Was passiert eigentlich mit jungen Berufsanfängern , die gerade kurz nach ihrer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung berufsunfähig werden?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Wie geht es jetzt weiter finanziell mit ihm ?

Da gibt es ein paar Möglichkeiten:

der Auszubildende hat einen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente:

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/Allgemein/de/Inhalt/1_Lebenslagen/01_Ausbildung/02_Basiswissen/das_lohnt_sich_fuer_azubis.html#doc227714bodyText2

Auch entsprechend seiner Beschwerden und der Pflegeeinstufung wird ein Pflegegeld gezahlt.

Ob man aber davon auf Dauer gut leben kann, möchte ich bezweifeln.

Dann besteht natürlich noch die Möglichkeit, dass er von den Eltern, Verwandten bis zum Ende seines Lebens unterstützt wird

Auch kann er Sozialhilfe bei der zuständigen Gemeinde beantragen.

Daher empfiehlt es sich, spätestens beim Beginn der Berufsausbildung bzw. Studium eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

Für Berufsunfähigkeit interessiert sich die Deutsche Rentenversicherung nicht.

Allerdings gelten für Azubis weniger Strenge Wartezeiten im Bezug auf die EM-Rente als die in § 43 SGB VI angegebenen.

Er kann also einen Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente stellen.

Wenn er eine private Berufsunfähigkeitsversicherung hat, sollte er auch hier den Leistungsfall feststellen lassen.

Kann er sich jemals eine eigene Wohnung leisten können ?

Klar. Sollte er keine BUV haben und die EM-Rente zu gering sein, kann er vom Sozialamt aufstocken lassen (Grundsicherung nach SGB XII). Dann wäre er für den Rest seines Lebens zwar auf Hartz IV Niveau aber er verhungert nicht oder muss auf der Straße leben.

Moral von der Geschichte: Es ist nicht klug, keine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen.

In dem Fall kann eine Erwerbsminderungsrente auch bereits einsetzen, bevor du 36 Pflichtbeiträge entrichtet hast.

Für Berufsanfänger gilt außerdem die Besonderheit, dass das Einkommen auf 75 % des Durchschnitts aller Arbeitnehmer erhöht wird.

Das gilt für die ersten 5 Jahre nach dem Berufsanfang.

Außerdem nimmt die Rentenversicherung an, er hätte bis zum 60. Lebensjahr gearbeitet und Beiträge gezahlt.

Reicht die EM-Rente nicht, kann Grundsicherung beantragt werden.

Nichts, was soll da passieren?

Er hat die Beiträge gespart für eine persönliche Absicherung und somit wird die Grundsicherung greifen, fürchte ich.

Die soll ja auch ganz schön üppig ausfallen, wie ich immer wieder höre. Kein Student z. B. wird so versorgt.

Für so etwas kann man eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Allerdings: Wenn er sich mit Alkohol ans Steuer gesetzt hat, kann es gut sein, dass die wegen grober Fahrlässigkeit gar nicht zahlt.

So wie du das schilderst, ist der Koch aber nicht nur berufsunfähig, sondern erwerbsunfähig. Da gibt es eine Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente, hat nichts mit der EU zu tun). 

Und Hartz IV gibt es dann auch noch. Für solche Fälle wurde das erfunden.

Apolon 16.08.2016, 11:37

Wenn er sich mit Alkohol ans Steuer gesetzt hat, kann es gut sein, dass die wegen grober Fahrlässigkeit gar nicht zahlt.

Bitte um Angabe der Rechtsquelle!

 Da gibt es eine Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente, hat nichts mit der EU zu tun). 

und wer soll diese zahlen???

Und Hartz IV gibt es dann auch noch.

Obwohl Hartz IV nur für Arbeitsuchende zur Verfügung steht ?

Bitte in Zukunft nur antworten, wenn du das nötige Fachwissen hast. Ansonsten die Tastatur deines PC´s in den Mülleimer werfen.

0
MoechteAWissen 16.08.2016, 12:41
@Apolon

Mein lieber Norbert,

dein Korrekturversuch erschließt sich mir nicht.
Es ist doch fast alles richtig was er schreibt.

------------------------------------------------------------------
"...Bitte um Angabe der Rechtsquelle!"
Antwort: Ergibt sich aus dem Bedingungswerk 
-----------------------------------------------------------------

 Da gibt es eine Erwerbsunfähigkeitsrente (EU-Rente, hat nichts mit der EU zu tun). 

"..und wer soll diese zahlen???"

Antwort:
Die Deutsche Rentenversicherung! 

---------------------------------------------------------------

Zum letzten Punkt..
Grundsicherung 

;)

0

Er bekommt Grundsicherung und ggf. Pflegegeld.

Wenn er nicht mehr in der Lage ist zu arbeiten, in wie weit ist er denn dann noch in der Lagen, alleine zu leben?

Frage ist zunächst einmal immer - ist er berufsunfähig oder erwerbsunfähig?

DerHans 16.08.2016, 12:20

Diesen Unterschied gibt es für junge Leute gar nicht mehr.

Es gibt nur eine Erwerbsminderungsrente, die entweder zu 100 % oder zu 50 % gewährt wird.

Entscheidungskriterium ist das "Restleistungsvermögen" des Antragstellers.

0

Er muss versuchen sich anderweitig fortzubilden um ggf einen anderen Job anzunehmen

kevin1905 15.08.2016, 20:03

Nö.

Muss er nicht.

0

Was möchtest Du wissen?