Was passiert bei einer strafanzeige wegen urkundenfälschung?

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5 Antworten

Ich sehe schon, hier sind wieder eine Menge von Hobby-Juristen unterwegs...

Prinzipiell ist es mit der Urkundenfälschung nicht so weit hergeholt, wenngleich dieser Straftatbestand nicht als solcher in Betracht kommt. Hier kommt stattdessen das Fälschung beweiserheblicher Daten, umgangssprachlich auch Identitätsmissbrauch, in Betrag. 

Dieser Tatbestand gilt als erfüllt, wenn "(...) zur Täuschung im Rechtsverkehr beweiserhebliche Daten so (...) verändert [werden], dass bei ihrer Wahrnehmung eine unechte oder verfälschte Urkunde vorliegen würde." 

§269 StGB sieht hier eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor. Was hiervon in Betracht kommt hängt immer auch davon ab ob oder inwieweit man strafrechtlich in Erscheinung getreten ist bzw. wie sehr die Tatumstände eine Rolle spielen, denn: hier wurden die Daten ja nicht dazu benutzt sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen oder eine weitere Straftat zu begehen, sondern lediglich um das JuSchG zu umgehen ;-) Insofern erst einmal abwarten was kommt.

Worst case wäre hier wohl ein Strafbefehl (Geldstrafe), es ist aber eher (keine Vorstrafe vorausgesetzt) mit einer Einstellung gegen Auflage oder ggf. sogar einer Einstellung mangels öffentlichen Interesses zu rechnen.

Aber: Um zu wissen wie vorzugehen ist, ist Akteneinstich unumgänglich! Hier wäre es ratsam einen Rechtsanwalt zu konsultieren. Kleiner Tip vorab: Keiner polizeilichen Ladung Folge leisten und vor allem - Klappe halten! ;-)

Wird schon schief gehen...

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Kommentar von Manjuu98
26.06.2016, 13:11

Das ist mal mehr als hilfreich, Danke dir :)

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Kommentar von TheGrow
26.06.2016, 22:29

Hallo Kevin2012,

ich finde Deinen Satz schon bemerkenswert:

Ich sehe schon, hier sind wieder eine Menge von Hobby-Juristen unterwegs...

Du führst hier den § 269 StGB an, der die  Fälschung beweiserheblicher Daten unter Strafe stellt.

Dieser Paragraph kommt schon deshalb nicht zum Tragen, weil Daten im Sinne des Paragraphen Daten 269 StGB  sind nur solche, die elektronisch, magnetisch oder sonst nicht wahrnehmbar gespeichert sind. Die Daten müssen so gespeichert oder verändert werden, dass sie, wenn sie wahrgenommen werden, einer unechten oder gefälschten Urkunde entsprechen.   

Das heißt, der Fragesteller oder dessen Kumpel müsste schon den maschinenlesbaren Teil des Ausweises verändert haben, was faktisch auszuschließen ist.

Aus der Fragestellung geht aber gar nicht hervor, dass Der Fragesteller oder dessen Kumpel überhaupt was verändert haben. Der Fragesteller hat seinem Kumpel lediglich den Ausweis überlassen, damit dieser sich mit dem Ausweis als über achtzehn ausweisen kann.  

Insofern ist die  Antwort von Artus01 (zu der Du einen unzutreffenden Kommentar abgegeben hast) im Gegensatz zu Deiner Antwort völlig korrekt.

Ich würde mich an Deiner Stelle nicht soweit aus dem  Fenster lehnen und andere als Hobby-Juristen bezeichnen, wenn Du selber nicht in der Lage bist korrekte Antworten zu geben.

Schöne Grüße
TheGrow

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Das ist keine Urkundenfälschung. Urkundenfälschung wäre wenn du im Namen von jemand anderem ein Vertrag unterschreibst, oder du einen Ausweis ILLEGAL im Internet bestellst und den dann verwendest.

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Einfach mal abwarten ob ein brief von der Polizei kommt. Sollte ein brief kommen, dann ist es eine falschverdächtigung weil keine urkundenfälschung vorliegt. Aber ihr braucht dann trotzdem einen Anwalt um die falschverdächtigung aufzuklären. Sollte eine Vorladung kommen, dann könnt ihr den Termin verstreichen lassen und eurem Anwalt Bescheid sagen.

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Kommentar von colagreen
26.06.2016, 13:30

Ihr wart ja an dem Tag betrunken und ich schätze mal dass ihr mehr als 1,5 Promille hattet deshalb bekommt ihr keine Strafe.

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Kommentar von Artus01
26.06.2016, 13:32

Nö, einen Anwalt braucht es nicht, der kostet nur unnötig Geld das in die Geldstrafe besser investiert ist und die ein Anwalt auch nicht verhindern kann, weil die Sachlage klar ist.

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Entgegen allen Antworten hier hat das Ganze mit Fälschungen nichts zuu tun, der Ausweis wurde ja nicht manipuliert.

Du und der Ausweisinhaber durfen sich aber über das folgende freuen:

Strafgesetzbuch (StGB)
§ 281 Mißbrauch von Ausweispapieren

(1) Wer ein

Ausweispapier, das für einen anderen ausgestellt ist, zur Täuschung im

Rechtsverkehr gebraucht, oder wer zur Täuschung im Rechtsverkehr einem

anderen ein Ausweispapier überläßt, das nicht für diesen ausgestellt

ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe

bestraft. Der Versuch ist strafbar.

(2) Einem Ausweispapier stehen Zeugnisse und andere Urkunden gleich, die im Verkehr als Ausweis verwendet werden.

Sofern ihr noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten seit und wirklich eine Anzeige erfolgt wird nicht viel dabei herauskommen. Vielleicht 30 Tagessätze, oder eine Einstellung gegen Zahlung eines bestimmten Betrags an eine gemeinnützige Einrichtung.

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Kommentar von kevni2012
26.06.2016, 19:46

Kommt letztlich auf die Beweiswürdigung der StaA an. Aber ob nun §§281 oder wie von mir angeführt 269 StGB - janz ohne wat auf die Finger wird wohl nix ;-)

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Also eine Urkundenfälschung ist das ja wohl nicht, dann hätte er deinen Ausweis manipulieren müssen.

Also alles nur dummes Gerede.

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Kommentar von Manjuu98
26.06.2016, 12:53

Kann trotzdem was auf uns zu kommen? Strafrechtlich gesehen?

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Kommentar von JohnnyAppleseed
26.06.2016, 12:54

Ich glaube da braucht ihr euch keine Sorgen machen.

Die Securitys wollten euch nur Angst einjagen.

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Kommentar von JohnnyAppleseed
26.06.2016, 13:05

Das hast du ja nicht geschrieben.

Wie soll man das erraten?

Kann sein, kann nicht sein.

Glaube aber, da kommt nichts bei raus.

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