Was passiert eigentlich genau wenn ein Mensch stirbt?

13 Antworten

Vielleicht ist mein Beitrag nicht 100% themenbezogen, aber ich finde diese Diskussionen immer wieder interessant, zumal sich unzählige Menschen immer noch an den Glauben klammern, es gäbe ein 'Danach'. Der Glaube mag sicherlich helfen, bestimmt Dinge im Leben einfacher zu meistern, aber er ist letztendlich reiner, tragischer Selbstbetrug.

Fakt ist: in diesem bekannten Universum gelten bestimmte Naturgesetze, die nicht umgangen werden können. Das ist auch gut so, denn nur diese Gesetze geben dem großen Ganzen Stabilität, die erforderlich ist, damit Leben entsteht und sich weiterentwickeln kann. Es bedarf keiner grossen wissenschaftlichen Anstrengungen, um dieses nachzuweisen. Auf den Tod bezogen heisst das, es gibt keinen Sinn, warum es die Natur so eingerichtet hat, daß nach dem Tod noch etwas käme, bzw. etwas sinnvolles erlebt werden könnte. Dies ist nicht vorgesehen und auch nicht klug. Alles in der Natur gehört zu einem Kreislauf, der solange funktioniert, solange es stabile Atomverbindungen im Universum gibt. Alle Lebewesen inkl. des Menschen sind eine begrenzte Zeit am Leben, um ihren Anteil an der Weiterentwicklung –nennen wir es Evolution–zu erfüllen. Wenn das Lebewesen stirbt, ist sein Zweck erfüllt, egal wie lange oder kurz dieser Zeitraum anhielt. Danach werden die Bestandteile des Lebewesens dem Naturkreislauf zurückgeführt, deshalb auch der Spruch "Erde zu Erde, Staub zu Staub" und dergleichen. Teile von jedem Lebewesen werden sich später in anderen Lebewesen wiederfinden, so ist es im Naturkreislauf festgeschrieben. Ein Kreislauf der Erneuerung.

Eine Seele oder ähnliches, welches den Zelltod hinaus überdauert, um irgendeinen Zweck zu erfüllen ist nicht vorgesehen und würde vielen Naturgesetzen widersprechen. Es gibt auch keinen "Ort", "Jenseits", an dem sich "Seelen" aufhalten oder wo sie hingelangen. Dieser Ort müsste schliesslich mit der Logik des Universums vereinbar sein, aufgebaut sein, irgendwie konstruiert sein, um die "Seelen" aufzunehmen und festzuhalten, jetzt mal ganz einfach ausgedrückt. Das ist aber nicht möglich.

Nach dem Tod ist nichts mehr, was irgendwie "erlebt", erfahren oder reflektiert werden kann. Selbst eigentlich optimistische und sogar gläubige seriöse Wissenschaftler beginnen langsam, diese unbequeme aber in sich zutiefst logische und elementare Wahrheit zu begreifen.

Es gibt werde Gott noch Teufel, weder Himmel, noch Paradies oder Fegefeuer. Dies alles sind Teile einer Glaubenskultur, die in der verstandesbezogenen Entwicklung des Menschen begründet sind, um sich bestimmte unerklärliche oder unbegreifbare Dinge fassbar zu machen, es sich zu erleichtern etwas zu interpretieren, wo es nichts zu interpretieren gibt. Leider hat die Kirche den Glauben der Menschen auch immer aufs übelste missbraucht, um höchst profane Machtansprüche durchzusetzen bzw. um Macht auszuüben. Dies gilt heute ebenfalls noch, wenn auch sicherlich abgeschwächt.

Ich bewundere Menschen, die glauben können, aber sie werden in ihren letzten Sekunden leider aufs Bitterste enttäuscht werden.

Wenn ein Mensch –oder jedes andere Lebewesen auch– stirbt, ist seine Zeit um. Endgültig. Es zerfällt in seine Bestandteile, die "recycled" werden, um neues Leben zu ermöglichen. Es gibt nichts, was dies überdauert, weil es keinen "Container" dafür gibt. Warum auch? Würde keinen Sinn machen.

Unser Blick von dieser Welt ist unscharf, ungenau und flexibel. Er ensteht nur in unserem Kopf. Aber der Mensch ist ein Meister der Selbsttäuschung. :)

"Omnis cellula e cellula", ok. Das ist kein frommer Bibelspruch am Grabe des Toten, sondern die Quintessenz des weltberühmten Forschers Virchow, der herausfand, daß alles Leben aus einer, "der" Zelle kommt, und das bedeutet abgewandelt, daß auch der Tod der Zelle den Tod des Organismus bedeutet. Also die Natrium-Kalium-Pumpe versagt, die den Elektrolyt-Stoffwechsel aller Gewebezellen aufrechterhält. Somit ist der Tod der Zelltod. Dabei sind die stoffwechsel"armen" Gehirnzellen, die sich am schlechtesten regenerieren, wenn überhaupt, vom Zelltod am schnellsten betroffen. Wurden Leute nach Erfrierungen wiederbelebt, hatten diese in der Regel irreparable Hirnschäden. Bestes Beispiel der Junge, der in einen Kölner (Chorweiler) Baggersee im Winter einbrach und erst nach Stunden von der Feuerwehr geborgen werden konnte. Es war ein Elend zuzusehen (in den Medien wurde das damals in schamloser Weise hochgespielt) wie das Kind schrecklich drunter litt. Ist, glaube ich, trotz Intensivpflege jetzt doch gestorben.

Also, ich würde mich nicht tieffrieren lassen, in der Hoffnung, daß irgendwann einmal die Medizin solche Fortschritte gemacht hätte, um meinen Körper wieder zum Leben zu erwecken.

Gaudeamus igitur, post jucundam juventutem, post molestam senectutem nos habebit humus.

Lasset uns jetzt also fröhlich leben, denn nach der lustbetonten Jugend und dem beschwerlichen Alter wird uns die Erde sowieso zurückverlangen ...und wir fallen ins kühle Grab in Mainz, wie der Dichter sagt.

Na das mit dem Einfrieren ist so nicht ganz richig. 'Erfrohrene' wurden schon aufgetaut und hatten keine Hirnschäden. Gilt auch bei Lawinen. Der Grund ist, dass das Hirn wesentlich weniger Energie im Tiefschlaf und im gefrohrenen Zustand benötigt. Gerade bei verunfallten Jugendlichen konnte das mehrfach beobachtet werden. Übrigens wird dieses Fakt auch bei kritischen Operationen angewendet. Eigentlich würden die Hirnzellen keinen Schaden davontragen, wenn es unter Kälte Stillgelegt würde, das Problem liegt an der Kristallbildung des Blutes und der Flüssigkeiten im Hirn, die Zellwände und Blutbahnen zerstören. Das ist der Grund, weshalb es Wissenschaftler gibt, die daran glauben, dass man in Zukunft jemand wieder auftauen könnte. Uebrigens, man kann sich nur Einfrieren lassen (USA), wenn man gestorben ist. Das heisst unmittelbar danach.

Übrigens, wie kommst du dazu, dass das Gehirn stoffwechselarm sein soll ? Die täglich grösste Energiemenge wird durch das Gehirn verbraucht und das gilt sogar für die Dümmereren unserer Spezies.

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