Was passiert im Shintoismus nach dem Tod?

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Die Seele überlebt den körperlichen Tod und kann den Lebenden helfen:

Modern Shinto ideas about the afterlife largely revolve around the idea that the spirit survives bodily death and continues to assist the living.

Nach 33 Jahren werden sie Teil der Kami-Familie:

After 33 years, it then becomes part of the family kami.[127] These ancestral spirits are sometimes thought to reside in the mountains,[128] from where they descend to take part in agricultural events.[129]

Es gibt auch rachsüchtige Seelen, die zB ihren Mord rächen wollen:

Shinto's afterlife beliefs also include the obake, restless spirits who died in bad circumstances and often seek revenge

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Shinto#Cosmology_and_afterlife

Zu den Kami:

often taken to mean "gods", though the concept is more involved than that) are the spirits, phenomena or "holy powers" that are venerated in the religion of Shinto. They can be elements of the landscape, forces of nature, as well as beings and the qualities that these beings express; they can also be the spirits of venerated dead people

https://en.m.wikipedia.org/wiki/Kami

Interessanterweise sind die meisten Japaner nur im Leben Shintoisten - im Tod sind sie Buddhisten. Beispielsweise wird shintoistisch geheiratet, aber Begräbnisse laufen meist buddhistisch ab.

Es sei denn, du bist Tenno.

Beide Religionen sind sich auch sehr ähnlich...

Gruß Fantho

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@Fantho

Beide Religionen sind sich überhaupt nicht ähnlich. Zum Beispiel kennt der Buddhismus eigentlich keine Götter, und wenn, sind sie ebenfalls der Wiedergeburt unterworfen. Der Shintō ist voller Götter und sie werden nicht wiedergeboren.

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@Balurot

'Nicht ähnlich' bedeutet ja auch nicht dasselbe wie 'identisch'. Abweichungen sind hierbei immer gegeben...

Der Shintoismus kommt aus der buddhistischen Religion...die ersten Shinto-Theologen waren gläubige Buddhisten...später fanden dann Abweichungen statt....

Gruß Fantho

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@Fantho

Der Shintō kommt überhaupt nicht aus dem Buddhismus. Der Buddhismus entstand in Indien und breitete sich über China und Korea bis nach Japan aus. Dort gab es bereits den Shintō.

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@Balurot

Historisch betrachtet war der Shintō jahrhundertelang eine uneinheitliche und mit Elementen des Buddhismus und Konfuzianismus verbundene religiöse Tradition

Vielleicht habe ich hier etwas missgedeutet...und deshalb eine verwandtschaftliche Beziehung vermutet...

Auch der nächste Beitrag lässt in mir die Annahme reifen, dass Shinto sich erst aus den Elementen des Buddhismus, Konfizianismus etc. herausbildete...

Mythologie und kaiserlicher Ritus

Als sich im 5. und 6. Jahrhundert eine hegemoniale Dynastie in Zentraljapan etablierte, entstand ein höfischer Kult, der sich zunehmend am chinesischen Staatswesen und an der chinesischen Kultur orientierte. Dabei spielten sowohl die Ahnenverehrung und die Moralvorstellungen des chinesischen Konfuzianismus, als auch die Kosmologie des Daoismus und der Erlösungsglaube des Buddhismus eine Rolle. All diese Traditionen wurden mit den Kulten indigener Territorial- und Klangottheiten (Ujigami) zu einem neuartigen staatlichen Zeremoniell verbunden.

Der frühe japanische Staat entstand aus Bündnissen einzelner Klans (uji), die jeweils eigene Ujigami verehrten. Als sich der Klan der späteren Tennō („Kaiser“) innerhalb dieses Bündnisses als führende Dynastie durchsetzte, entstand eine Mythologie, die die Geschichten der einzelnen Klangottheiten zu einer einheitlichen mythologischen Erzählung verschmolz. Die bereits genannten frühesten Textquellen dieser Mythologie aus dem achten Jahrhundert schildern die Weltentstehung und den Ursprung der Dynastie des Tennō: Ein Urgötterpaar (Izanagi und Izanami) kreiert die japanischen Inseln und alle übrigen Gottheiten. Amaterasu Omikami (Himmelsscheinende große Gottheit) ist die wichtigste ihrer Schöpfungen: Sie beherrscht die „himmlischen Gefilde“ (Takamanohara) und wird mit der Sonne gleichgesetzt. In ihrem Auftrag steigt ihr Enkel zur Erde herab, um hier die ewig andauernde Dynastie des Tennō-Geschlechts zu begründen. Diese mythologische Vorstellung vom Ursprung Japans und seiner kaiserlichen Linie bildet in allen späteren Systematisierungsversuchen des Shintō (z. B. im Yoshida-Shintō, in der Kokugaku oder im Staats-Shintō) eine zentrale Idee. Der Begriff „Shintō“ selbst taucht zwar bereits in dieser Zeit auf, wird aber nicht im Sinne einer systematischen Religion verwendet.[10] Das sogenannte „Götteramt“ (神祇官, Jingi-kan), die einzige antike Regierungsinstitution, die keinem chinesischen Vorbild entspricht, trägt eben nicht die Bezeichnung „Shintō-Amt“ (wie manchmal in der westlichen Literatur angegeben), sondern ist wörtlich die „Behörde für Götter des Himmels (神, jin bzw. shin) und der Erde (祇, gi)“ – wiederum ein letztlich chinesisches Konzept.

Lassen wir es dabei bewenden. Du kennst Dich hier sicherlich besser aus , als ich...

Gruß Fantho

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@Fantho

Vor ca. 2.500 - 3.000 Jahren hatten die Japaner keine Schrift. Es gab aber bereits den Shintō in Japan. Es war eine animistische Religion. Von China kamen buddhistische Mönche nach Japan. Sie brachten zwei Dinge mit: Die chinesische Schrift, also die Kanji und zweitens den Buddhismus. Nachdem sich der Buddhismus etabliert hatte, drohte ein Bürgerkrieg zwischen den Anhängern des Buddhismus und des Shintō. Das wollte die damalige Regierung unbedingt verhindern und erließ folgendes Gesetz: Jeder Bürger (wahrscheinlich jedes Haus) musste sich sowohl in einem Shintō Schrein als auch in einem buddhistischen Tempel registrieren lassen. Bis in die Gegenwart gibt es mehr Gläubige als Einwohner. Dieses Phänomen geht auf dieses Gesetz zurück. Begräbnisse werden heute noch eher im buddhistischen Tempel durchgeführt, während nach dem Shintō Ritus geheiratet wird. Der neueste Trend ist, dass nach christlichem Ritus geheiratet wird.

Nach Erlass dieses Gesetzes beruhigte sich die Lage und es entstanden Vermischungen zwischen den buddhistischen Tempeln und den Shintō Schreinen insofern, als Figuren aus dem Shintō in buddhistischen Tempeln aufgestellt wurden und umgekehrt. Ich denke, dass dieser Punkt in der Geschichte Dich bewogen hat, Deine Schlüsse zu ziehen.

Es gibt einen Spielfilm, der die damalige Zeit recht gut wiederspiegelt. Er beschreibt das Leben von Dōgen, dem Gründer einer buddhistischen Schule. Ich werde versuchen, den Link bei YouTube zu finden.

Die Erzählungen zur Geschichte habe ich aus der Erinnerung gemacht, wie ich sie in der Universität erklärt bekommen hatte. Hoffentlich stimmt alles.

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Man wird shintoistisch geboren, heiratet christlich und stirbt buddhistisch. Das besagt das Sprichwort. Es gibt shintoistische Hochzeiten, aber der große Brenner Hochzeitsfeiern nach christlichen Vorbild.

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