Was passiert beimEndzeitmythos aus dem Weltgericht?

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4 Antworten

Endzeitliche Erzählungen folgen ähnlichen Mustern.

Kennzeichen für die Endzeit sind moralischer Verfall, der Abfall von der wahren Lehre und das Auftreten falscher Propheten.

Die Endzeit geht mit vielen Naturkatastrophen, Seuchen, Kriegen, Hungersnöten usw. auf der ganzen Welt einher.

Manchmal wird auch von besonderen unerklärlichen Ereignissen erzählt, die Kennzeichen für die letzten Tage der bisherigen Menschheit sind.

Schließlich tritt die erwartete Erlösergestalt auf, so dass alle falschen Propheten ihre Macht verlieren und ihre Anhänger ebenso.

Es wird göttliches Gericht gehalten und jene mit gutem Herzen und der wahren Lehre bekommen das ewige Leben in einem Paradies.

Die bösen Menschen kommen dagegen in ewige Verdammnis, aus der sie nie wieder aufsteigen werden, um Schaden anzurichten

Es kommt zu einer Art Endkampf zwischen dem Erlöser, als Vertreter des Guten und einem Gegenspieler, wie dem Antichristen, als Vertreter des Bösen.

Am Ende siegt der Erlöser und damit Gott über das Böse. Das Reich Gottes und damit ewiger Friede und Harmonie kehren ein.

Die Einzelheiten und die Reihenfolge unterscheiden sich natürlich je nach Religion und der jeweiligen Auslegung etwas, aber dieses grundlegende Schema wird eigentlich immer eingehalten.

Zweck

Diese Erzählungen erfüllen das Bedürfnis nach einer höheren Gerechtigkeit - der irdisch mächtige, reiche und einflussreiche Mann kann sich nicht freikaufen und Gott ist unbestechlich.

Der arme, mittellose und gutherzige Gläubige kann dagegen auf das ewige Paradies hoffen, unabhängig von seinem irdischen Stand.

"Die Letzten werden die Ersten sein"

"Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Himmelreich gelangt".

Verständliche Wünsche und Hoffnungen also.

Es wird dasselbe passieren, was schon immer passiert ist:

Diejenigen, die es überleben, werden um nichts in der Welt einsehen wollen, daß sie selbst zu denen gehört haben, die alles verursacht hatten.

stine2412 29.11.2016, 13:14

Dxmklvw, ich glaube, dieses Mal könnte es anders sein! Lies mal Offenbarung 11:18 (Neues Leben) "Und du wirst alle vernichten, die Vernichtung über die Erde gebracht haben.«

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Dxmklvw 29.11.2016, 13:39
@stine2412

Ich lese daraus vor allem, daß Mord und Totschlag auch dabei als das Mittel der Wahl angesehen werden und nicht die Heilung des Charakters, was man eigentlich von einem Gott, der vollkommen ist, erwarten könnte bzw. wie ich mir Gott vorstelle.

Aus solchen Gründen glaube ich nicht, daß es sich bei solchen Prophezeiungen um vom Geist Gottes inspirierte Aussagen handelt, sondern um schnöde menschliche Ismen, die da ganz stark modifizierend gewirkt haben.

Ebenso bin ich der Ansicht, daß die damaligen Propheten äußerst stark an ihre Religion gebunden waren, und dadurch auch die Aussagen vorheriger Propheten kannten, was dann modifizerend bei den neuen Prophezeiungen mitgewirkt hat.

Liest man die prophetischen Bücher im Kontext zur damaligen politischen Denkweise der Juden, wie es sich z. B. aus der Geschichtsschreibung lt. Bibel (Buch der Könige usw.) ergibt, dann fallen Parallelen der damaligen praktizierten Politik zu den in Prophezeiungen erkennbaren Gesinnungen der Propheten auf.

Eine gewisse Artverwandheit zur modernen Politik und zu den modernen Propheten (unheilvoraussagende politische Kleingruppen und sonstige ideologisierte Gruppen) sehe ich da durchaus. Auch heute ist erkennbar, daß diverse Gruppen mit ihren Negativprognosen mindestens in Teilen durchaus richtig liegen, doch die gleichzeitig propagieren Methoden zur Abhilfe sind teilweise die unterste Schublade - eben auch ideologisch modifiziert und vom Charakter der Veranstalter abhängig.

Ein komplett anderes Thema sind die Mechanismen des Glaubens. Man kann richtiges oder falsches glauben, man kann auch zu recht glauben, das man das richtige glaubt, und man kann auch glauben, das richtige zu glauben, obwohl es das falsche ist, und das man in die Hölle kommt, wenn man es nicht mehr glaubt.

Lediglich mit dem Beweisen hapert es. Allzu oft wird dann ein Zirkelschluß als Argument verwendet (es ist wahr, weil da steht, daß es wahr sei). Solche Zirkelschlüsse sind vielleicht nicht die Regel, aber sie dienen zumindest nicht der Glaubwürdigkeit von Argumenten.

Die andere Seite sind weltliche Prognosen. Auch das sind nur reine Glaubensinhalte, die zutreffend sein können oder auch nicht. Denn was erst zukünftig einmal sein wird, läßt sich nicht in der Gegenwart vorzeigen.

Ich halte es da mehr mit dem Nachdenken und dem über den Tellerrand schauen. Den Rest der Welt kann ich nicht ändern, aber ich kann mich ändern und habe damit bereits auch das Ganze ein wenig geändert.

Wenn ich z. B. selbst jemandem die Wahrheit sage anstatt ihn zu belügen, dann halte ich das für besser, als darauf zu verzichten und mich stattdessen an Prophezeiungen zu kleben, um mich so selbst zum Roboter der Ansichten anderer zu machen oder noch schlimmer, zum Werkzeug selbsterfüllender Prophezeiungen.

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Nachdem es gerichtet hat wird es ersatzlos aufgelöst, da es nichts mehr zu richten gibt. 

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