Was passiert mit dem Pflichtteilsanspruch nach 1. Erbfall Berliner Testament, ...?

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4 Antworten


Um den verbliebenen Ehepartner nicht zum Verkauf des Hauses zu nötigen: was passiert denn, wenn der Ehepartner (mit dem wir nicht verwandt sind) innerhalb der Frist verstirbt und der Schlusserbfall eintritt?

Dann wird der Schlusserbe, sofern er nicht ausschlägt Erbe. Das Erbe umfaßt dabei auch die Pflichtteilleist, d.h. der Schlusserbe muß den Pflichtteil in gleicher weise zahlen wie der 1. Erbe. Der 2. Erbe kann die Haftung allerdings auf den Nachlass begrenzen.


Falls der Pflichterbteil dann verfällt: Könnten wir den Pflichtteil
jetzt verlangen, aber die Auszahlung auf den Schlusserbtermin setzen
lassen?

Der Pflichtteil verfällt nicht, sondern verjährt. Die Verjährung führt dazu, das der Erbe die Zahlung des Pflichteils verweigern kann, aber nicht muß.

https://dejure.org/gesetze/BGB/214.html

Insbesondere würde aus der Zahlung des Pflichtteils auch nach der Verjährung keine Schenkung.


Falls der Pflichterbteil dann verfällt: Könnten wir den Pflichtteil
jetzt verlangen, aber die Auszahlung auf den Schlusserbtermin setzen
lassen?

Ja. Zwischen den Erben und den Pflichtteilsberechtigten beseht grundsätzlich Vertragsfreiheit. Sinnvollerweise sollte man auch die genaue Höhe des Pflichtteils jezt ermitteln. Außerdem sollte man bei den Haus eine Grundschuld eintragen lassen, um den Pflichtteil zu sichern.


was passiert denn, wenn der Ehepartner (mit dem wir nicht verwandt sind)
innerhalb der Frist verstirbt und der Schlusserbfall eintritt?

Dann richtet sich der Pflichtteilsanspruch gegen den Schlusserben. Der Schlusserbe ist Rechtsnachfolger des überlebenden Ehegatten geworden und muss dessen Verbindlichkeiten erfüllen.

Falls der Pflichterbteil dann verfällt: Könnten wir den Pflichtteil jetzt verlangen, aber die Auszahlung auf den Schlusserbtermin setzen lassen?

Der Pflichtteil verfällt dadurch nicht. Er kann durchgesetzt werden solange er nicht verjährt ist.

Um den hinterbliebenen Ehegatten zu schonen und den Pflichtteilsanspruch dennoch nicht durch Verjährung zu verlieren, kann mit dem hinterbliebenen Ehegatten eine Stundungsvereinbarung geschlossen werden. Mit der Stundung kann die Fälligkeit des Pflichtteils einvernehmlich z.B. bis zum Tod des hinterbliebenen Ehegatten hinausgeschoben werden.

Ihr müsst euren Pflichtteil innerhalb von 3 Jahren, beginnend mit Jahresende des Jahres, in dem man von der Enterbung Kenntnis hatte, der Vorerbin gegenüber stellen.

Er wäre dann innerhalb von 30 Tagen zu erfüllen es sei denn, die Verpflichtete macht Stundung oder Ratenzahlung geltend, wenn sie den weder aus  Vermögen noch zu erlangendem Darlehen aufbringen und damit zum Verkauf ihrer Immobilie gezwungen wäre.

G imager761

Hallo Imager, Danke für die Antwort. Das wusste ich aber schon. Was ich wissen möchte ist: Was wenn der Alleinerbe innerhalb der 3 Jahre verstirbt? verfällt dann der Pflichtteil?

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@anka24

Nein, der PT-Anspruch entsteht mit dem Erbfall und verjährt (bei Erbfällen ab dem 01.01.2010) beginnend mit dem Schluss des Kalenderjahres, in dem der Berechtigte von dem Eintritt des Todes mit der ihn unbegünstigten Verfügung Kenntnis erlangt hat, nach 3 Jahren.

Solange bliebe der Anspruch beststehen und seine Erfüllung obläge den rechtsnachfolgenden Erben.

Es sei denn, der Nachlass wäre kaum werthaltig und es würde Nachlassverwaltung beantragt oder gar allseitig Erbanfall ausgeschlagen - mit Beschränkung auf den Reinnachlass oder mit Eintritt des der Landesfiskus bliebe der PT-Anspruch als Nachlassverbindlichkeit (i. W.) unerfüllt.

G imager761

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Sie können Ihren Pflichtteilsanspruch auf den Erbfall Ihrer leiblichen Mutter dem Erben (mit dem Sie nicht verwandt sind) bis zu seinem Tod stunden und mit ihm Verzicht auf die Verjährungseinrede geltend machen. Dann können Sie nach dessen Tod von seinen Erben den Pflichtteil verlangen; er ist dann Nachlassverbindlichkeit.  Der Erbe könnte aber alles lebzeitig "verprassen", dann nützt Ihnen der gestundete Anspruch auch nichts mehr. Beim Tod dieses Erben hätten Sie aber keinen (neuen) Pfl.Anspruch; sie sind nicht sein Abkömmling.

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