Was passiert eigentlich mit der Mietwohnung , den Versicherungen , Rente , ect. während und nach einer 2jährigen oder mehrjährigen Haftstrafe?

3 Antworten

In der Krankenversicherung ist es zumindest so, dass du über die Beihilfe abgesichert bist, also deine "normale" nicht mehr benötigst. Natürlich muss die KV von deiner Haft erfahren und ggf. muss du auch kündigen.
ALG I und II werden meines Wissens während der Haft auch eingestellt. Für deinen Lebensunterhalt ist ja in der Haft gesorgt.

Es steht dem Gefangenen frei sich um die Benachrichtigung entsprechender Stellen zu kümmern. Die JVA stellt ihn dafür Haftbescheinigungen aus. Da führt dazu das viele Sachen stillschweigend als erledigt betrachtet werden, weil man davon ausgeht das dort ohnehin nichts mehr zu holen ist. Wenn nicht wird eben das Geld von dem Inhaftierten verlangt, notfalls per Pfandungsbeschluß der 30 Jahre gültig ist.

Kümmert sich der Gefangene nicht selbst um diese Dinge, so läuft alles solange bis die entsprechenden Stellen kenntnis über seine Inhaftierung haben. Anfragen darüber an die JVA werden nur bei berechtigtem Interesse positiv beantwortet.

Ein Strafgefangener ist zur Arbeit verpflichtet und mittlerweile ist der Verdinst so schlecht nicht, wenn man bedenkt das seine Grundsicherung ja gesichert ist.

Ein Gefangener der während der Haft ständig einer Arbeit nachgegangen ist, zahlt dafür entsprechend Beiträge zur Arbeitslosenversicherung und hat dementsprechend nach seiner Haft Anspruch auf ALG I, wie jeder freie Arbeitnehmer auch. Lediglich Beiträge zur Rentenversicherun bezahlt er nicht und hat dadurch eben entsprechende Fehlzeiten.

Auch für Gefangene gibt es die Möglichkeit einer Insolvenz.

In einigen Bundesländern gibt es seit einigen Jahren keine Arbeitspflicht mehr.

So in Sachsen, Rheinland-Pfalz und wenige andere.

http://www.dbh-online.de/?id=499

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@Rechtsgelehrter

Du magst mir bitte verzeihen das ich mich nicht an dem Eigenmist den einige Bundesländer nach der Föderalismusreform verzapft haben orientieren kann.

Es ist mir einfach zu mühselig alle 18 Ländergesetze zu durchforsten. Ich werde wohl zukünftig bei diesen Fragen explizit darauf hinweisen das sich meine Antwort ausschließlich auf das StVollzG als Bundesgesetz bezieht!

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Hallo,

an sich ergeben sich die Antworten aus Deiner Frage.

1. Sofern Miete, Versicherungen und andere finanzielle Verpflichtungen weiterlaufen, muß auf dem Bankkonto, von dem bezahlt wird, genug Geld eingehen oder genug vorhanden sein.

Monatliche Kosten von rd. 1000€, in zwei Jahren also 24.000 €.

2. Krankenversicherung muß nur bezahlt werden wenn er Einkünfte größer 450 €/Monat hat.

3. In einer JVA verdient man - wenn man bezahlte Arbeit bekommt - ca. 1,65 bis 2,15/Stunde, maximal um die 250€/Monat. Davon wird man nur einen sehr geringen Teil laufender Kosten ausserhalb der JVA begleichen können!

Krankenfürsorge wird dort mit Heilfürsorge erledigt, keine Kosten zu bezahlen.

Daraus folgt: Sofern kein Vermögen zur Überbrückung der Haftzeit verfügbar ist, mit dem ein Mietverhältnis und Versicherungen weiter bezahlt werden können, dann sollte der Mietvertrag gekündigt und private Versicherungen gekündigt oder beitragsfrei gestellt werden.

Dies ist eine Folge einer Freiheitsstrafe, die von den meisten Straftätern NICHT im Voraus bedacht werden.

cheerio

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