Was passiert mir wenn ich die Inkasso Mahngebühren nicht bezahle?

4 Antworten

1. Warst du überhaupt in Verzug?

Verzug entsteht schon einmal, wenn eine Zahlung nach dem Kalender oder Gesetz bestimmt ist. Populäres Beispiel ist der Wohnungsmietvertrag, in dem oft steht "Zahlbar bis zum zweiten des Monats" oder wo es auch eine Gesetzesregelung gibt.

Und nein: Ein Zahlungstermin auf der Rechnung vermag den Verzug NICHT auszulösen. Denn die Rechnung gehört nicht zum Vertrag.

Ansonsten gibt es noch eine 30-Tages-Regel im BGB. Dazu muss aber auf der Rechnung eindeutig darüber belehrt werden, dass der Verzug entsteht und was die Folgen des Verzugs sind.

Bei Rücklastschriften entsteht Verzug. Oder bei ausdrücklicher Zahlungsverweigerung.

Ansonsten entsteht Verzug NUR mittels Mahnung. Wurde dir eine Mahnung zugesandt?

Es ist ganz einfach: Ohne Verzug keine Inkassokosten.

2. Begriff der Rechtsdienstleistung.

Das Inkasso darf nur das abrechnen, was es erbringt. Will es eine hohe Gebühr (sogenannte 1,3 Gebühr) muss es alles dafür tun. Insbesondere eine Einzelfallprüfung und eine Rechtsberatung. Gerade im Massen-Inkasso sind das Dinge, die nie beauftragt oder erbracht werden. Entsprechend sinkt die Gebühr dann, teilweise muss sie ganz gestrichen werden.

Auch wenn es eine Unternehmensverbindung gibt zwischen Inkasso und Auftraggeber, gibt es keinen Anspruch auf Inkassokosten. Populäres Beispiel sind Otto (oder deren Töchter wie Schwab Versand usw.) und EOS oder Argus.

3. Wusste der Gläubiger von den Zahlungsproblemen?

Wenn ja: Keine Inkassogebühr, denn das Einschalten eines Inkassos für eine weitere Mahnung war dann einfach nur Unfug.

4. Abtretung

Wenn der Gläubiger die Forderung ans Inkasso verkauft und ersetzt bekommt, dann fordert das Inkasso nur noch in eigenem Namen. Dann gibt es auch keine Rechtsdienstleistung mehr und damit auch 0,00€ Inkassokosten.

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Wie du siehst, gibt es viele Detailpunkte, über das ein Inkasso stolpern kann. Die pauschalen Antworten hier, dass du in jedem Fall zahlen musst, sind leider auch einfach nur falsch. Es mag sein, dass Inkassokosten mal berechtigt sind, in vielen Fällen sind sie das aber nicht.

Ggf. kannst du ein paar Details nennen, dann kann man das etwas genauer beantworten.

Als Jurist muss ich dir sagen, dass die Mahnkosten zur Forderung gehören und von dir bezahlt werden müssen. Du kannst natürlich rechtlich dagegen vorgehen aber man sollte da genau abwägen, ob sich das Risiko (evtl. erhebliche weitere Kosten) wirklich lohnt.

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Wenn du Jurist wärst, würden dir viele Bedingungen einfallen, die gegen eine Erstattung von Inkassokosten sprechen. Auch wüsstest du, dass reine Mahnkosten von 50€ absurder Blödsinn sind, da gegen einem Verbraucher ausschließlich die reinen Sachkosten (Briefporto...) und nicht mal Personalkosten gefordert werden dürfen.

Beispielsweise gibt es Bedingungen aus der Definition, was eine Rechtsdienstleistung ist. Liegt beispielsweise ein verbundenes Unternehmen vor (gar nicht so selten), belaufen sich die Inkassokosten auf exakt 0,00€.

Ich will dir nicht zu nahe treten, aber ein Jurist, der aufgrund einer Ein-Satz-Schilderung sofort uneingeschränkt alles bejaht? Wider besseren Wissens? Entweder hast du keine Ahnung (nicht böse gemeint, auch Juristen haben logischerweise ihre Fachgebiete) oder du antwortest hier bewusst falsch aus Eigeninteresse, weil du auch gerne Anwalts-Inkasso machst. Beides finde ich persönlich nicht so wirklich gut.

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Du bist verpflichtet und das Geld wird eingetrieben. Dadurch wird das ganze aber noch teurer. Du kannst eine Menge Geld sparen, wenn Du einfach bezahlst.

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Es gibt viele Bedingungen, die erfüllt sein müssen, bevor man als Schuldner die Inkassokosten übernehmen muss. In vielen Fällen muss man das nicht.

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