Was passiert eigentlich wirklich nach dem tod?

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Hallo milchschnitte58,

die Vorstellungen, was nach dem Tod geschieht, gehen oft weit auseinander. Einige glauben, der Mensch besäße eine unsterbliche Seele, die den Körper beim Tod verlässt und an einem jenseitigen Ort weiterlebt. Andere sagen, von dem Menschen bleibt gar nichts übrig und er höre einfach auf zu existieren. Doch egal, welche Auffassung jemand vertritt, die meisten haben irgendwie Angst vor dem Tod. Warum? Kurz gesagt sind wir mit dem Wunsch erschaffen worden, für immer am Leben zu bleiben. Darum wird das Sterben als etwas völlig Widernatürliches empfunden. Manche haben jedoch zusätzlich Angst, weil sie befürchten, sie könnten in die Hölle kommen.

Um sich Klarheit zu verschaffen, wäre es hilfreich, einmal in der Bibel nachzuschauen, was sie über den Tod sagt. In dem Bibelbuch Prediger steht unmissverständlich: "Denn die Lebenden sind sich bewusst, dass sie sterben werden; was aber die Toten betrifft, sie sind sich nicht des geringsten bewusst... Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft, denn es gibt weder Wirken noch Planen, noch Erkenntnis, noch Weisheit in dem Scheọl [das Grab], dem Ort, wohin du gehst." (Prediger 9:5,10) Wenn der Mensch stirbt, dann hört er auf zu existieren. Er befindet sich, wie obiger Text zeigt, in einem Zustand völliger Bewusstlosigkeit. Sämtliche Lebensfunktionen sind erloschen, da sie an den Körper gebunden sind. Nach der Bibel gibt es nichts - auch keine Seele - , die nach dem Tod weiterlebt.

Das bedeutet jedoch nicht, dass mit dem Tod alles aus ist. Die Bibel spricht von einer Auferstehung, bei der Gott die Toten zum Leben zurückbringen wird. Wie ist das möglich? Weil Gott ein vollkommenes Gedächtnis besitzt, das in der Lage ist, sich an das Lebensmuster jedes einzelnen zu erinnern. Für Gott ist die Auferstehung ungefähr so, als würden wir einen Schlafenden wecken. Aus diesem Grund verglich Jesus den Tod mit einem Schlaf (siehe Joh. 11:11-14).

Nach der Auferstehung werden die meisten auf der Erde weiterleben, allerdings unter besseren Voraussetzungen, als dies heute der Fall ist. Gott wird, wie die Bibel zeigt, zuvor in das Weltgeschehen eingegriffen und für bessere Verhältnisse gesorgt haben. Dies wird mit sehr schönen Worten in der Offenbarung, dem letzten Buch der Bibel beschrieben. Dort heißt es: "Dann hörte ich eine laute Stimme vom Thron her sagen: „Siehe! Das Zelt Gottes ist bei den Menschen, und er wird bei ihnen weilen, und sie werden seine Völker sein. Und Gott selbst wird bei ihnen sein.   Und er wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch wird Trauer, noch Geschrei, noch Schmerz mehr sein. Die früheren Dinge sind vergangen" (Offenbarung 21:3,4).

Die Auferstehung ist ein in der Zukunft liegendes Ereignis, das Jesus einmal wie folgt beschrieb: "Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, die, welche Gutes getan haben, zu einer Auferstehung des Lebens ... (Joh. 5:28, 29). Das bedeutet, dass die Verstorbenen bis zum Tag der Auferstehung im Todesschlaf ruhen. Es gibt auch niemanden, der mit einem Höllenfeuer gestraft wird. Wenn man über das Gesagte nachdenkt, dann mag man zwar immer noch ein gewisses Unbehagen bei dem Gedanken an seinen eigenen Tod empfinden, doch ist einem der ganz große Schrecken vor dem Tod sicher genommen. Ist das nicht sehr erleichternd?

LG Philipp

Man muss sich nicht davor fürchten, was nach dem Tod passiert, denn mit dem Tod hört man auf zu existieren, existier also nach dem Tod nicht mehr. Wer nicht existiert, dem kann auch nichts widerfahren, wovor er Angst haben müsste. 

Mit dem Tod stellt das Gehirn seine Arbeit ein. Die Zellen sterben ab und damit sind auch die Informationen verloren, die das Gehirn während des Lebens gespeichert hat. Das sind die Informationen,die einen überhaupt erst zu der Person machen, die man ist. Sind diese Informationen also weg, ist man selbst auch weg. 

Die Vorstellung es gäbe ein Leben nach dem Tod, ist schon sehr alt. Sie ist Ausdruck für den Wunsch nach ewigem Leben und wer würde das nicht wollen? Dass diese Vorstellung angenehm ist, macht sie leider nicht wahrer. 
Die Menschen der Antike glaubten, dass der Mensch eine Seele hat, die im Herz wohnt, sich nach dem Tod vom Körper löst und selbstständig weiter existieren kann. Was heute nach offensichtlichem Unfug klingt, war für unsere Vorfahren noch eine gute Erklärung, aber die glaubten auch, dass man mit dem Herz fühlt und denkt, dass Bäder den Körper schwächen und bis ins 19. Jahrhundert glaubten sie noch, dass das Gehirn nur Schleim produziert. 

Heute wissen wir es besser, doch der Glaube an ein Leben nach dem Tod hat sich hartnäckig gehalten, einfach weil es eine schöne Vorstellung ist, an die man sich klammern kann. Tatsächlich glauben nur sehr wenige Menschen wirklich an ein Leben nach dem Tod, zum Beispiel Selbstmordattentäter.
Die meisten Menschen versuchen ihr leben durch gesunde Lebensführung, Medikamente oder Operationen zu verlängern. das wäre vollkommen unnötig, wenn nach dem Tod ein noch viel tolleres Leben wartet, das die Religionen prophezeien. Wer wirklich daran glaubt, sollte sich doch eher für jeden freuen, der schon in jungen Jahren das Glück hat, dort hin zu kommen, doch die Menschen sind traurig, wenn es die jungen Menschen erwischt.

Die Religionen haben das kindliche Wunschdenken von einem Leben nach dem Tod schon immer für sich genutzt, denn es machte die Gläubigen gefügig. Noch heute versprechen die Religionen Belohnungen und drohen mit Strafen nach dem Tod, damit die von ihnen aufgestellten Regeln befolgt werden.
Die Leichtgläubigen, Ungebildeten und Indoktrinierten unterwerfen sich diesen Regelwerken aus Furcht vor der Strafe und weil sie die Belohnung wollen.

Die Gläubigen klammern sich an ihren Wunschtraum und argumentieren teils mit Nahtoderfahrungen, aber wie das Wort bereits sagt, sind das keine Todeserfahrungen. Noch niemand dessen Gehirn definitiv nur noch aus abgestorbenen Zellen bestand, fand jemals zurück ins Leben und konnte berichten, wie der Tod so ist. Wenn nur Teile des Gehirns absterben, hat man gute Chancen, nur noch als sabberndes Gemüse vor sich hin zu vegetieren und darauf zu warten, dass der Körper endgültig seine Arbeit einstellt.

Was nach dem Tod ist, weiß natürlich keiner, aber ich würde sagen, es ist der gleiche Zustand, der auch vor der Geburt bestand.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass mit toten Menschen etwas anderes geschieht, als mit (anderen) Tieren. 

Was ich absolut ausschließen würde ist etwas negatives, was in Richtung (qualvolle) Hölle geht. Es gibt keinen vernünftigen Grund, so etwas anzunehmen.

Schön finde ich dagegen den Gedanken an so etwas wie eine Wiederherstellung (Apokatastasis) am Ende aller Zeiten, aber das ist natürlich spekulativ und solche Vorstellung sind nicht so sehr verbreitet.

http://www.ezw-berlin.de/html/3_5784.php


Aus Interesse: Denkst du, es gibt einen vernünftigeren Grund, etwas positives (in Richtung Himmel) anzunehmen, als etwas negatives? Mal abgesehen davon, dass der Wunsch oft Vater des Gedanken ist...

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@nnblm1

Diese Gedanken sind natürlich von Wunschdenken mit geprägt. Ich sehe aber hinter allen höllischen Drohungen noch sehr viel eher menschliche Vorstellungen, als göttliche.

Diese Gedanken sind natürlich von Wunschdenken mit geprägt. Ich sehe aber hinter allen höllischen Drohungen noch sehr viel eher menschliche Vorstellungen, als göttliche.

Ich selber habe eher ein deistisches Gottesbild und ein Gott, der sich nicht einmischt, kann natürlich schwerlich jemanden bedrohen.

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