Was passiert mir wenn ich einen Handwerker ohne Rechnung bezahle?

13 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

So, jetzt will ich den Schlamassel mal auflösen.
 
"Erster Schnee" hat zur Hälfte recht, aber fangen wir vorn an:
 
Die Pflicht zur Aufbewahrung von Handwerkerrechnungen ergibt sich aus § 14b (1) Satz 5 UStG, dort wird bestimmt, dass diese Rechnungen zwei Jahre lang aufbewahrt werden müssen.
 
§ 26a (1) Nr. 3 UStG definiert es als Ordnungswidrigkeit, wenn man die Rechnung nicht zwei Jahre aufbewahrt, und Absatz 2 bestimmt das Strafmaß: bis zu 500 Euro.
 
In § 14 (2) Nr. 1 UStG wird bestimmt, dass der Handwerker mir auf jeden Fall eine Rechnung ausstellen muss.
 
Soweit die Grundlagen, nun aber der feine Dreh: Wenn der Handwerker rechtswidrig keine Rechnung ausstellt, so ist dies eine Tat, die er begangen hat, nicht ich. Keine Rechnung aber kann man nicht zwei Jahre aufbewahren, so dass die Vorschriften des 14b ins Leere gehen. Wenn es aber keine Rechnung zum Aufbewahren gibt, kann auch die OWi-Vorschrift nicht greifen. Folge: Es passiert nichts.
 
Wie bekloppt die Vorschrift aber ist, sieht man übrigens daran, dass man auf Grund dieser Vorschrift jeden Parkschein zwei Jahre lang aufbewahren müsste. Wer von euch macht das?
 
Und zur Steuerhinterziehung:
Wenn ich mit dem Handwerker verabrede, ohne Rechnung zu arbeiten und wir uns darüber einig sind, dass ich weniger bezahle und er die Rechnung nicht angibt, so hat der Handwerker die Steuer hinterzogen. Ich habe höchstens Beihilfe geleistet, aber da ´bin ich mir auch nicht ganz sicher. Ich habe ja schließlich die verabredete Summe bezahlt. Die Nichtanmeldung begehe ja nicht ich und ich verdecke auch nichts.
 
Wenn ich aber den Handwerker arglos bezahle, weil ich wie fast alle Menschen in diesem Lande noch nie was von § 14, 14b und 26a UStG gehört habe, dann habe ich mangels vorliegender Rechnung nicht gegen 14b verstoßen und auch keine Beihilfe zur Hinterziehung geleistet. Wäre es so, dass die Barzahlung ohne Rechnung zur Annahme einer Hinterziehungsbeihilfe führen würde, so dürfte ich auch keine Bratwurst am Kiosk kaufen und müsste mit dem Handwerker mitgehen, um mich von der ordnungsgemäßen Verbuchung der Rechnung überzeugen.
 

Dann bist Du im schlechtesten Fall mit dran und wirst, solange es sich im "normalen" Rahmen bewegt, maximal zu einer Geldstrafe verknackt. Du bist ja sogar verpflichtet, Handwerkerrechnungen zwei Jahre lang aufzubewahren.

"Du bist ja sogar verpflichtet, Handwerkerrechnungen zwei Jahre lang aufzubewahren."
 
Wer oder was verpflichtet denn den Fragesteller dazu?

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@EnnoBecker

Das Gesetz - das Du ja anscheinend doch nicht so gut kennst. Hast wohl auch lange keine Handwerkerrechnung mehr erhalten, oder? Sonst wäre Dir inzwischen mal aufgefallen, daß das auf jeder Rechnung draufsteht (und das muß es auch).

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@EnnoBecker

www.anwaltring.de - den Gesetzestext findest Du aber auch bestimmt alleine, oder?

"Empfänger von Bau- und sonstigen Leistungen im Zusammenhang mit einem Grundstück sind verpflichtet, Rechnungen, Zahlungsbelege, Bauverträge oder Abnahmeprotokolle zwei Jahre lang in lesbarer Form aufzubewahren. Der Zeitraum beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem die Rechnung ausgestellt wurde, und nicht bereits mit Erbringung der Leistung."

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@ErsterSchnee

"Das Gesetz "
 
Achso, ja, natürlich. DAS Gesetz, klar. Gibt ja zum Glück nur das eine. Wie konnte ich auch nur so dumm fragen.

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das kannst du machen, doch wenn dir einer böse will begeht der Handwerker und du Steuerhinterziehung. Außerdem hast du keine Ersatzansprüche im Falle von Reklamationen.

Wieso begeht der Fragesteller Steuerhinterziehung? Man könnte höchstens über Beihilfe reden, aber selbst dafür braucht man Vorsatz. Und Vorsatz heißt nun mal "Wissen und Wollen". Woher soll der Fragesteller wissen, dass der Handwerker die Rechnung nicht buchen wird?

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@EnnoBecker

Weil man keine Rechnung buchen kann, die nicht existiert. Und das weiß man selbst als Laie.

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