂

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@FrauGymnasium44

Ja, manche Dinge gebe ich hier auch von mir preis, aber die dunkelsten Seiten aus der Vergangenheit behalte ich auch lieber für mich. ^^'

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@Yuena

Ich glaube, da habe ich schon ein bisschen zu viel "gelabert". Aber zum Glück bin ich hier ja anonym, mit meinem Echtnamen hätte ich kein Wort geschrieben.

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Entweder dieser Mensch geht kaputt, weil die Umgebung ihn auanutzt, oder er muß egoitischer, härter werden.

Leider spreche ich aus eigener, leidvoller Erfahrung.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Ich fühle mit dir, aber so was von.

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Ich wurde dadurch kalt. Bin sehr distanziert. Lasse mich nur schwer auf andere Personen ein. Zeige kaum Interesse.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

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