Was passiert genau, wenn eine Lauge (NaOH) ins Auge kommt?

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Neben den obengenannten Eigenschaften ist Natronlauge außerdem noch hygroskopisch (wasseranziehend). Genau diese Eigenschaft macht sie besonders für Schleimhäute und auch das Auge so ätzend.

Fettgewebe dürfte im Auge die geringere Rolle spielen, aber Proteine hat es genügend. Und es reicht ja schon eine kleine Denaturierung, damit aus einem durchsichtigen ein trübes Eiweiss wird.

Beim Deutschen Ärzteblatt gefunden. ( http://www.aerzteblatt.de/archiv/20796 ). solltest du fragen haben PM an mich versuche zu helfen!

" Grundsätzlich ist die Schwere der Schädigung von der Art und der Konzentration des Agens, der Menge, der Dauer der Exposition und dem pH-Wert der Lösung abhängig (20). Dabei penetrierten Alkali rascher als Säuren. Durch die Einwirkung des Hydroxylions (OH-) kommt es zu einer Verseifung der Lipidanteile der Zellmembranen mit konsekutiver Zelldisruption und Zelltod, während das Kation für die Penetrationseigenschaften der spezifischen Alkali verantwortlich ist. Bei intaktem Hornhautepithel penetriert mit zunehmender Geschwindigkeit Kalziumhydroxid, Kaliumhydroxid, Natriumhydroxid und am schnellsten Ammoniumhydroxid (42). Abhängig vom Ausmaß der Penetration kommt es zum Verlust des kornealen und konjunktivalen Epithels, der stromalen Keratozyten und des Endothels. Die Hornhaut trübt ein. Die Schädigung des vaskulären Endothels der konjunktivalen und episkleralen Gefäße führt zu Thrombosen dieser Gefäße mit konsekutiver Ischämie. Je stärker die Lauge ist, desto rascher kann sie penetrieren. Eine irreversible Gewebeschädigung tritt bei einem pH-Wert von 11,5 und höher ein (10). Der pH-Wert des Kammerwassers steigt innerhalb von wenigen Sekunden nach einer Verätzung mit Ammoniumhydroxid an (15). Rasch werden so auch intraokulare Strukturen wie die Iris, die Linse und der Ziliarkörper geschädigt. "

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