Was passiert mit der Erde und der Sonne wenn es Vollmond ist?

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3 Antworten

Hallo Darkonia,

eigentlich passiert gar nichts bei Vollmond mit der Erde. Der Mond ist ja immer da, wir sehen nur mehr von seiner beleuchteten Seite.

Ich finde immer, auf dieser Seite

http://www.ajoma.de/html/mondphasen.html

ist sehr schön erkläret, wie die Mondphasen zustande kommen. Der Mond umrundet die Erde. Wenn er zwischen Erde und Sonne steht, sehen wir nichts von der beleuchteten Hälfte - es ist Neumond.

Steht dagegen die Erde zwischen Sonne und Mond, dann blicken wir voll auf die von der Sonne angestrahlte Hälfte - es ist Vollmond.

Der Vollmond geht in etwa dann auf, wenn die Sonne untergeht - weil der Mond dann eben von der Erde aus gesehen der Sonne gegenüber steht. Zu anderen Mondphasen geht der Mond schon mitten in der Nacht unter (zunehmender Mond) oder erst spät in der Nacht auf (abnehmender Mond)

Die Mondphasen entstehen also nur durch die relative Stellung der 3 Gestirne, nicht durch Schwankungen von Abstand oder Masse/Größe des Mondes.

Entsprechend verändert sich auch nicht seine Anziehungskraft auf die Erde mit der Mondphase. Der Vollmond zieht uns im Schnitt genauso stark an, wie der Halbmond oder der Neumond.

So, jetzt kannst Du natürlich sagen: Aber, hey, ich weiß doch, dass der Mond auf einer Ellipse um die Erde läuft. Da schwankt doch der Abstand von der Erde.

Richtig. Aber die Zeit, die vergeht, bis der Mond wieder auf dem erdnächsten Punkt ist (der sogenannte anomalistische Monat), ist mit 27 1/2 Tagen kürzer als die Zeit, die vergeht, bsi der Mond wieder genau dieselbe Mondphase hat. Das wäre der synodische Monat mit 29 1/2 Tagen.

Der Abstand des Mondes von der Erde verändert sich also - er schwankt zwischen rund 350 000 km und etwas über 400 000 km - aber bei Vollmond ist der Mond mal weiter weg, mal näher da. Bei Vollmond kommen wie bei allen anderen Phasen alle möglichen Abstände vor. Und deshalb schwankt die Stärke der Anziehungskraft des Mondes auf die Erde nicht mit der Mondphase.

Trotzdem treten bei Neumond und bei Vollmond oft stärkere Tidenhübe (Gezeiten) auf. Das liegt daran, dass bei diesen beiden Phasen Sonne und Mond auf einer Linie liegen. Die Anziehungskräfte und damit auch die Gezeitenkräfte von Sonne und Mond addieren sich also. Zu anderen Mondphasen stehen die Kraftvektoren in einem Winkel zueinander und ergänzen sich nicht so effektiv.

Die höheren Gezeiten bei Neumond und Vollmond kommen also durch das Zusammenspiel von Sonne und Mond zustande, nicht durch den Einfluss des Mondes allein.

In der Esoterik werden dem Vollmond (und anderen Mondphasen) außerdem alle möglichen Einflüsse auf uns Menschen nachgesagt. Obwohl sich Mondkalender prächtig verkaufen und Friseure bei bestimmten Mondphasen gerne einen Aufpreis nehmen und trotzdem Kunden finden: Keiner dieser angeblichen Einflüsse lässt sich nachweisen, wenn man sauber nachmisst. Diese Einflüsse passieren nur über unsere eigene von diesem Aberglauben vorgeprägten Phantasie. In der Natur passiert da gar nichts.

Das wird leicht verständlich, wenn man ausrechnet, wie klein die Kräfte eigentlich sind, die der Mond auf uns ausübt. Seine Schwerkraft auf uns nimmt ja mit dem Quadrat des Abstandes zu uns ab. Für uns auf der Erdoberfläche ist die Anziehungskraft des Mondes deshalb 300 000 mal kleiner als die Anziehungskraft der Erde! Das bedeutet konkret: Wenn der Mond hoch oben im Zenit steht, wirkt seine Anziehung der Erdanziehung genau entgegen, der Effekt wird maximal. Das heißt, der Mond macht uns um ein Dreihunderttausendstel leichter als wenn er in Horizontnähe steht und der Effekt wegfällt, weil die beiden Kräfte senkrecht zueinander stehen.

Nun kann man das auch mit Änderungen der auf uns wirkenden Erdanziehung vergleichen, wenn wir uns im Schwerfeld der Erde bewegen. Da die Schwerkraft vom Abstand zum Erdmittelpunkt abhängt, zieht uns die Erde schwächer an, wenn wir eine Treppe oder einen Berg hochsteigen. Man kann nun leicht ausrechnen, dass die auf uns wirkende Schwerkraft vergleichbar mit der Wirkung des Mondes im Zenit abnimmt, wenn wir etwa 10 Metern höher gehen, also z.B. vom Erdgeschoss in den dritten Stock.

Da praktisch alle Menschen mehrmals tagtäglich Höhenunterschiede in der Größenordnung 10 Meter überwinden und dies gänzlich ohne fühlbare Schwerkrafteffekte, können wir sicher sein, dass wir auch nicht spüren, wenn wir durch die Anziehungskraft des Mondes um ein 300 000stel leichter werden.

Und ja, das gilt immer noch, wenn die Anziehungskraft der Sonne dazukommt. Die ist zwar schwerer als der Mond, aber auch 150  Millionen km weit weg. Ihr Einfluss ist deswegen sogar noch kleiner.

Grüße

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Kommentar von Darkonia
24.11.2015, 17:52

Danke, hat mir sehr viel weiter geholfen! :)

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Bei Neu- und Vollmond, wenn Erde, Sonne und Mond in einer Linie stehen, verstärkt die Kraft der Sonne die des Mondes und wir haben besonders hohe Fluten. 

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Auf der Erde wird es Nachts schön hell :)

Der Sonne juckt das nicht, dass wir Vollmond haben

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